Nachfrage nach Cisco-Komponenten schwach

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Umsatz und Gewinn bleiben nach wie vor unter dem Niveau von 2013. Der Hersteller sieht zwar gute Anzeichen, doch eine Trendwende wird wohl noch einige Quartale dauern.

Cisco will in den Cloud-Markt einsteigen.Der Netzwerkausrüster Cisco stellt die Zahlen für das Dritte Quartal des Geschäftsjahres 2014 vor. Mit 11,5 Milliarden Dollar Umsatz liegt der Wert 6 Prozent unter dem des Vorjahresquartals. Der Gewinn (GAAP) geht um 12 Prozent auf 2,2 Milliarden Dollar.

Und das ist offenbar besser als erwartet. Im nachbörslichen Handel steigt die Aktie um sieben Prozent und auch CEO Chambers scheint mit dem Ergebnis zufrieden zu sein.

Ebenfalls positiv aufgenommen wird der höhere Cash-Flow. Der steigt von 2,9 Milliarden Dollar im zweiten auf 3,2 Milliarden Dollar im Dritten Quartal. Frank Calderoni, CFO von Cisco, erklärt: “Unser starker und beständiger Cash Flow zeigt den Wert unseres Geschäftsmodells.”

Doch mit Wachstum ist so schnell bei Cisco nicht zu rechnen. Erst im Dezember hatte der Netzwerkausrüster den Langzeitausblick erheblich herabgesetzt. Cisco sieht sich derzeit dramatischen Veränderungen gegenüber.

Immer mehr Anwender springen auf den Trend Software Defined Networking auf und höhlen damit auch Ciscos klassisches Geschäftsmodell aus, das darauf beruht, Hardware zusammen mit Software zu vertreiben.

Nun setzt Cisco neben eigenen SDN-Initiativen auch auf das Internet der Dinge als neues Wachstumsfeld. Wenige Tage vor der Veröffentlichung der Bilanz, hat Cisco auch den Chef für den Geschäftsbereich IoT verloren.

Doch nicht nur von technologischer Seite kommt Ciscos Kerngeschäft unter Druck. So zitierte der Guardian-Journalist Glen Greenwald jüngst aus dem Edward-Snowden-Fundus, dass der Auslandsgeheimdienst NSA auch Hardware abfange, um diese mit Hintertüren für den Geheimdienst zu versehen. Laut Greenwald sollen auch Cisco-Komponenten von der US-Spionage betroffen sein. Solche Enthüllungen könnten sich weiter negativ auf den Absatz auswirken.

Cisco streben daneben auch noch andere Bereiche an. Mit Servern und Sicherheitslösungen entfernt sich Cisco aus dem traditionellen Netzwerk-Business. Auch bei Cloud will Cisco mitmischen. Chambers, der seit 1995 durchgängig als CEO für Cisco tätig ist, will diesen Übergang von Cisco offenbar noch weiter begleiten. Aber nachdem Chambers in diesem Jahr noch seinen 65. Geburtstag feiert, werden inzwischen auch Spekulationen über einen möglichen Nachfolger laut. Ein möglicher Kandidat könnte Rob Lloyd sein, der derzeit President für Entwicklung und Vertrieb ist.

 

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