Roaminggebühren: 25 Prozent der Nutzer schalten Handy im Ausland aus

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Aufgrund der Roaminggebühren schalten in Europa 25 Prozent der Nutzer ihr Handy auf Reisen ins Ausland ab. 94 Prozent schränken die Nutzung des mobilen Internets außerhalb ihres Heimatlands ein. Eine Abschaffung der Gebühren könnte Providern 300 Millionen neue Kunden bringen.

Mit einer Umfrage unter 28.000 EU-Bürgern hat die Europäische Union die Forderung nach einer Abschaffung der Roaminggebühren unterstrichen. Demnach verzichten 25 Prozent auf das Handy im Ausland. Telekommunikationsanbieter lassen sich wegen “der derzeitigen Preisgestaltung einen Markt von ungefähr 300 Millionen Handynutzern entgehen”. Das wirke sich auch negativ auf App-Anbieter aus.

roaming-v6Außerhalb ihres Heimatlandes schränken 94 Prozent der Befragten die Nutzung des mobilen Internets ein. Damit wollen sie den Roamingebühren entgehen. In einem anderen EU-Land würde fast die Hälfte vollständig auf mobile Internetdienste verzichten. Im Ausland greife nur jeder zehnte EU-Bürger genauso regelmäßig auf seine E-Mails zu wie zu Hause.

Vielreisende, die der EU zufolge wahrscheinlich das gewinnträchtigste Marktsegment bilden, eher die Datenroamingdienste ihre Handys abschalten als gelegentlich Reisende. “Grund dafür ist nach Ansicht der Kommission, dass Vielreisende einfach besser über die tatsächlichen Datenroamingkosten in Europa informiert sind”, heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission.

“Ich bin wirklich von diesen Zahlen geschockt”, sagte Neelie Kroes, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission. “Sie zeigen, dass wir endlich ganze Arbeit leisten und Roaminggebühren abschaffen müssen. Die Verbraucher schränken ihre Handynutzung auf extreme Weise ein, und davon haben auch die Unternehmen nichts.”

Die Roaminggebühren bremsen zudem den Boom der App-Branche in Europa, so die EU weiter. Davon sind insbesondere Anbieter von Reiseführer-, Foto- und Landkarten-Apps betroffen.

Eine Preisobergrenze für Roaminggebühren hatte die EU zum ersten Mal im Jahr 2008 eingeführt. Seitdem seien die Endkundenpreise für Anrufe und SMS um 80 Prozent gesunken. Um bis zu 91 Prozent sei das Datenroaming billiger, so die EU.

“Seit 2008 kam es zu einem atemberaubenden EU-weiten Zuwachs beim Datenroaming um 1500 Prozent. Angesichts der insgesamt stark zunehmenden Verbreitung und Nutzung von Mobilfunk-Datendiensten im Inland zeigt die Tatsache, dass sich viele Nutzer selbst einschränken, einen bedenklichen Trend, der auf verpasste Wachstumsmöglichkeiten für die App-Wirtschaft wie auch für Mobilfunkanbieter hindeutet”, erklärte die Kommission.

In Frankreich habe die weitgehende Abschaffung der Roamingaufschläge gezeigt, dass die Provider durchaus Tarife anbieten könnten, die überall in der EU ein Telefonieren zum gleichen Preis ermöglichten.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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