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Vater der modernen Festplatte bekommt ‘Technologie-Oskar’

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Der Milliennium Technology Prize ist so etwas wie der Nobel-Preis für Technologie. In diesem Jahr bekommt ein britischer Forscher und ein Mitarbeiter des Max-Planck-Instuts in Halle die Ehrung für seine Errungenschaften im Bereich Speicher.

Stuart  Parkin gilt als Vater der modernen Festplatte. Jetzt bekommt er mit dem dem Milliennium Technology Prize sozusagen einen alternativen Nobel-Preis für seine Forschungen. Quelle: TAF
Stuart Parkin gilt als Vater der modernen Festplatte. Jetzt bekommt er mit dem dem Milliennium Technology Prize sozusagen einen alternativen Nobel-Preis für seine Forschungen. Quelle: TAF

Stuart Parkin gilt als einer der wichtigsten Forscher für Speicherstrukturen. Jetzt bekommt er von der finnischen Technology Academy für seine Leistungen den Millennium Technology Prize 2014 verliehen. Parkins Entdeckungen sorgen dafür, dass magnetische Laufwerke eine tausendfach höhere Kapazität bekommen, so die Begründung der unabhängigen Organisation. Ohne seine Forschungen wäre es heute nicht möglich, über das Internet Bilder oder Filme zu konsumieren, so das Komitee weiter. Parkin gilt damit als einer der Väter der modernen Festplatte.

Der “Festkörperphysiker” Parkin ist 58 Jahre alt, Research Fellow bei IBM und Direktor der Abteilung Experimentalphysik am Max Planck Institut für Mikrostrukturphysik (MPI). Am IBM Almaden Research Center in San Jose hat der gebürtige Brite von 1982 bis 2014 geforscht. Besonders hervorzuheben sei laut MPI seine Grundlagenforschung zum GMR-Effekt für Leseköpfe von magnetischen Festplatten.

Des Weiteren forschte Parkin auch in Stanford unter anderem auch an der Entwicklung von dreidimensionalen Speicherstrukturen und an anderen Konzepten, die eine höhere Speicherdichte ermöglichen. So nutzte er unter anderem den magnetischen Spin von Elektronen, um Informationen zu speichern. Seit dem 1. April ist Parkin in Halle am MPI angestellt und wird außerdem eine Humboldt-Professur an der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg antreten.

Parkin erklärt dazu: “Als ich nach Deutschland zog und mich der Max Planck Gesellschaft und der Martin-Luther-Universität anschloss, habe ich das mit einer langfristigen Forschungsperspektive gemacht, um neue logische Geräte jenseits der Silizium-Technologie zu entwickeln. Wir können uns von der Natur, vom Gehirn inspirieren lassen: Es kann Millionen Mal mehr Rechenoperationen mit deutlich geringerem Energieverbrauch als heutige Computer ausführen.”
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Der Preis ist mit einer Million Euro dotiert und wird seit 2004 alle zwei Jahre verliehen. Die Initiatoren wollten damit ein technologisches Equivalten zum schwedischen Nobel-Preis schaffen, das sich in den Augen der Kritiker zu sehr auf klassische Wissenschaftsfelder konzentriert. “Ich bin extrem Glücklich und aufgeregt, dass ich den Millennium Technology Prize gewonnen haben, denn es ist natürlich einer der wichtigsten Preise der Wissenschaftsgemeinschaft. Parkin wird den Preis am 7. Mai entgegennehmen. Weitere Preisträger sind unter andere Tim Berners-Lee.

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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