Adaptive Sourcing für das Digital Enterprise

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Das Motto “Build to last” könnte sich schnell als Hemmschuh für das Wachstum herausstellen, warnt das Marktforschungsinstitut Gartner. Denn dank dieser unflexiblen Mechanismen, können Unternehmen nicht schnell genug auf veränderte Marktbedingungen reagieren. Das Umdenken müsse bereits beim Einkauf ansetzen.

Wachstum ist in diesem Jahr klar die wichtigste Priorität für CEOs. Und dabei spielen IT-Technologien eine so große Rolle wie lange nicht, so eine aktuelle Untersuchung des Marktforschungsinstitutes Gartner. Doch genau in dieser Frage sind viele Unternehmen noch in der Planungsphase und auch die Geschwindigkeit in der Marktführer und Technologiepartner neue Optionen einführen, ist derzeit vielen zu hoch.

Eine Folge aus dieser Entwicklung ist, die Sourcing-Strategie zu wechseln. Laut der Gartner-CEO-Befragung wollen 70 Prozent der Unternehmen den Sourcing-Mix ändern.

Das Credo darf demnach nicht mehr Built to last lauten, sondern muss in Built to adapt geändert werden. Eine aktuelle Befragung von CIOs zeigt, dass sich rund die Hälfte aller CIOs derzeit nicht dazu in der Lage sieht, in angemessener Zeit auf entsprechende Veränderungen zu reagieren.

Gartner empfiehlt in solchen Fällen die Sourcing-Strategie zu überdenken. Statt einer klassischen, geschichteten Sourcing-Strategie sollten Unternehmen “Adaptive Sourcing” anwenden.

“Ein Sourcing-Strategie in Einheitsgröße ist für IT-Organisationen nicht mehr länger angemessen, die im zunehmenden Maße dafür verantwortlich gemacht werden, Ende-zu-Ende-Services aufzusetzen, die – wenn nötig – auf einer hybriden IT-Strategie basiern”, erklärt Claudio Da Rold.

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Gartner schlägt für das Digital Enterprise ein dreischichtiges Sourcing-Modell vor. Die Schichten reichen von Run – dem klassischen IT-Betrieb bis hin zur Domäne der Innovation, wo es vor allem darum geht, möglichst schnell neue Technologien einzuführen. Quelle: Gartner

Die IT müsse also dafür sorgen, dass wichtige Prozesse laufen, es muss über verbesserte Prozesse das Unternehmen gegenüber dem Wettbewerber abheben und es soll auch innovieren und so Zugriff auf neue digitale Möglichkeiten liefern. “Wenn die IT-Abteilung nicht in der Lage ist, die Entwicklung voranzutreiben, dann werden die Unternehmen diese Technologien aus anderen Quellen beziehen, den IT-Einkauf findet immer mehr auch jenseits des IT-Budgets statt.” 

Schon heute würden aufgrund der genannten Anforderungen eine Bi-Modale IT-Organisation aufbauen. Ein Bereich deckt dabei die traditionellen Aspekte der IT ab und der zweite Bereich, soll einen Innovations-Motor liefern, der die dynamischen Bereiche wie digitales Marketing und digitale Unternehmenstransformation abdeckt.

Dementsprechend gehen Einkäufer immer mehr dazu über, auch beim Sourcing ein Bi-Modales Modell zu etablieren, um schneller reagieren zu können.

Gartner rät hier zu drei Punkten: Das Ausnutzen bestehender Sourcing- und IT-Expertise, die aber innvoationsfreundlich und problemlösungsorientiert ausgerichtet sein sollte. Auch Tools und Prozesse können sich, sofern sie den Prozess beschleunigen, wiederverwenden lassen sofern sie dabei helfen, das Risiko zu minimieren. Vermeiden sollte man bei dieser Strategie jedoch all diejenigen Bereiche, die die Innovationsgeschwindigkeit herabsetzen oder stoppen.

Die adaptive Strategie habe damit drei Schichten: “Run” steht für den reinen IT-Betrieb, in der sich Dinge langsam entwickeln. “Differntiate” hingegen richtet sich strategisch auf die inkrementelle Verbesserung von Prozessen und Bedürfnissen. Die Zyklen sind hier eher mittelfristig ausgelegt. Die dritte Schicht ist die Domäne “Innovate”. Hier sollte das digitale Unternehmen abgebildet werden, neue Technologien schnell eingeführt und ausgerollt werden. Hier sollte der Fokus auf Innovation liegen.

 

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