Cloud-Markt: Microsoft und IBM holen gegen AWS auf

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Der Martkanteil von Amazon Web Services schrumpft. Besonders die beiden Konkurrenten Microsoft und IBM SoftLayer können derzeit die Anteile Steigern. Auch Google Compute Engine kann zulegen, allerdings bleibt Google hinter dem Wachstum von Azure und Softlayer zurück.

Vor allem IBM und Microsoft können dank ihrer Angebote für Cloud-Dienste gegenüber den Markführer Amazon aufholen, wie aktuelle Zahlen des Marktforschungsinstitutes Synergy Research Group belegen. Unter Umsätzen mit der Cloud-Infrastruktur versteht Synergy sämtliche Angebote von Infrastructure-as-a-Services über PaaS bis hin zu PaaS sowie privaten und hybriden Modellen.

Demnach konnte Amazon den Umsatz aus Cloud-Diensten im zweiten Quartal 2014 um 49 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal steigern. Im gleichen Zeitraum steigert IBM den Umsatz um 86 Prozent und Microsoft sogar um 164 Prozent. Google fällt hier beim Wachstum etwas zurück: die Steigerung beläuft sich lediglich auf 47 Prozent. Damit bleiben die Marktanteile von Amazon und Google in etwa stabil, kommentieren die Autoren der Studie.

Laut Studie hätte der Markt damit 3,7 Milliarden Dollar im zweiten Quartal erreicht, was einem Wachstum des Gesamtmarktes um 45 entspricht. Die Marktforscher schätzen, dass die Umsätze für das Gesamtjahr 2014 die Marke von 13 Milliarden “bequem” überschreiten werden.

Microsoft und IBM machen im zweiten Quartal Marktanteile gut. Amzon und Google hingegen stagnieren auf Vorjahres-Niveau. Quelle: Synergy Research
Microsoft und IBM machen im zweiten Quartal Marktanteile gut. Amzon und Google hingegen stagnieren auf Vorjahres-Niveau. Quelle: Synergy Research Group

Damit erfüllt sich eine Erwartung, die Beobachter schon lange vorhersagen: Die Zeiten, als Amazons Marktanteil größer war als der der vier größten Verfolger scheinen damit vorbei zu sein, wie es von Synergy heißt.

AWS sorge im Schnitt pro Quartal für einen Umsatz von 1 Milliarde Dollar, und diese Umsätze stammen nahezu vollständig aus Cloud-Infrastructure-Services. Auch IBM und Microsoft geben etwa solche Summen an. Allerdings generieren diese beiden Unternehmen ihre Umsätze vor allem durch Software und entsprechende Servcies. Hinzu kommen der Verkauf von Hardware für Cloud-Umgebungen und entsprechende Services.

“Damit wird klar, dass sich auch AWS schlussendlich einem harten Konkurrenzkampf gegenüber sieht”, kommentier John Dinsdale, Chief Analyst and Research Director bei Synergy. “Bis zu diesem Quartal konnte Amazon von sich behaupten, größer als die vier größten Verfolger zu sein, doch nun ist zumindest ein Juwel aus der Krone gefallen. Nach wie vor ist Amazon ein unangefochtener Marktführer, doch Microsoft kann große Zugewinne bei IaaS und PaaS machen. IBM hat jetzt die klare Führerschaft im Segment private und hybrid Infrastructure Services.”

Es zeige sich damit auch, dass Unternehmen wie Microsoft und IBM nicht nur leere Versprechungen machen, sondern tatsächlich aggressiv in diese Angebote investieren und das äußert sich jetzt auch in den Verkaufszahlen. Für Google scheint aber das eigene Cloud-Angebot offenbar nicht oberste Priorität zu genießen. Auffällig ist, dass in dieser Statitsti Oracle keine Rolle zu spielen scheint. Im zweiten Quartal kann Oracle ein Wachstum mit Cloud-Umsätzen um 25 Prozent auf 322 Millionen Dollar ausweisen. Wie die Konkurrenten von Microsoft und IBM auch erwirtschaftet Oracle laut eigenen Angaben mit Cloud SaaS und PaaS 1,1 und mit Cloud IaaS weitere 456 Millionen Dollar im zurückliegenden Geschäftsjahr.

Die laut Synergy führenden Cloud-Lieferanten. Quelle: Synergy
Die laut Synergy führenden Cloud-Lieferanten. Quelle: Synergy

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