Symantec trennt sich von CEO Bennett

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Vor knapp einem Jahr hatte Steven Bennett ein Symantec 4.0 gefordert, eine Revolution solle das Unternehmen erneuern. Nach einem “fortlaufendem Beratungsprozess” will Symantec es jetzt offenbar doch mit einer anderen Kraft an der Spitze versuchen.

Symantec CEO Steve Bennett gibt sich kämpferisch, lässt aber keinerlei Zweifel darüber, was seiner Ansicht nach bei dem Marktführer in Sachen Sicherheit in den vergangenen Jahren falsch gelaufen ist. Quelle: Harald Weiss/silicon.de
Re- statt Evolution: Symantec CEO Steve Bennett bennnt zahlreiche Fehler  bei seinem Arbeitgeber. Jetzt zieht der Aufsichtsrat die Notbremse und setzt Bennett vor die Tür. Quelle: Harald Weiss/silicon.de

Der Aufsichtsrat des IT-Sicherheitsspezialisten Symantec hat President und CEO Steve Bennett mit sofortiger Wirkung entlassen. Nicht einmal zwei Jahre war Bennett, der sich und dem Unternehmen noch im April ehrgeizige Ziele gesetzt hatte, damit im Unternehmen. Bennett scheidet damit auch aus dem Kontrollgremium des Herstellers aus. Das Aufsichstratsmitglied Michael Brown wird Bennetts Aufgaben kommissarisch übernehmen. Ein Sonderkomitee des Board of Directors hat die Suche nach einem permanenten Nachfolger bereits begonnen.

Chairman Daniel Schulman betont in einer Pressemitteilung, der Rauswurf Bennetts sei “das Ergebnis eines fortlaufenden Beratungsprozesses und nicht durch einen bestimmten Vorfall oder ungebührliches Verhalten ausgelöst” worden. “Wir müssen jetzt vorrangig eine Führungskraft finden, die die Güter und das Führungsteam unseres Unternehmens wirksam einsetzt, um Symantecs Produktinnovation und Wachstum auf die nächste Stufe zu heben.”

Symantec strebt nach eigenen Angaben weiterhin ein jährliches Umsatzwachstum von fünf Prozent bis zum Fiskaljahr 2017 an. Die Bruttomarge nach Non-GAAP soll dabei die 30-Prozent-Marke übersteigen.

An seinem Ausblick für das laufende vierte Geschäftsquartal hält der IT-Sicherheitsspezialist fest. Es erwartet einen Non-GAAP-Gewinn zwischen 0,40 und 0,42 Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 1,61 bis 1,65 Milliarden Dollar. Im Vorjahresquartal hatte er noch 1,75 Milliarden Dollar Einnahmen erzielt.

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Die Anleger reagierten verunsichert auf Bennetts Entlassung. Im nachbörslichen Handel sank der Kurs der Symantec-Aktie um rund 7,5 Prozent. Vor dem heutigen Börsenbeginn in New York stand er gegen 10.20 Uhr bei 19,34 Dollar.

Bennett selbst hatte im Juli 2012 CEO Enrique Salem abgelöst, der ebenfalls vom Aufsichtsrat entlassen wurde. Er trieb anschließend die Restrukturierung und Neufokussierung des Sicherheitsanbieters voran – offenbar aber nicht mit dem gewünschten Erfolg. Seit Anfang 2010 saß Bennett im Verwaltungsrat von Symantec, 2011 wurde er Chairman. Zuvor war er sieben Jahre lang CEO von Intuit und 23 Jahre bei General Electric.

Sein vorübergehender Nachfolger, Michael Brown, stieß im Zuge des Zusammenschlusses mit Veritas Software im Jahr 2005 zum Verwaltungsrat von Symantec. Davor war er Chairman und CEO bei Quantum.

Anfang des Monats hatte Symantec Thomas Seifert zum Chief Financial Officer berufen. Dieselbe Position hatte er zuvor schon bei Brightstar und AMD inne.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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