ITU: Bis 2020 sollen weitere 1,5 Milliarden Menschen Internetzugang erhalten

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Die UN-Mitgliedsstaaten haben diese einstimmig mit der Agenda “Connect 2020” beschlossen. Die Agenda soll sicherstellen, dass Telekommunikation und IT Schlüsselfaktoren für eine nachhaltige Entwicklung darstellen, die Rücksicht auf ökonomische, soziale und ökologische Dimensionen nimmt.

Die Internationale Fernmeldeunion (International Telecommunication Union, ITU) hat auf ihrer Bevollmächtigtenkonferenz 2014 im südkoreanischen Busan ihr Pläne bekräftigt, bis 2020 weitere 1,5 Milliarden Menschen mit dem Internet zu verbinden. Das Vorhaben ist Teil der Agenda Connect 2020 (PDF), die zum Ziel hat, die “Zukunft des Informations- und Telekommunikationssektors zu formen”. Nach zweiwöchiger Diskussion haben die Mitgliedsstaaten sie nun einstimmig angenommen.

Die ITU ist eine in Genf ansässige Sonderorganisation der Vereinten Nationen, denen 193 Mitgliedsstaaten angehören. Sie beschäftigt sich als einzige Organisation offiziell und weltweit mit technischen Aspekten der Telekommunikation. Zu ihren Aufgaben zählt die Zuteilung weltweiter Funkfrequenzen und Satelliten-Umlaufbahnen, die Entwicklung technischer Standards, die Kompatibilität zwischen Netzwerken und Technologien sicherstellen, und die Verbesserung der Zugriffsmöglichkeiten auf IT in unterversorgten Regionen der Welt.

Die sogenannte “Connect 2020 Agenda for Global Telecommunication/ICT Development” steckt die gemeinsamen Ziele der Mitgliedstaaten ab, die sie bis 2020 in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten innerhalb des IT-Ökosystems erreichen wollen. Die Agenda umfasst vier Säulen, die beim Erreichen dieser Ziele helfen sollen: Wachstum, Inklusivität, Nachhaltigkeit sowie Innovation und Partnerschaftlichkeit. Sie zielt darauf ab, sicherzustellen, dass Telekommunikation und IT Schlüsselfaktoren einer nachhaltigen Entwicklung sind, die ökonomische, soziale und ökologische Dimensionen berücksichtigt. Alle in Busan anwesenden 171 ITU-Mitglieder befürworteten die Connect 2020 Agenda.

Das erste vereinbarte Ziel in der Agenda ist Wachstum, mit dem Bekenntnis bis 2020 weitere 1,5 Milliarden Menschen online zu bringen. Der Fokus liegt dabei vor allem auf verbesserten Telekommunikationsinfrastrukturen sowie vermehrter Zugänglichkeit, Nutzung und Bezahlbarkeit von IT. Laut ITU gibt es nach wie vor 4 Milliarden Menschen weltweit, die noch keine Zugriffsmöglichkeit auf das Internet haben.

Die UN-Sonderorganisation hofft, dass bis 2020 weltweit 55 Prozent aller Haushalte über einen Internetanschluss verfügen und 60 Prozent der Weltbevölkerung das Internet nutzen können. Zudem sollen Telekommunikation und IT bis dahin 40 Prozent günstiger sein.

Zu den weiteren Zielen der Agenda gehören das Überwinden der digitalen Kluft und Breitband für alle (Inklusivität), das Meistern von Herausforderungen, die aus der Entwicklung von Telekommunikation und IT resultieren (Nachhaltigkeit), sowie die sich ändernde ITK-Landschaft zu lenken, zu verbessern und anzupassen (Innovation und Partnerschaftlichkeit). “Die Connect 2020 Agenda ist sowohl ein Bekenntnis aller ITU-Mitgliedsstaaten als auch ein Aufruf an alle Beteiligten, zusammen daran zu arbeiten, dass ITK-Techniken Wachstum und Entwicklung ermöglichen und beschleunigen”, sagte ITU-Generalsekretär Hamadoun I. Touré. “Die ITU wird durch ihren neuen Strategieplan zu diesen Zielen beitragen. Wir freuen uns darauf, mit jedem einzelnen zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass diese Ziele erreicht werden und jeder auf diesem Planeten von ITK profitiert.”

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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