EU-Projekt soll Cloud-basierte Business-Kooperation ermöglichen

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Vorbilder wie Facebook, Xing, Force.com oder Ariba stehen für das neue EU-Projekt FiSpace Pate. Das Ruhr Institut arbeitet unter anderem zusammen mit Atos und IBM an der neuen Plattform, die vor allem kleinen und mittelständischen Unternehmen neue Möglichkeiten der Business-to-Business-Zusammenarbeit ermöglichen soll.

FIspace ist eines Future Internet PPP Projekte der EU. Unternehmen sollen damit eine Plattform für die Kollaboration und den standardisierten und sicheren Datenzugriff über mehrere Unternehmen hinweg bekommen. Im Juli soll FIspace.eu als Plattform für Unternehmen geöffnet werden. Quelle: FIspace.eu
FIspace ist eines Future Internet PPP Projekte der EU. Unternehmen sollen damit eine Plattform für die Kollaboration und den standardisierten und sicheren Datenzugriff über mehrere Unternehmen hinweg bekommen. Im Juli soll FIspace.eu als Plattform für Unternehmen geöffnet werden. Quelle: FIspace.eu

In einem von der EU gefördertem Projekt entwickelt Die Forscher der Arbeitsgruppe Software Systems Engineering des paluno – The Ruhr Institute for Software Technology zusammenmit anderen Universitäten, Instituten, IT-Unternehmen wie Atos, IBM oder KocSistem und Unternehmen aus der Logistik-Branche wie Kühne und Nagel an der FIspace-Plattform (Future Internet).

Diese neuartige Cloud-basierte Kooperationsplattform verbindet anders als existierende soziale Netzwerke auch Unternehmen selbst und nicht nur Mitarbeiter.

Damit ist FIspace aber nicht nur eine Art Kontaktbörse für Unternehmen. Auf der Plattform können auch Apps angeboten und verknüpft werden. Auf diese Weise können Unternehmen Mehrwertdienste anbieten oder spezielle Formen der Kooperation unterstützen. Als eine der Zielsetzungen nennt das Projekt, das Aufbrechen von Kommunikationsilos, so dass Unternehmen, die zum Beispiel Teil einer Lieferkette sind, sich mit anderen Partnern bruchfrei austauschen können.

Ist ein Unternehmen auf der FIspace-Plattform registriert, kann es mit anderen Unternehmen in Kontakt treten mit dem Ziel, in irgendeiner Weise mit anderen Unternehmen zusammen zu arbeiten. Aktuell fokussiert die Plattform sich auf die Domänen Transport, Logistik und Agrikultur. Ein Projekt hier nennt sich Farming in the Cloud und soll mit Hilfe von Sensoren- und Statellitendaten die Menge von Pestiziden steuern. Künftig sollen jedoch auch weitere Branchen hinzukommen. Acht beispielhafte Anwendungsfälle sollen die Möglichkeiten dieser Plattform illustrieren.

Ein Anwendungsfall etwa beschäftigt sich mit der Überwachung verderblicher Waren. Untersucht wird, wie die Warenströme durch die jeweiligen Lieferketten laufen. Ziel ist es, Abfall zu minimieren und die Haltbarkeitsdauer zu maximieren. Ein anderer Anwendungsfall versorgt den Verbraucher mit höherwertigen Informationen über die Waren, die er kauft. FIspace ermöglicht dem Produzenten gleichzeitig die Kontrolle über den Weg seiner Ware zum Verbraucher.

Das von der EU im Rahmen des Future-Internet-PPP-Programms geförderte Projekt, legt besonders auf die Datensicherheit großen Wert. Geschäftssensitive Daten werden nur verschlüsselt ausgetauscht. Ein Zugriffsmechanismus steuert, wer welche Daten wann entschlüsseln darf. Prinzipiell speichert die Fispace-Plattform keine geschäftssensitiven Daten. Die Plattform verwaltet lediglich Verweise auf die Informationen bei den Unternehmen.

Somit hat der Eigentümer der Daten Kontrolle über den Zugriff der Daten durch Dritte. Für ausgewählte Geschäftspartner werden nur solche Daten sichtbar, welche die Firma mit dem spezifischen Geschäftspartner teilen möchte. Der Dateneigentümer bestimmt auch, welche Daten wie von welcher App benutzt werden können.

Generell ist FIspace für alle Anwendungsbereiche und Arten von B2B-Kooperationen ausgelegt. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der software-technischen Umsetzung und Erprobung der zugrundeliegenden Future-Internet-Technologien, heißt es in einer schriftlichen Mitteilung des Projektes. Die Definition und Abstimmung der softwaretechnischen Architektur der FIspace-Plattform ist daher auch eine der zentralen Fragen des Projektes.

Zur Stimulation des FIspace-Ökosystems entwickelt das FIspace-Projekt auf Basis der FIspace-Plattform einige exemplarische Apps. Das paluno-Team des Ruhr Institutes ist hier unter anderem anderen auch für die die Entwicklung der BizSLAM App verantwortlich, die das Management von Transport-Verträgen ermöglicht.

Bislang werden in der Industrie Transport-Verträge aus Rahmenverträgen abgeleitet. Erst nach einem Transport wird die Einhaltung des Transportes überprüft, häufig auch erst nach Ende der Laufzeit des Vertrages. Verstöße gegen eine Vereinbarung lassen sich damit oft erst spät oder zu spät feststellen. Ziel der BizSLAM-App ist, auf Basis der in der FIspace-Plattform vorgehaltenen Daten entlang der Transportkette, eine solche Prüfung bereits während der Vertragslaufzeit vorzunehmen.

Gutachter der EU sowie Unternehmen hatten bereits die Möglichkeit, die Plattform zu testen. Im Juli soll nun die erste öffentliche Version der FIspace-Plattform für interessierte Unternehmen geöffnet werden.

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