Sony trennt sich von PC-Geschäft und erwartet Milliardenverlust

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Der Investmentfonds Japan Industrial Partners übernimmt Sonys PC-Sparte inklusive der Marke Vaio. Auch das TV-Geschäft lagert Sony in eine Tochtergesellschaft aus. 5000 Stellen streicht das Unternehmen bis März 2015. Es erwartet zudem einen Verlust im laufenden Fiskaljahr von 1,1 Milliarden Dollar.

Der Investmentfonds Japan Industrial Partners (JIP) plant, Sonys defizitäres PC-Geschäft zu kaufen. Sony will sich in Zukunft auf Smartphones und Tablets konzentrieren. Auch das TV-Geschäft will der Elektronikkonzern umbauen. Insgesamt sollen zudem 5000 Arbeitsplätze wegfallen. Für das laufende Fiskaljahr erwartet das Unternehmen einen Verlust von 110 Milliarden Yen (1,1 Milliarden Dollar).

Sony Vaio (Bild: Sony)Die japanische Wirtschaftszeitung Nikkei hatte bereits über die Verhandlungen mit JIP berichtet. Sie glaubt, dass der Verkaufspreis des PC-Geschäfts zwischen 40 und 50 Milliarden Yen (391 und 489 Millionen Dollar). Von Sony gibt es keine Angaben zu konkreten Zahlen. Bis Ende März will es eine definitive Übernahmevereinbarung mit JIP schließen.

Die Investmentgesellschaft will ein neues Unternehmen gründen, das das PC-Geschäft inklusive der Marke Vaio und den Kundendienst übernimmt. Zunächst wird der Fokus auf dem japanischen Markt liegen. Geplant ist es, Consumer- und Business-PCs anzubieten.

Sony stoppt die gesamte Planung, das Design und die Entwicklung von PC-Produkten im Zuge der Geschäftsübergabe. Nach dem weltweiten Start des für Frühling vorgesehenen Portfolios werden Herstellung und Vertrieb ebenfalls eingestellt. JIP will Sony zufolge 250 bis 300 der rund 1000 Mitarbeiter der PC-Sparte übernehmen.

“Sony wird für die übrigen Angestellten ebenfalls nach Möglichkeiten suchen, ob sie in andere Geschäftsbereiche innerhalb der Sony Group wechseln können”, teilte das Unternehmen mit. Für Mitarbeiter, die weder von JIP noch von einer anderen Sony-Sparte übernommen werden, seien ein Vorruhestandsprogramm und Hilfe bei der Arbeitssuche außerhalb der Sony-Gruppe geplant.

Bis Juli 2014 will Sony darüber hinaus das schwächelnde TV-Geschäft in eine hundertprozentige Tochtergesellschaft auslagern. Es soll das Portfolio genauer an die unterschiedlichen Märkte anpassen und sich verstärkt auf das High-End-Segment mit 4K- sowie 2K-Modellen konzentrieren.

Das seit November 2011 laufende Sparprogramm will Sony darüber hinaus ausweiten. 5000 weitere Stellen sollen bis Ende März 2015 wegfallen. Davon sind 1500 in Japan und 3500 in Übersee betroffen. Damit soll die Gewinnstruktur der TV-Sparte verbessert werden und im Fiskaljahr 2014 in die Gewinnzone zurückzukehren.

Sony rechnet im noch bis Ende März laufenden Geschäftsjahr 2013 mit Kosten von 70 Milliarden Yen für die Umsetzung der Sparmaßnahmen. Ursprünglich veranschlagte das Unternehmen 20 Milliarden Yen weniger. Für das kommende Fiskaljahr erwartet es nochmals Ausgaben in gleicher Höhe. Von jährlichen Einsparungen von mehr als 100 Milliarden Yen geht der Konzern ab dem Geschäftsjahr 2015 aus.

Mit dem PC- und TV-Geschäft machte Sony zuletzt stetig Verluste. Grund ist die seit Jahren sinkende Nachfrage. 2013 sanken dem Marktforschern von Gartner zufolge die Verkaufszahlen um 10 Prozent auf das Niveau von 2009.

1996 gründete Sony die Marke Vaio. Knapp 900.000 PCs und Notebooks lieferte es zu den besten Zeiten pro Jahr aus. IDC schätzt, dass es 2013 weniger als 600.000 Einheiten waren.

Der Rückzug von Sony aus dem PC-Markt, um sich auf andere Geschäftsfelder (insbesondere Smartphones) zu konzentrieren, wäre nicht der erste eines japanischen Unternehmens. Bereits 2011 verkaufte Japans ehemaliger führender PC-Hersteller NEC das PC-Geschäft an Lenovo. Selbst Lenovo, das mit Hewlett-Packard um die Spitzenposition im weltweiten PC-Markt kämpft, verstärkt das Engagement im Smartphone-Bereich mit der geplanten Übernahme von Motorola Mobility.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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