Amazon-Verlust wächst um Faktor 10

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Amazon-CEO Jeff Bezos präsentiert das Fire Phone (Bild: James Martin / CNET)

Der Umsatz des Online-Händlers wächst, aber auch die Verluste. Offenbar verfolgt CEO Jeff Bezos die weiterhin die Strategie, in künftiges Wachstum zu investieren.

Amazon gibt die Zahlen für das dritte Quartal bekannt. Das Unternehmen wächst und kann auch die Umsätze steigern, aber offenbar zu Laten des Gewinns. So gibt Amazon 437 Millionen Verlust für das dritte Geschäftsquartal 2014 bekannt. Dem steht ein Umsatzwachstum von 20 Prozent gegenüber. In den drei Monaten bis zum 30. September hat Amazon Waren und Dienstleistungen im Wert von 20,58 Milliarden Dollar verkauft.

Im Q3 2013 hatte Amazon noch 41 Millionen Dollar Verlust bekannt gegeben. Damit verzehnfacht der Online-Händler den Verlust. CEO Jeff Bezos scheint langsam die Geduld der Anweder über Gebühr zu strapazieren. Die Aktie stürzt in den USA um 11 Prozent ab.

Amazon weist die Zahlen aus dem Angebot Amazon Web Services nicht gesondert aus. Doch erklärt das Unternehmen, dass im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hier der Umsatz um 90 Prozent gewachsen ist.

Der Amazon-Chef verfolgt die auch öffentlich gemachte Strategie, dass Amazon in Wachstum investiere. Zu den aktuellen Roekord-Verlusten äußert er sich nicht, kündigt aber zusammen mit den aktuellen Zahlen für das Weihnachtsgeschäft neue Incentive-Aktionen an. “Bei den Vorbereitungen auf die Weihnachtszeit, achten wir besonders darauf, die Nutzererfahrung einfacher und stressfreier als je zuvor zu machen”, so Bezos. Neben den ohnehin niedrigen Preisen will Amazon noch weitere spezielle Angebote für das Weihnachtsgeschäft anbieten.

Amazon-CEO Jeff Bezos
Amazon-CEO Jeff Bezos

So hat das Unternehmen unter anderem für etwa eine Milliarde die Spiele-Seite Twitch gekauft. Daneben hat Amazon auch mit Local Register den Schritt in den Bereich mobiles Bezahlen gewagt. Die App dient auch als Kreditkartenleser. Neben Experimenten mit Drohnen für die Warenzustellung, investiert Amazon auch in Bereiche wie 3D-Druck und es leistet sich auch eine Tablets und Smartphones, wie das Fire HD. Im dritten Quartal belastet der vom Markt eher skeptisch aufgenommene Versuch mit Smartphones auch die Bilanz. Amazon schreibt auf das Gerät 170 Millionen Dollar ab.

Daneben stellt hat mit dem Kindle Voyage auch eine Neuauflage des E-Book-Readers vor. Nachdem sich Amazon derart stark diversifiziert, scheinen auch präzise Vorhersagen für den operationalen Gewinn oder Verlust kaum mehr möglich: Amazon gibt die Mögliche Spanne für das vierte Quartal mit einem Korridor von Minus 570 Millionen Dollar und 430 Millionen Dollar an. Amazon gibt sich damit eine Spanne von exakt einer Milliarde Dollar. Als operativen Verlust für das dritte Quartal meldet Amazon 544 Millionen Dollar.

Einer der wichtigsten Posten derzeit dürfte jedoch die Ausweitung der Cloud-Rechenzentrums-Infrastruktur sein. So hat Amazon Web Services gestern in Frankfurt eine neue Cloud-Region eröffnet. Vor allem für den besonders sensiblen deutschen Markt dürfte dieses Rechenzentrum ein wichtiger Schritt sein. Wie IDC in einer Mail mitteilt, kam die Eröffnung auch für die Analysten recht überraschend. Offenbar hat es Amazon geschafft, dass im Vorfeld der Eröffnung keine Gerüchte über ein neues Rechenzentrum die Runde machten. Die Expansion des Angebotes nach Deutschland sei jedoch vorhersehbar gewesen.

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Quartalszalen bei Amazon: Die aggressive Expansionspolitik von CEO Jeff Bezos sorgt für eine Verzehnfachung der Verluste. Quelle: AWS

 

 

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