SAP-Betriebsrat stoppt Gespräche über Stellenabbau

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Bei SAP SE sollen Stellen gestrichen werden, um das Unternehmen für das neue Vertriebsmodell der Cloud anzupassen. Doch in Deutschland scheint der Umbau nicht ganz so problemlos wie in anderen Ländergesellschaften zu laufen.

SAP AG heißt jetzt SAP SE. Auch als Europäische Gesellschaft (Societas Europaea) soll der Stammsitz in Walldorf erhalten bleiben. Quelle: SAP
SAP AG heißt jetzt SAP SE. Auch als Europäische Gesellschaft (Societas Europaea) soll der Stammsitz in Walldorf erhalten bleiben. Allerdings muss McDermott für den Umbau des Konzerns hin zu einem Cloud-Unternehmen auch Stellenstreichungen vornehmen. Quelle: SAP

Die Gespräche über den geplanten Stellenabbau in Deutschland sollen nicht weitergeführt werden, das haben am Sonntag der Betriebsrat der SAP und auch das Unternehmen bestätigt. Die Arbeitnehmervertreter bemängeln, dass der Konzern nicht erläutern könne, aus welchen Gründen bestimmte Stellen von dem Abbau betroffen sind.

Nun werden die beiden Verhandlungspartner in einem nächsten Schritt vor die Schlichtungsstelle treten. Das Verfahren könnte laut Angaben des Betriebsrates Mitte September starten.

Gegenüber der DPA erklärte ein Unternehmenssprecher jedoch, man sei in dieser Sache sämtlichen Pflichten nachgekommen, auch der Spiegel berichtet von den gescheiterten Gesprächen.Wie der Mannheimer Morgen berichtete, sollen in Deutschland 318 Stellen abgebaut werden.

Damit fallen die Streichungen im Vergleich zu anderen Regionen wie Irland, China oder Indien wie es vom Betriebsrat heißt, eher “dünn” aus. Insgesamt sollen jedoch 2000 Stellen gestrichen und bis Ende des Jahres weltweit 3000 neue Stellen wieder aufgebaut werden.

Laut einer Mitteilung des Betriebsrates habe SAP den Betroffenen “the highest possible standards of respect and fairness” zugesichert. Leistung, Gehalt oder Krankheit würden bei der Auswahl keine Rolle spielen. Es gehe vielmehr um Mitarbeiter, “die an Themen arbeiten, die gestoppt oder in andere Bereiche/Teams verschoben werden und/oder deren “Skill-set” in Hinblick auf den zukünftigen Bedarf in strategischen Bereichen nicht mehr passen”, so der SAP-Betriebsrat.

Bislang aber seien noch keine Weiterqualifizierungs-Angebote an den Betriebsrat oder Betroffene herangetragen worden. Weiter bemängeln die Arbeitnehmervertreter, dass in bestimmten Bereichen bis zu 10 Prozent der Stellen wegfallen und andere Bereiche fast gar nicht betroffen sind. Das Resümee des Betriebsrates lautet daher: “Insgesamt macht die ganze Reorganisation einen sehr chaotischen Eindruck.”

Unter dem Motto ‘Smplify and Optimize’ will Bill McDermott die frisch gebackene SE vom einer Unternehmensstruktur, die darauf abzielt, Lizenzen fest installierter Software zu vertreiben, in ein Cloud-Unternehmen umbauen. Etwa drei Prozent der Mitarbeiter sollen daher abgebaut werden, hatte Bill McDermott bei der Bekanntgabe der Pläne erklärt. Weltweit beschäftig SAP derzeit 67.700 Mitarbeiter, 17.200 Stellen davon in Deutschland. Ende 2014 aber würde SAP mehr Angestellte beschäftigen als vor den Umstrukturierungsmaßnahmen.

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