Cross-Site-Scripting-Lücke in Office 365 behoben

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Der Patch für den Cross-Site-Scripting-Bug hat Microsoft bereits im Dezember veröffentlicht. Erstmals nennt der Entdecker der Lücke Details. Er nutzte einen eingeschleusten JavaScript-Code, um einen neuen Administrator anzulegen.

Eine Schwachstelle in Office 365 hat Angreifern ermöglicht, Benutzerkonten per Cross-Site-Scripting zu manipulieren. Microsoft hat diese mit einem Patch behoben. Details zu der Sicherheitslücke hat der Entdecker des Bugs, der Cogmotive Gründer Alan Byrne, in seinem Blog und einem YouTube-Video veröffentlicht.

Logo Office 365“Das ist das perfekte Beispiel für einen einfachen Exploit, der einen Schaden von mehreren Milliarden Dollar verursachen kann”, schreibt Byrne. “Während wir uns immer weiter in die Cloud hinein bewegen, müssen wir uns der möglichen Sicherheitsrisiken bewusst sein.”

Ein Fehler bei der Prüfung von Eingabefeldern war die Grundlage der Schwachstelle. Nutzer können in der Voreinstellung von Office 365 ihre Namen ändern. Dabei sei der Inhalt dieser Felder jedoch nicht überprüft worden, deshalb hab man auch HTML-Code eingeben können.

Byrne legt in seinem Blog dar, wie er JavaScript-Code einschleusen konnte, der immer ausgeführt wird, wenn von einem bestimmten Nutzer der Name angezeigt werden soll. Zwei iFrames verwendet der Code, um einen neuen Nutzer mit Administratorrechten anzulegen, der dann den Namen des zuvor manipulierten Nutzers wieder zurücksetze.

Ein Angreifer erhält von Office 365 ein vorläufiges Passwort, wenn er den neuen Administrator hinzufügt. Wenn er sich mit diesem einloggt, kann er die vollständige Kontrolle über die Office-365-Implementierung eines Unternehmens erlangen. Den ursprünglichen Administrator kann der Angreifer laut Byrne sogar aussperren.

Nach eigenen Angaben machte Byrne am 16.Oktober vergangenen Jahres Microsoft auf die Schwachstelle aufmerksam. Am 19. Dezember habe der Softwarekonzern den Fehler behoben.

Byrne hat allerdings keine Belohnung für die Entdeckung der Sicherheitslücke erhalten, da Microsofts Prämienprogramm Office 365 nicht umfasst. Er wird lediglich als Entdecker der Anfälligkeit erwähnt. Für den Umgang mit seinem Fehlerbericht lobt Byrne Microsoft dennoch.

“Microsoft hat mit dem schnellen Schließen der Lücke einen wirklich guten Job gemacht und mich während des gesamten Verfahrens auf dem Laufenden gehalten. Ich habe viele Horrorgeschichten von anderen Leuten gehört, die Fehler an andere Firmen gemeldet haben und keine Reaktion erhielten, weswegen sie keine andere Wahl hatten, als das Problem öffentlich zu machen, bevor ein Fix erhältlich war.”

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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