Watson: Kognitives Computing für das beste Rezept

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Den Supercomputer Watson, IBMs Ansatz für Cognitive Computing, vergleicht Software-Chef Patrick Bauer mit einem Formel-1-Rennwagen. Quelle: IBM

9000 Rezepte kann Watson in Form einer App in Echzeit nach den Vorlieben von Hobby-Köchen durchsuchen. Am Ende steht möglicherweise die perfekte Mahlzleit, ein erster “Vorgeschmack” auf die Segnungen des Cognitive Computings.

Matt Gross, Redatkeur bei Bon Appetit probiert erste Kreationen von Watson aus und ist begeistert. Quelle: IBM
Matt Gross, Redatkeur bei Bon Appetit probiert erste Kreationen von Watson aus und ist begeistert. Quelle: IBM

IBM gibt eine Kooperation der besonderen Art bekannt. Zusammen mit den Feinschmecker-Magazin Bon Appètit entwickelt der Technolgie-Riese jetzt eine App, die aus verschiedenen Parametern das beste Rezept findet.

Die App heißt “Chef Watson with Bon Appètit” und fasst nicht nur 9000 Bon Appetit-Rezepte zusammen sondern lässt auch beliebte Kombinationen, Zubereitungsarten oder auch Erkenntnisse von Lebensmittelchemikern einfließen. Chef Watson achte dabei auch auf regionale Besonderheiten und bringt auch Ergebnisse von Social Media Analysen ein, um herauszufinden, was den Menschen schmeckt.

Die Idee dahinter ist, den Menschen neue Rezepte und Kombinationen an die Hand zu geben. “Diese Gerichte hat Watson geliefert, nachdem er tausende Rezepte “gelesen” hatte und dabei ein detailliertes Bild der Verbindungen von Zutaten gewann”, kommentiert Matt Gross, Web-Redakteur von Bon Appetit in einem Blog. Und das beschränke sich nicht nur auf Kombinationen in Rezepten, sondern reiche durchaus bis auf chemisches Level.

In der Testküche von Bon Appètit hätten die Gourmets in den neuen Kombinationen von Watson wirklich neue Inspirationen gewinnen können. Selbst völlig alltägliche Zutaten wie etwa Mehl konnten so ganz verarbeitet werden.

Ganz neu ist diese Idee nicht. IBM lässt Watson schon länger nach neuen Rezepten fahnden. Auf dem Festival SXSW im März etwa hatte IBM zusammen mit dem Institut of Culinary Education bereits Watson erste Rezepte zusammenstellen lassen.

Für IBM ist das ein Weg zu zeigen, dass Watson sich nicht nur im Gesundheitswesen oder im Finanzsektor einsetzen lässt, sondern dass auch kreative Bereiche wie das Kochen von den Technologien in Watson profitieren können. Für IBM geht es also nicht nur darum, das Essen in den eigenen Kantinen aufzupeppen, sondern IBM selbst sieht Watson neben dem Cloud-Computing als wichtigsten Zukunftsmarkt.

Derzeit befindet sich die App “Chef Watson with Bon Appètit” in einer limitierten Betaphase. Interessierte können sich für das Programm bewerben. Die App lotst den Nutzer dann durch verschiedene Fragen, um dann zum besten Rezept zu finden.

Steve Abrams,  Director, IBM Watson Life, erklärt in einem Blog die Motivation hinter dem Projekt: “Unser Ziel ist, Menschen zu helfen, neue Potentiale in dieser neuen Ära des Computing aufzuzeigen, der Ära des kognitiven Computings. Solche System verarbeiten riesige Mengen an Daten, lernen aus den Interaktionen zwischen Menschen und Informationen, sie erörtern, machen Empfehlungen und beziehen die Menschen auf natürliche Weise mit ein.” Kochen ist da nur ein Beispiel für IBM. Berufe, ja ganze Industrien und “schließlich die gesamte Gesellschaft” werde durch diese neue Technologie verändert, erwartet IBM. “Indem wir kognitives Computing mit einem System illustrieren, können wir einen kleinen Vorgeschmack darauf geben”, erklärt Abrams. 

 

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