Apple sichert sich Tweet-Analyse von Topsy

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Mehr als 200 Millionen Dollar soll Apple in das Start-up Topsy investieren. Topsy hat sich auf die Auswertung von Microblogging-Beiträgen auf Twitter spezialisiert.

Was hat Apple mit dem Spezialisten für die Analyse von Tweets vor? Das wird vorerst wohl noch im Dunkeln bleiben. So bestätigt Apple zwar den Kauf, macht jedoch keine Angaben über weitere strategische Pläne. Wie das Wall Street Journal aber berichtet, soll der Merger Apple 200 Millionen Dollar gekostet haben.

Topsy ist einer der wenigen Partnerdienste, die von Twitter zertifiziert wurden. Er gehört zu den Dienstleistern im Bereich Datenhandel, die Tweets kategorisieren und Trends sichtbar machen. Er kann beispielsweise Unternehmen darüber informieren, wie oft ein Begriff getwittert wurde. Auch die Resonanz auf eine Kampagne oder ein Ereignis kann Topsy messen. Als zertifizierter Partner hat Topsy dabei vollen Zugriff auf die “Fire Hose”, also alle seit 2006 veröffentlichten Tweets.

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Marktbeobachter vermuten, dass Apple diese Twitter-Analysen verwenden will, um iTunes-Nutzern bessere Empfehlungen für Musik, Filme und TV-Serien geben zu können. Erkenntnisse aus der Analyse des weltweiten Twitter-Traffics könnten auch Inserenten zugute kommen, die Werbung auf Apples iAd-Plattform schalten. Denkbar ist auch, dass Apple damit die Suchfunktion Sprachassistenten Siri verbessern will.

Einen zeitweiligen Ausflug in das Social Networking unternahm Apple bereits mit Ping, einem in iTunes 10 integrierten Musik-Netzwerk. Apple-CEO Tim Cook musste aber eingestehen, dass es sich nicht durchsetzen konnte. Ende September 2012 wurde das “Social Network für Musik” geschlossen.

Apple hat 2013 vor Unternehmen aus der Softwareentwicklung für Mobilgeräte und für die Optimierung der Kartendienste übernommen. Als Beispiele dienen hier HopStop, Locationary und Embark. Für besonderes Aufsehen sorgte die erst vor wenigen Tagen abgeschlossene Übernahme des 3D-Sensor-Herstellers PrimeSense. Das Unternehmen steht unter anderem hinter der Entwicklung der ersten Kinect-Generation. Inzischen aber liefert das israelische Unternehmen aber auch Sensoren für mobile Geräte.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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