CloudE-GovernmentEnterpriseManagementRegulierungServer

Gartner senkt Prognose für weltweite IT-Investitionen

0 0 Keine Kommentare

Gartner geht für 2014 von einem Wachstum der IT-Ausgaben aus. Allerdings fällt das geringer aus, als zunächst angenommen. Die Marktforscher sehen dafür verschiedene Ursachen.

Gartner korrigiert die Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben nach unten. Quelle: Gartner
Gartner korrigiert die Prognose für die weltweiten IT-Ausgaben nach unten. Quelle: Gartner

Das Marktforschungsinstut Gartner gibt erneut eine Prognose zu den IT-Ausgaben für das Jahr 2014 ab. So steigern sich die weltweiten Investitionen im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt werden in diesem Jahr wohl 3,7 Billionen US-Dollar und damit 2,1 Prozent mehr als im Jahr 2013 ausgegeben werden. Ursprünglich hatten die Marktforscher jedoch einen Anstieg von 3,2 Prozent prognostiziert.

Die Analysten machen vor allem eine Stagnation in den Bereichen Devices, Systeme für Rechenzentren und auch in den IT-Services für diese Korrektur verantwortlich. “Preisdruck wegen wachsenden Konkurrenzkämpfen, das Fehlen von Produktdifferenzierungen und die wachsende Verfügbarkeit von brauchbaren Alternativen haben sich negativ auf die Aussichten bei kurzfristigen IT-Ausgaben ausgewirkt”, kommentiert Richard Gordon, Managing Vice President bei Gartner.

Gordon rechnet allerdings damit, dass sich in den Jahren zwischen 2015 und 2018 die Ausgaben wieder normalisieren. Denn dann würden sich die Pricing-Strategien der Anbieter und die Einkaufsstrategien der Anwender wieder aneinander anpassen. “Die IT erreicht nun ihre dritte Entwicklungsphase und bewegt sich damit weg von einem Fokus, der auf Technologien und Prozesse gerichtet ist, hin zu einer Ausrichtung auf künftige und neue Geschäftsmodelle, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden.”

Der Divices-Markt – in diese Kategorie fallen PCs, mobile Rechner, Smarthphones, Tablets oder auch Drucker – wird laut Gartner-Prognose zwar wachsen, allerdings nicht mehr so schnell wie bisher. Im Vergleich zu 2013 erwarten die Analysten ein Wachstum von 1,2 Prozent auf 685 Milliarden Dollar. Dafür sei mitentscheidend, dass der US-Markt für Tablets eine Penetration von 50 Prozent erreicht. Die Kunden würden daher weniger hochwertige Geräte kaufen.

Noch geringer fallen die Investitionen in die Rechenzentren aus. Um lediglich 0,4 Prozent sollen hier die Investitionen im Vergleich zum Vorjahr auf einen Wert von 140 Milliarden Dollar ansteigen. Nach wie vor unter Druck sei demnach der Server-Markt. Die Abkehr von High-End-Servern der Nutzer mache sich noch immer bemerkbar. Anwender setzen auf günstige Standard-Hardware. Vor allem im Segment mit Kundenkontakt ziehen zwar die Investitionen in High-End-Systeme an, heißt es von Gartner, doch auch hier scheinen die Anwender eher auf günstige Systeme zu setzen. Ebenfalls unter Druck sind External Controller Based Storage (ECB). Unausgelastete Systeme und Cloud-Storage-Angebote drücken hier die Investitionen. Und auch hier sind die Anwenderunternehmen auf der Suche nach günstigeren Hardware-Alternativen.

Mit 3,8 Prozent Wachstum auf 967 Milliarden Dollar können hingegen IT-Services stark zulegen. Dieser gute Wert sei aber auch einem schwachen 2013 geschuldet. Viele Anbieter haben zudem die Preise im Cloud-Storage-Service-Markt dramatisch reduziert und günstige Public Cloud Services verdrängen derzeit traditionelle Data-Center-Outsourcing-Services. Weil sich Unternehmen aktuell lieber kleine und risikoarme Projekte vornehmen, wachsen auch Implementierungsservices nicht so stark wie ursprünglich erwartet.

321 Millarden Dollar und damit 6,9 Prozent mehr als im Vorjahr wollen Unternehmen für Software ausgeben. Große Datenmengen, Digitalisierung und Big Data treiben vor allem den Markt für Datenmanagement-Systeme (DBMS). Daher investieren auch mehr Unternehmen als erwartet in Infrastruktur-Software. Etwas geringer als erwartet fallen hingegen die Ausgaben in Anwendungen aus. Die schwachen PC-Verkäufe drücken zudem auf den Verkauf von Office-Suite und auf Digital Content Creation (DCC).

Im Telekom-Service-Markt erwarten die Marktforscher ein Wachstum von 0,7 Prozent. 2014 wird dieser Markt weltweit ein Volumen von 1,6 Billionen Dollar umfassen. Allerdings werden die durchschnittlichen Umsätze pro Nutzer jährlich um etwa 10 Prozent sinken. Dafür sei ein wachsender Konkurrenzkampf zwischen den Anbietern und neuen Low-Cost-Services, die mit Werbung gegenfinanziert sind, laut Gordon verantwortlich. Der Rückgang der Umsätze falle damit aber höher aus, als ursprünglich erwartet.

Auch die Marktforscher von IDC mussten ihre Prognosen erst vor wenigen Wochen für 2014 nach unten korrigieren. Anders als Gartner nennt IDC jedoch keine absoluten Zahlen. Die Marktforscher sind dennoch etwas optimistischer, was die Prognose anbetrifft. Um 4,1 Prozent würden die Investitionen wachsen, so IDC. Allerdings haben die Marktforscher damit die Prognose für 2014 bereits zum dritten Mal nach unten korrigiert (zunächst wurden 5, dann 4,6 Prozent Wachstum vorhergesagt). IDC geht davon aus, dass in reifen Märkten die Anwender vor allem die zweite Jahreshälfte nutzen werden, um veraltete Infrastrukturen auszuwechseln.

Table 1. Worldwide IT Spending Forecast (Billions of US Dollars)

 

2013

Spending

2013

Growth (%)

2014

Spending

2014

Growth (%)

2015

Spending

2015

Growth (%)

Devices

677

1.1

685

1.2 725 5.8
Data Center Systems

140

-0.1

140

0.4 144 2.9
Enterprise Software

300

5.1

321

6.9 344 7.3
IT Services

932

0.0

967

3.8 1,007 4.1
Telecom Services

1,624

-1.2

1,635

0.7 1,668 2.0
Overall IT

3,673

0.0

3,749

2.1 3,888 3.7

Source: Gartner (June 2014)

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

Folgen