Verwenden Drucker in Zukunft Wasser statt Tinte?

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Chinesische Forscher haben einen Drucker entwickelt der Wasser anstelle von Tinte nutzt. Und weil das nicht genug ist, haben sie wiederverwendbares Papier erforscht, das bei Feuchtigkeit die Farbe wechselt.

20 Millionen Tonnen Papier. So viel verbrauchten die Deutschen nach Angaben des Umweltbundesamtes im Jahr 2012. Weltweit waren es im gleichen Jahr bis zu 400 Millionen Tonnen. Chinesischen Forschern war die Verschwendung zu viel und entwickelten daher einen neuen Drucker und Papier. Anstatt von Tinte kommt Wasser zum Einsatz und das Papier lässt sich nach dem Drucken wiederverwenden. Wenn es feucht wird, wechselt es die Farbe.

Die Forscher der Jilin Universität zeigen ein mit Wasser bedrucktes Papier. Dafür haben sie einen konventionellen Drucker umgerüstet. (Bild: Sean Zhang/Jilin Univeristät/Nature)
Die Forscher der Jilin Universität zeigen ein mit Wasser bedrucktes Papier. Dafür haben sie einen konventionellen Drucker umgerüstet. (Bild: Sean Zhang/Jilin Univeristät/Nature)

“Wir alle wissen, dass wir vielen Problemen gegenüberstehen. Drei Hauptprobleme sind die Energiekrise, die globale Erwärmung und die Umweltzerstörung”, sagt Sean Zhang, Professor für Chemie an der Jilin Universität in Changchun, China. “Ein Umstand ist Ursache aller drei Probleme: Abholzung. Exzessiver Papierverbrauch trägt besonders zur Abholzung bei.”

Deshalb entwickelten seine Kollegen und er die neue Form des Druckens. Mit dem Wasserstrahldrucker und dem wiederbedruckbaren Papier lässt sich seiner Meinung nach der Papierverbrauch senken. Dafür entwickelten sie ein Papier mit Farben, die erst sichtbar werden, wenn das Papier nass wird.

Tests hätten ergeben, dass sich ein Blatt bis zu 50 Mal wiederverwenden lässt. Dafür ersetzten sie die Tinte in den Druckerpatronen mit Wasser. Aktuell lassen sich vier unterschiedliche Farben darstellen. Das Gedruckte bleibt bis zu 22 Stunden sichtbar. “Die Qualität des Wasserstrahldruckers ist vergleichbar mit der eines Tintenstrahldruckers”, erklärt Zhang.

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Die Kosten pro Seite eines Wasserstrahldruckers in Verbindung mit wiederverwendbaren Papiers sollen den Forschern zufolge nur ein Prozent des einen Tintenstrahldruckers betragen. Ein Sicherheitstest habe ergeben, dass der Schadstoffgehalt im niedrigen Bereich liege. Zurzeit führe man ausgedehnte Tests mit Mäusen durch.

Das papierlose Büro ist noch immer nicht Realität geworden. Trotz der Digitalisierung haben Büroangestellte lieber Papier in der Hand, wenn sie etwas lesen müssen. Mit der neuen Wasserstrahldrucktechnik und wiederverwendbaren Papier lässt sich zumindest der Papierverbrauch ein wenig einschränken. Will man allerdings etwas für längere Zeit auf Papier gedruckt haben, lohnt sich die Technik nicht mehr.

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