Microsoft will internen IT-Betrieb bis 2018 auf Azure umstellen

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Das “ideale Migrationsszenario” sei Azure für Legacy-Infrastruktur-Komponenten. Microsoft wolle damit selbst zum besten Kunden für die eigenen Produkte werden. Doch auch wenn Microsoft selbst zu einem Cloud-driven Business werden will, ist mittelfristig lediglich eine Hybrid-Cloud möglich.

Anstatt ältere Hardware-Systeme in einem Rechenzentrum gegen eine neue Infrastruktur auszutauschen, hat sich Microsoft offenbar dazu entschieden, Legacy-Anwendungen in die eigene Cloud-Lösung zu migrieren. Bei neuen Anwendungen und Workloads gilt in Redmond indes längst die Devise, Azure als Standar-Infrastruktur zu verwenden. Nun soll diese Policy auch auf bestehende Komponenten angewand werden.

Das geht aus einem internen Dokument hervor, das dem auf Cloud-Lösungen spezialisierten Branchendienst The Whir vorliegt. Der Umzug älterer Systeme auf neuere Hardware würde Microsoft laut dem auf Mai 2014 datierten Dokument rund 200 Millionen Dollar kosten. Daher habe sich das Unternehmen entschieden, sämtliche kompatible Infrastrukturkomponenten bis zum Ende des Geschäftsjahres 2018 im Juni dieses Jahres auf Azure umzuziehen. Selbts für Microsoft ist das ein Ambitioniertes Projekt.

Die Anwendungen will Microsoft IT, die Organisation, die für den internen IT-Betrieb für die weltweit 190000 Mitarbeiter von Microsoft verantwortlich ist, als Public Cloud, als Virtual Private Azure Cloud oder in Form einer Azure Virtual Machine betreiben.

Auch wenn Azure künftig bei Microsoft die wichtigste Infrastruktur wird, kommt Redmond doch um normale Rechenzentren mittelfristig nicht herum. Quelle: Microsoft
Auch wenn Azure künftig bei Microsoft die wichtigste Infrastruktur wird, kommt Redmond doch um normale Rechenzentren mittelfristig nicht herum. Quelle: Microsoft

Demnach gibt es offenbar auch Lösungen, die sich nicht auf Azure betreiben lassen. Das Microsoft-Dokument nennt hier den Active Directory Domain Services (AD DS) das Domain Name System (DNS), die Windows Server Update Services sowie den Microsoft System Center 2012 Configuration Manager. Diese Funktionen wolle Microsoft daher auch weiterhin aus einem On-Premise-Datenzentrum heraus betreiben. Daher setzte Microsoft auch weiterhin auf eine hybrid Cloud.

Lösungen, die sensible Daten abdecken, werden laut dem Migrationsplan erst gegen Ende des Projektes umgezogen werden.

Insgesamt werden im Zuge dieser Umstellung rund 14000 Betriebssystem-Instanzen auf in Azure umgezogen. Neben Azure kommen für dieses Projekt auch das Microsoft Assessment and Planning Toolkit, System Center 2012, Server 2012, Windows Azure Pack for System Center und FacFinder des Hersteller BlueStripe Software  zum Einsatz.

Die Lösung FactFinder Enterprise erlaubt es individuelle Transaktionen über das Unternehmen hinweg zu verfolgen. Damit lasse sich Abhängigkeiten aufspüren.

Im Zuge der Umstellung werde Microsoft auch insgesamt vier traditionelle Rechenzentren an drei Standorten schließen.

In einem Technet-Blog heißt es von Microsoft “Wir wollen der erste und beste Kunde sein indem wir Produkte und Services zunächst intern installieren und teste, bevor wir sie an unsere Anwender ausrollen.”

Microsoft folgt damit der Strategie “Cloud und Mobile First”. Zudem könne Microsoft auf diese Weise Erfahrungen bei der Migration auf Azure sammeln und diese dann in die weitere Produktentwicklung und in die Services für die Anwender einfließen lassen.

Die Migration werde im großen und ganzen in zwei Modellen von Statten gehen. Mit ‘Lift and shift’ werden bestehende virtuelle Maschinen in die Cloud verschoben. Besteht bereits eine private Cloud, werden die virtuellen Maschinen “exportiert” und dann in Azure überführt. Physikalische Infrastrukturen werden zunächst in eine virtuelle Maschine konvertiert und dann nach Azure verschoben.

Wenn sich diese Verfahren nicht anwenden lassen, greife das Konzept ‘Build in the cloud’. Das bedeutet, dass Microsoft die Kernfunktionen in Azure nachbildet und anschließend in die Anwendungen in die Cloud hebt. Auch wenn diese Methode etwas mehr Administration bedarf gebe es doch auch einige Vorteile, so seien die VM-Builds innerhalb von etwa 20 Minuten bereit und die Builds seien Standard-kompatibel und würden dann eine einheitliche Nutzererfahrung bieten.

Eine weitere wichtige Frage bei der Migration sei die Frage, welche Anwendung zuerst in die Cloud gehoben wird, daher würden im Vorfeld mehre Vorbereitungen getroffen: Die Migration darf nicht währen einer hohen Auslastungsphase statt finden, zudem sollten verantwortliche Personen den Prozess begleiten.

 

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