Android-Trojaner tarnt sich mit TOR

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Die neue Schadsoftware schließt sich zu dem Botnet Slempo zusammen, das Kriminelle vermieten. Zum ersten Mal nutzt eine Android-Malware die Verschlüsselungstechnologie von TOR, was für den Schädling aber auch Nachteile mit sich bringt.

Android3_610x436Ein Android-Trojaner basiert auf dem Code des Tor-Clients Orbot, wie Roman Unuchek von Kaspersky Lab und Adam Kujawa von Malwarebytes melden. Die Onion-Proxy-Server des Tor-Netzes (The Onion Router) nutze der Backdoor.AndroidOS.Torec demnach, um den Standort der Kommandoserver zu verschleiern. Diese verstecken sich letztlich hinter einer von Tausenden Freiwilligen weltweit geschaffenen Infrastruktur.

Malwarebytes zufolge lautet der offizielle Name des Botnetzes “Slempo”. Die Miete für diese illegale Infrastruktur koste derzeit 1000 Dollar für den ersten Monat, 500 Dollar für jeden weiteren. Die Tor-basierte Malware sei wahrscheinlich eine Weiterentwicklung des Botnetzes “Stoned Cat”. Es ist das erste Mal, dass eine Android-Malware Tor nutzt.

Auf Android-Geräten kann die Malware eintreffende und versandte Nachrichten abfangen und verbergen oder die Kommunikation auch sperren und Code ausführen. Der Kommandoserver erhält standardmäßig Modellbezeichnung, OS-Version, Land, Liste der installierten Apps und IMEI zugeschickt. Allerdings hat diese Form der Tarnung auch Nachteile: Um Tor einbinden zu können, braucht der Client eine Menge Code. Der Download ist daher recht langwierig, und User können den Download leichter feststellen.

Kein Zusammenhang besteht vermutlich mit einem parallel von Holden Security gemeldeten Sicherheitsvorfall: Das Unternehmen hat auf dem Schwarzmarkt ein Paket mit 360 Millionen Kontodaten entdeckt. Es ist nicht bekannt, wofür sie bestimmt und wo sie gestohlen wurden. Holden bezeichnet aber gegenüber Reuters die Menge als “überwältigend” und warnt vor den Folgen, falls sich Kriminelle auf diese Weise Root-Zugang zu Firmennetzen, Gesundheitsaufzeichnungen oder Bankkonten verschaffen sollten.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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