Nie wieder Heartbleed – OpenSSL mit neuer Sicherheitsrichtlinie

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Ein dreistufiges System soll die Sicherheit des verbreiteten Projektes verbessern. Lecks der höchsten Gefährdungsstufe sollen zunächst geheim bleiben, um zu verhindern, dass diese Fehler ausgenutzt werden.

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Der Heartbleed-Bug hat weite Kreise gezogen. Eine neue Richtlinie soll nun den Umgang mit Sicherheitslecks bei der quelloffenen Verschlüsselungstechnologie OpenSSL festlegen.

Das Team des OpenSSL-Projektes hat nun Sicherheitsleitlinien vorgestellt, über die das Projekt den Umgang mit Sicherheitslücken festlegt. In dem Papier wird erläutert, wie die Bereitstellung von Sicheheitsfixes gehandhabt wird und welche Institutionen und Personen vor dem Erscheinen eines Updates über Anfälligkeiten informiert werden sollen.

Das Projekt teilt Schwachstellen künftig in drei Risikogruppen ein: hoch, mittel und niedrig. Um die Einstufung hoch zu erhalten, muss eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen Exploit geläufiger Konfigurationen von OpenSSL bestehen, etwa durch eine Denial-of-Service-Attacke, ein Speicherleck oder Remotecodeausführung. Solche Lücken will das Projekt zunächst geheim halten. Eine Reihe von Linux- und BSD-Distributoren sollen jedoch vorab Informationen und Patches erhalten, damit diese fehlerbereinigte Pakete für Nutzer erstellen und Rückmeldungen geben können.

“Diese [schwerwiegenden] Schwachstellen werden geheim gehalten und ein neues Release aller unterstützter Versionen zur Folge haben”, heißt es in der am 7. September veröffentlichten Sicherheitsrichtlinie. “Wir werden versuchen, die Zeit, die diese Lücken unter Verschluss bleiben, so kurz wie möglich zu halten; unser Ziel ist maximal ein Monat, wenn wir es unter Kontrolle haben. Wenn ein bedeutendes Risiko besteht oder wir davon Kenntnis haben, dass der Fehler ausgenutzt wird, werden wir das auch deutlich schneller veröffentlichen.”

Sollte ein Distributor Schwachstellen durchsickern lassen oder keinen “Mehrwert” in Form von Rückmeldungen, Testergebnissen oder Korrekturen liefern, behält sich das OpenSSL-Projekt vor, diesen bei künftigen Problemen nicht mehr vorab zu informieren.

Mittelschwere Anfälligkeiten sollen zunächst ebenfalls geheim gehalten und mit dem nächsten OpenSSL-Release beseitigt werden, das gleich mehrere solcher Lücken schließt. Schwachstellen, von denen ein niedriges Risiko ausgeht, will das Projekt direkt im Entwicklungszweig beheben und möglicherweise auch in älteren unterstützten Versionen von OpenSSL schließen. Diese Lecks aber sind kein Grund für ein neues Release, wie es in den Richtlinien heißt.

Auch wenn es sich zu Transparenz hinsichtlich Sicherheitslücken verschrieben habe, sei es entscheidend, dass diese zunächst geheim gehalten würden, bis ein Fix bereitstehe, so das Projekt. “Je mehr Leute man im Voraus darüber informiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Leak kommt. Wir haben dies schon zuvor beobachtet, sowohl bei OpenSSL als auch bei anderen Projekten.”

In der Vergangenheit habe man über Dritte wie CPNI, oCERT oder CERT/CC über Sicherheitslücken informiert, was sich jedoch als ungeeignet herausgestellt habe, so das Projekt weiter. “Es ist im besten Interesse des Internets als Ganzes, Fixes für OpenSSL-Lücken schnellstmöglich herauszubringen. OpenSSL-Embargos sollten in Tagen und Wochen gemsssen werden, nicht in Monaten oder Jahren.”

Das Konzept, dass Nutzer gegen Zahlung vorzeitig über Sicherheitslücken informiert werden, hat das Projekt verworfen. “Es ist nicht akzeptabel, dass Organisationen vorzeitige Informationen zu Marketingzwecken und als Wettbewerbsvorteil einsetzen. Wir glauben fest daran, dass das Recht, über Patches informiert zu weden, in keiner Weise davon abhängen soll, zahlendes Mitglied irgendeines Forums zu sein.”

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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ZDNET.

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