InfiniBand: IBM liefert Super-Computing aus der Cloud

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Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Konstrukteure oder Finanzinstitute können ab Herbst in IBMs Cloud-Rechenzentren auch Anwendungen prozessieren, für die bislang Super-Computer nötig waren. Möglicht macht das InfiBand als optionaler Netzwerk-Standard in SoftLayer.

IBM erweitert das Netzwerk-Angebot der Cloud-Tochter SoftLayer. Künftig können Anwender auch die vor allem im High-Perfomance-Compunting (HPC) beheimatete Netzwerk-Technologie InfiniBand als Option auswählen. InfiniBand beschleunigt den Datentransfer zwischen Bare-Metal-Servern und senkt Latenzzeiten innerhalb der Server-Architektur.

Damit können Daten zwischen zwei Rechnerknoten von bis zu 56 Gigabit pro Sekunde übertragen werden, Theoretisch lassen sich damit innerhalb eines Tages die Informationen von 30.000 Blu-ray-Discs zwischen zwei Server-Nodes hin und her schicken. Zum Vergleich: Mit Gigabit Ethernet sind 40 GBps möglich. InifiniBand ist derzeit auch unter den weltweit schnellsten 500 Superrechnern der vorherrschende Standard. 222 Systeme setzen derzeit auf Infiniband. Gigabit Ethernet hingegen kommt nur bei 127 Systemen zum Einsatz.

Anwender können damit auch Workloads in die Cloud auslagern, die bisher über Supercomputer erledigt wurden. Die neue Option soll im dritten Quartal 2014 verfügbar sein, wie es von IBM heißt. Damit kann IBM SoftLayer auch als Option für sehr rechenintensive Projekte platzieren. Zudem verfügt der InfiBand-Standard auch über weitere Vorteile gegenüber anderen Netzwerktechnologien, etwa bei der Ausfallsicherheit, Verfügbarkeit und bei der Administrierbarkeit.

“Mehr und mehr Unternehmen verlagern die anspruchvollsten Workloads in die Cloud und sie verlangen, dass Anbieter ensprechende Netzwerkleistung bieten, um hier Schritt zu halten”, so Lance Crosby, CEO des IBM-Unternehmens SoftLayer.

Über die neue Option können Anwender Bare-Metal-Server in einem private Cluster innerhalb der SoftLayer-Services verbinden. Auf diese Weise lassen sich mehrere hundert Knoten verbinden. InfiniBand sorgt dabei nicht nur für höhere Bandbreiten, sondern auch für kürzere Reaktionszeiten. Damit können auch Anwendungen aus der Finanzbranche, CAD oder aus der Forschung in der Cloud realisiert werden, wie IBM mitteilt.

Interessant ist dieser Dienst auch für Organisationen, die diese Rechenleistung nicht ständig, sondern nur für bestimmte oder einzelne Projekte brauchen. Als Verbindung zwischen Unternehmen und IBM-Rechenzentrum bietet IBM die Option Direkt Link  darüber können Unternehmen ihr On-Premises-Netzwerk in die SoftLayer-Cloud erweitern. Als Übertragungsraten stehen hier über verschiedene Provider wahlweise 1Gbps oder10Gbps zur Verfügung.

Die Verbindung zwischen SoftLayer-Rechenzentrum und Anwender-Netzwerk ermöglicht IBM über die Funktion Direct Link. Ab Herbst können Anwender aber auch Server-Cluster im SoftLayer-Rechenzentrum über InfiniBand verbinden. Quelle: IBM
Die Verbindung zwischen SoftLayer-Rechenzentrum und Anwender-Netzwerk ermöglicht IBM über die Funktion Direct Link. Ab Herbst können Anwender aber auch Server-Cluster im SoftLayer-Rechenzentrum über InfiniBand verbinden. Quelle: IBM

IBM hatte 2012 etwa 2 Milliarden Dollar für das Unternehmen SoftLayer bezahlt. Zudem will IBM weitere 1,2 Milliarden Dollar in den Ausbau der SoftLayer-Infrastruktur ausgeben und damit weltweit 40 Rechenzentren bis 2015 errichten. Neben inzwischen 100 Business-Services, will IBM zudem in die Entwicklung des Blue-Mix-Framework eine weitere Milliarde investieren.

Preise für die neue Netzwerkoption hat IBM bislang nicht bekanngegeben. IBM erklärt jedoch, dass besonders Anwender von dem neuen Angebot profitieren, die es zusammen mit IBM Elastic Storage, IBM Platform LSF oder dem Workloadmanagement Platform Symphony einsetzen.

 

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