Dogecoin-Mining: NAS-Botnetz erbeutet fast eine halbe Million Euro

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Ein Hacker nutzt dafür vier Schwachstellen im Linux-Betriebssystem von Synology-Geräten aus. Die Schadenssumme sowie den Nutzernamen des Kriminellen ermittelte Secureworks. Wahrscheinlich stammt er aus dem deutschsprachigen Raum.

Ein Hacker konnte eine Schwachstelle in Systemen für Network Attached Storage (NAS) ausnutzen, um das bisher vermutlich lohnendste illegale Mining einer Kryptowährung durchzuführen. Dell Secureworks geht in einem Blog davon aus, dass er Dogecoins im Wert von rund 450.000 Euro erbeuten konnte.

Logo DogecoinVier Schwachstellen haben die Unbekannten im linuxbasierten Betriebssystem der NAS-Boxen von Synology ausgenutzt, schreiben die Sicherheitsexperten. Im September 2013 seien diese Anfälligkeiten entdeckt und gemeldet worden. Kurz darauf habe zwar Synology Fixes bereitgestellt, dennoch konnte das Mining hauptsächlich im Januar und Februar durchgeführt werden.

Eine weitere Aktualisierung von Synology im Februar befasste sich mit aus diesen Schwachstellen resultierenden Problemen. Ein User hatte kurz zuvor auf Facebook berichtet, dass gekaperte Prozesse die gesamte CPU-Leistung auf seinem Gerät beanspruchen. Das Problem untersuchte Sicherheitsforscher Pat Litke von Secureworks und entdeckte dabei die Mining-Software CPUminer in einer speziell für Synology-Geräte kompilierten Version. Es ist ein legitimes Programm, dass Kriminelle oft illegal einsetzen.

Durch das Mining konnten die Hintermänner “über 500 Millionen Dogecoin, oder umgerechnet etwa 620.496 US-Dollar” sammeln, was rund 450.000 Euro entspricht. Das ermittelte der Forscher aufgrund der Blockchain. Dafür hat Secureworks allerdings den Kurs vom Frühjahr zugrunde legt. Aktuelle entsprechen 500 Millionen Dogecoin nur mehr 130.000 Euro.

Litke habe zudem einen Usernamen in einer Konfigurationsdatei namens folio.root3 entdeckt, schreibt er weiter. Secureworks konnte über Google somit die Github- und Bitbucket-Konten des Kriminellen ermitteln. Demnach ist er bereits mehrfach in der Malware-Welt aufgefallen. Hinweisen deuten auf eine Herkunft aus Deutschland hin. Schließlich steht auf der Github-Seite wörtlich: “Wird zeit meine sources zu sortieren & darüber 1-2 worte zu verlieren. Diese Github gesponsorte Project-page dient vorallem, der archivirung von paar meiner sources.”

Synology stellt inzwischen Hilfe für Kunden bereit, die von der Malware betroffen sind.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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