Big Content: Wie profitieren Unternehmen von Big Data?

Big DataData & Storage

Immer mehr Unternehmen wollen irgendeine Form von Nutzen aus größeren Datenbeständen ziehen. Aktuell verarbeitet die Mehrzahl der Anwender interne Daten, doch das Interesse, auch externe Quellen über Sentiment Analysis oder Entity extraction aufzuarbeiten ist offenbar groß.

In vielen Unternehmen sind bereits Big Data Strategien implementiert, stellt das Analystenhaus BARC in einer kostenlosen Research Note zum Thema Big Data fest. Laut der Studie Big Content – Wissensgewinnung aus polystrukturierten Daten werten derzeit Unternehmen vor allem Daten aus, die innerhalb der Unternehmensgrenzen anfallen.

Die Würzburger Analysten unterscheiden zwischen Big Data und Big Content. Unter Big Data sind sämtliche Methoden zusammengefasst, über die Daten gesammelt und ausgewertet werden können. Unter Big Content hingegen verstehen die Analysten alle semi- oder polystrukturierten Inhalte.

Laut Studie nutzen derzeit 35 Prozent der Unternehmen Daten aus Transaktionssystemen und 20 Prozent analysieren Log-Daten aus Maschinen oder IT-Systemen und 15 Prozent werten Maschinen-Daten aus der Produktion aus. Geht man von den geplanten Einsätzen aus, dann wollen 50 Prozent der Unternehmen Big-Data-Analysen von Dokumenten oder Texten in der Zukunft einführen. Die Auswertung von transaktionalen Daten (48 Prozent) und die Analyse von Social Media Daten (47 Prozent) sind offenbar ebenfalls wichtige Wachstumsfelder. Denn derzeit werten lediglich 9 Prozent der befragten 212 Unternehmen Social Media aus.

Big_Content_Studie

 

Laut BARC werten Unternehmen aktuell Daten vor allem für die Datenvisualisierung (36 Prozent) und für die Bereitstellung von Real-Time-Reporting (26 Prozent) sowie Data Mining (23 Prozent) aus. Predictive Analytics, also Prognosen oder Vorhersagen realisieren derzeit etwa 16 Prozent der Unternehmen.

Mit 71 Prozent ist die Fähigkeit Prognosen zu erstellen jedoch derzeit wohl das strategisch wichtigste Thema für Unternehmen, gefolgt von Data Mining (62 Prozent) und Real-Time-Reporting (57 Prozent). Es zeige sich laut den Autoren der Studie, dass die Verwendung dieser Daten immer umfassender wird.

Diese Werte illustrieren aber auch, dass für viele Unternehmen diese Themen noch Neuland sind und dass in vielen Organisationen derzeit die technologische Basis erst geschaffen werden muss. Vor allem mit der Auswertung von Dokumenten oder sozialen Medien wollen Unternehmen laut BARC künftig eine Wissensbasis für Entscheidungen schaffen. Dazu sollen die gefunden Daten auch mit anderen Trends oder der Analyse von Ursache-Wirkungs-Beziehungen abgeglichen werden.

“Es wird darauf geachtet, dass die Ergebnisse nicht nur Grundlage für strategische Entscheidungen sind, sondern auch operativ genutzt werden können. Zudem rückt das Auffinden von neuen, bisher unbekannten Wissen in den Vordergrund”, kommentiert Co-Autor Martin Böhn, Head of Enterprise Content Management die Ergebnisse.

Wie BARC in der zusammen mit Attivio durchgeführten Studie festhält, sei es für Unternehmen vor allem wichtig, für das Thema Big Content nicht vorschnell bestimmte Datenquellen vorschnell auszuklammern, weil sich dadurch die Gefahr entstehe, dass Zusammenhänge oder Probleme nicht erkannt werden. Daher sei weniger die reine Sammlung als “das Verstehen und anschließende Nutzen der Informationen entscheidend”.

Aber natürlich müssen dafür nicht nur die grundlegende strategische Überlegungen angestrengt werden, sondern auch die richtigen technologischen Grundlagen geschaffen werden. In der Studie zeigt das Analystenhaus auch beispielhaft einige Nutzerszenarien für “Big Content Analytics” wie das Filtern und verknüpfen von strukturierten und unstrukturierten Daten auf. Am Freitag den 6. Juni hält BARC mit Attivio auch ein Webinar zu dem Thema.

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