Wie ausgereift ist Ihr Enterprise Mobility-Ansatz?

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Die Zeiten, in denen Unternehmen Enterprise Mobility ignorieren konnten, sind vorbei. IT-Verantwortliche unabhängig der Firmengröße müssen sich heutzutage mit dem mobilen Zugriff auf die IT-Systeme und Applikationen ihres Unternehmens auseinandersetzen. Im schlechtesten Fall geschieht dies lediglich, um Risiken durch die private Nutzung von Smartphones, Tablets & Co. durch Fachbereichs-Mitarbeiter zu minimieren.

Auch wenn immer weniger Unternehmen heutzutage Mobility ignorieren, gibt es doch eine große Bandbreite hinsichtlich des Umfangs und Fokus mit den Unternehmen das Thema adressieren. Auf dem einen Ende des Spektrums befinden sich Firmen, die einen reaktiven und defensiven Ansatz verfolgen. Bei Ihnen geht es primär um Risikominimierung und Kosteneinsparungen. Das andere Extrem ist durch Unternehmen gekennzeichnet, die die Beschaffung, Entwicklung und Verwaltung von mobilen Geräten, Applikationen und Inhalten anhand eines umfänglichen Lebenszyklus-Management-Ansatzes verfolgen. Diese sehen Smartphones und Tablets als primären Zugangspunkt zu den IT-Systemen des Unternehmens und als Möglichkeit, Geschäftsprozesse zu optimieren. Eine Vielzahl an Mobility-Ansätzen liegt jedoch zwischen diesen beiden Extremen.

Vor diesem Hintergrund hat IDC das Enterprise Mobility Reifemodell entwickelt, dass darauf abzielt, das breite Spektrum an Mobility-Ansätzen einzuordnen und Unternehmen bei ihrer Herangehensweise an Enterprise Mobility zu unterstützen. Dabei unterscheiden wir die fünf Entwicklungsstufen Ad-Hoc, Opportunistic, Repeatable, Managed und Optimized (Vgl. Abbildung).

Quelle: IDC 2014
Quelle: IDC 2014

Unternehmen in der Ad-Hoc-Stufe sind insbesondere durch ein Reagieren (bspw. auf eine Initiative des Wettbewerbers) und Experimentieren gekennzeichnet. Häufig handelt es sich um Mobility-Pilotprojekte. Undurchdachte und unkontrollierte BYOD-Projekte, die in vielen Unternehmen auf Druck von Mitarbeitern aus den Fachbereichen entstanden sind, sind Paradebeispiele für die Ad-hoc-Phase. Durch fehlende Sicherheitsmaßnahmen in Hinblick auf Geräte, Applikationen und Inhalte entstehen potentielle Gefährdungen für Unternehmen.

In der zweiten Stufe (Opportunistic) beginnen IT-Organisationen damit, die Anforderungen von Mitarbeitern einzufangen und strukturierte Prozesse zu implementieren. Die IT versucht Sicherheitsrisiken, die in der Ad-Hoc-Phase entstanden sind, zu mäßigen – beispielsweise durch die Bestimmung von Zugriffsrechten oder Maßnahmen zur Sicherung von Gerätedaten.

Die ersten beiden Phasen sind primär auf mobile Endgeräte und weniger auf Applikationen und Mitarbeiter ausgerichtet. Bei ihnen stehen Kosteneinsparungen und nicht die Optimierung von Geschäftsabläufen im Vordergrund.

Mobility wird in der Repeatable-Phase zunehmend auf eine strategische Ebene gehoben und durch wesentliche Entscheidungsträger in der Organisation unterstützt. Mobility-Initiativen werden stärker als ein Mittel gesehen, um Geschäftsprozesse zu beschleunigen, Kundenerfahrungen zu verbessern, Umsätze zu steigern und Kosten zu senken. IT-Organisationen in der dritten Reifephase sind durch ein strukturierteres Mobile Application Lifecycle Management gekennzeichnet, sind aber dennoch sehr auf externes Know-how bei komplexen Mobility-Lösungen angewiesen.

Unternehmen der vierten Stufe (Managed) zielen durch Enterprise Mobility darauf ab, sich im Wettbewerb zu differenzieren. Dies kann beispielsweise durch die Implementierung von Apps für gewisse Geschäftsprozesse oder Kundengruppen geschehen. In dieser Phase werden zunehmend interne Ressourcen eingesetzt. Die IT beginnt damit, in mobile Infrastrukturen und Plattformen zu investieren, um skalierbare Mobility-Fähigkeiten zu entwickeln.

Im höchsten Reifegrad (Optimized) zielen Unternehmen nicht nur darauf ab, Mitarbeiter durch mobile Lösungen zu unterstützen, sondern auch ihre Geschäftspartner, Lieferanten und Kunden – sprich den gesamten Channel. Betriebe in dieser Phase haben agile End-to-End Mobile Application Lifecycle-Strategien, die Anforderungsanalyse, Business Process Redesign, Deployment-Fähigkeiten sowie Support-Strukturen umfassen.

Nach Einschätzung von IDC befindet sich ein Gros der deutschen Unternehmen derzeit in der Repeatable-Phase, in der Betriebe Enterprise Mobility nicht länger als Problem sehen, das es zu lösen gilt, sondern als Möglichkeit, Geschäftsprozesse und –ziele zu verbessern bzw. zu erreichen. Firmen in dieser Reifephase setzen sich mit Plattformen und Tools auseinander, um eine robuste Mobility Software Infrastruktur aufzubauen.

Nichtsdestotrotz sind Unternehmen der Repeatable-Stufe in einer frühen Phase des proaktiven Mobility-Ansatzes. Sie müssen ihre Herangehensweise kontinuierlich in Hinblick auf eine stärker geschäftsorientiere Enterprise Mobility-Strategie weiterentwickeln. Wir erwarten, dass Unternehmen in den kommenden Monaten bestehende Hürden überwinden und in unserem Enterprise Mobility-Reifemodell “aufwärts” wandern werden – in Richtung eines “Mobile First”-Mobility-Ansatzes.