BetriebssystemE-GovernmentManagementOpen SourceRegulierungSoftwareWorkspace

Dronecode: Linux Foundation und Drohnen-Anbieter starten Open-Source-Projekt

0 0 Keine Kommentare

Die Linux Foundation und neun Hersteller wollen mit Dronecode die Entwicklung unbemannter Luftfahrzeuge voranbringen. Über 1200 Entwickler arbeiten momentan an einer gemeinsamen Open-Source-Plattform. Die Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Test sollen bis 2024 auf 91 Milliarden Dollar ansteigen.

Die Linux Foundation hat den Start des Dronecode-Projekts bekannt gegeben. Gemeinsam mit neun Drohnenherstellern will die Organisation eine Open-Source-Plattform für Drohnen-Software schaffen. Zu den Gründungsmitgleidern gehören 3D Robotics, Box, DroneDeploy, jDrones, Laser Navigation, SkyWard, Squadrone System, Walkera und Yuneec.

Logo DronecodeAn Dronecode arbeiten bereits über 1200 Entwickler. Zu den einzelnen Projekten gehören unter anderem APM, Mission Planner, MAVLink und DroidPlanner. Den Vorsitz des Technical Steering Committee (TSC) übernimmt Andrew Tridgell. Er ist Chef-Betreuer der APM-Entwicklung und hat als Entwickler am Samba File Server gearbeitet.

“Open-Source-Software und Kollaborative Entwicklung sind die treibenden Kräfte hinter Technologien in den angesagtesten und fortschrittlichsten Gebieten. Das Dronecode-Projekt ist ein perfektes Beispiel dafür“, erklärte Jim Zemlin, Executive Director der Linux Foundation. “Indem die Dronecode-Community zu einem ‘Linux Foundation Collaborative Project’ wird, kann sie auf die Ressourcen zurückgreifen, die ein solch massives Projekt in seiner Durchbruchphase braucht. Das Ergebnis werden noch größere Innovationen und eine gemeinsame Plattform für Drohnen- und Robotik-Open-Source-Projekte sein.“

Dronecode soll vor allem für nicht-kommerzielle beziehungsweise nicht-militärische Zwecke genutzt werden. Das Projekt richtet sich unter anderem an die Umweltforschung, Natur- und Tierschutz sowie an Rettungsdienste. “Die Einsatzmöglichkeiten für Drohnen sind grenzenlos. Einige unserer Kunden verwenden Drohnen, um damit Extremaufnahmen und Hollywood-artige Luftaufnahmen mithilfe komplett autonomer System zu machen“, verrät Antoine Level, CEO und Mitbegründer von Squadrone System.

Aaron Levie, CEO von Box, sieht Drohnen im Bau-, Landwirtschafts- und Energiesektor. Mit ihnen werde die Zahl an digitalen Daten und Inhalten stark zunehmen, “die in der Cloud sicher gespeichert, geteilt und verarbeitet werden müssen.”

Darüber hinaus eröffnen die Fähigkeiten der Drohnen zur Analyse, Speicherung und Darstellung von Daten ganz neue Anwendungsfelder im Geschäftskontext, heißt es in einer Pressemitteilung der Linux Foundation.

Einer Prognose des Marktforschungsinstituts Teal Group zufolge werden in den nächsten zehn Jahren die weltweiten Ausgaben für Forschung, Entwicklung und Test von Drohnen auf 91 Milliarden Dollar ansteigen. Das Dronecode-Projekt soll die Innovationen dieser Technologien unterstützen und die Integration besserer, günstigerer und zuverlässigerer Open-Source-Software für unbemannte Luftfahrzeuge vorantreiben.

Das Dronecode-Projekt ist ein “Linux Foundation Collaborative Project”. Collaborative Projects sind unabhängig finanzierte Software-Projekte, die sich das Prinzip der kollaborativen Entwicklung zunutze machen, um Innovationen in verschiedensten Branchen und Forschungsgebieten voranzutreiben. Indem sie den kollaborativen Geist des größten Entwicklungsprojekts für kollaborative Softwareentwicklung verbreitet, stellt die Linux Foundation den nötigen Kollaborations- und Organisationsrahmen zur Verfügung, damit sich Projektinitiatoren auf Innovationen und Ergebnisse konzentrieren können.

Tipp: Wie gut kennen Sie sich mit Open Source aus? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Andre ist Jahrgang 1983 und unterstützte von September 2013 bis September 2015 die Redaktion von silicon.de als Volontär. Erste Erfahrungen sammelte er als Werkstudent in den Redaktionen von GMX und web.de. Anschließend absolvierte er ein redaktionelles Praktikum bei Weka Media Publishing. Andre hat erfolgreich ein Studium in politischen Wissenschaften an der Hochschule für Politik in München abgeschlossen. Privat interessiert er sich für Sport, Filme und Computerspiele. Aber die größte Leidenschaft ist die Fotografie.

Folgen