Supermarkt testet Einkauf per Facebook-Likes

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Können Kunden in Zukunft ihre Einkäufe mit Likes, Fotos oder Kommentaren auf Facebook bezahlen? In Hamburg hat für eine Woche der erste Supermarkt eröffnet, der die neue Währung akzeptiert. Perfekt für alle denen ihre Daten egal sind.

Es war nur eine Frage der Zeit bis Facebook-Nutzer selbst ihre Daten verkaufen können. In einem Kunstprojekt haben Florian Dohmann, Manuel Urbanke und Maximilian Hoch in einem Hamburger Modegeschäft den ersten Datenmarkt eröffnet. Noch bis zum 22. Februar können Kunden mit Likes, Fotos, Kommentaren oder privaten Nachrichten ihren Einkauf bezahlen.

Im Supermarkt mit Facebook-Daten zahlen. Der Datenmarkt macht es vom 17. bis 22. Februar möglich. (Screenshot: Datenmarkt auf Vimeo.com
Im Supermarkt mit Facebook-Daten zahlen. Der Datenmarkt macht es vom 17. bis 22. Februar möglich. (Screenshot: Datenmarkt auf Vimeo.com)

Im Datenmarkt erhalten Kunden alles was man auch in einem normalen Supermarkt erwarten würde. Milch, Brot oder Früchte. Zur Eröffnung des Datenmarkts am 17. Februar kostet beispielsweise 1 Liter Milch zehn Facebook-Posts.

An der Kasse muss sich der Kunde auf einem iPad bei Facebook einloggen. Anschließend holt sich eine speziell dafür programmierte App entsprechend dem Einkaufswert die Daten vom Facebook-Profil. Sollten nicht genügend Daten vorhanden sein, kann der Kunde noch vor Ort Kommentare schreiben oder Fotos hochladen. Die Daten werden den Künstlern zufolge direkt nach dem Einkauf wieder gelöscht. Kunden erhalten nach dem Einkauf auch einen Kassenbon. Dieser listet alle heruntergeladenen Daten auf.

Für Unternehmen sind Daten von Kunden schon lange ein wichtiges Handelsgut, aber ob die Bezahlung per Facebook- oder anderen privaten Daten Zukunft hat bleibt fraglich. Andererseits wissen Unternehmen und Regierungen bereits alles. Warum also den Verkauf der privaten Daten nicht selbst in die Hand nehmen?

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