Chinesische IBM-Arbeiter streiken wegen Verkauf an Lenovo

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In einer strategisch wichtigen Server-Fabrik in China wollen Mitarbeiter angemessene Abfindungen erstreiten. Auch weniger Überstunden und bessere Gesundheitsvorsorge wollen die Arbeiter erreichen.

Tausend Arbeiter einer IBM-Fabrik in Shenzhen (Provinz Guangdong) haben, wie jetzt bekannt wurde bereits am 3. März, die Arbeit niedergelegt. Mit dem Streik wollen sie gegen den Verkauf von IBMs Servergeschäft an Lenovo zu protestieren. Die Arbeiter werfen IBM vor, Verträge ohne angemessene Abfindung zu kündigen. Das berichtet der lokale Sender Shenzhen TV.

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Streikende IBM-Mitarbeiter in Shenzhen. Quelle weibo.com/u/3191177250

Das Werk IBM ISTC ist bislang ein strategisch wichtiges Glied in der weltweiten Lieferkette für IBMs x86-Server. Nach dem Verkauf dieser IBM-Sparte an Lenovo soll sie den Arbeitern zwei Optionen angeboten haben: Entweder können sie bis 12. März das Unternehmen verlassen und neben einer Abfindung 6000 Yuan (700 Euro) Prämie kassieren oder bleiben und damit automatisch in ein Arbeitsverhältnis bei Lenovo wechseln. Die Abfindung – ohne die 6000 Yuan Prämie – würden sie auch dann bekommen.

Laut Fernsehbericht ist aber keine der beiden Alternativen mit chinesischen Arbeiterrechten vereinbar. Üblich sind demnach zwei durchschnittliche Monatsgehälter pro Jahr der Betriebszugehörigkeit plus ein aktuelles Monatsgehalt zusätzlich.

Die Protestierenden kritisierten zudem exzessive Überstunden und forderten von der Fabrikleitung Gesundheitskontrollen sowie erhöhten Lohn für Schwangere wie auch für stillende Mütter. “Viele von uns arbeiten 15 Tage am Stück von 8 Uhr morgens bis 23 Uhr! IBM muss Gesundheitskontrollen einführen”, so ein streikender Arbeiter in dem Bericht. Die Beschwerden haben die Arbeitnehmer dem Management schriftlich übergeben. Solange sie auf eine Antwort warten, wollen sie den Streik fortsetzen.

Lenovo hatte am 23. Januar informiert, dass es IBMs Abteilung für x86-Server zum Preis von 2,3 Milliarden US-Dollar übernehmen wird. Es steigt damit vom sechstgrößten zum drittgrößten Serveranbieter weltweit auf und generiert etwa 5 Milliarden Dollar zusätzlichen Jahresumsatz, wie CEO Yang Yuanqing einem Bericht zufolge anmerkte.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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