IBM bekommt Outsourcing-Auftrag von Lufthansa

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Der Vertrag ist auf sieben Jahre angelegt und hat ein Volumen von rund einer Milliarde Euro. Neben Einsparungen erhofft sich die Fluglinie auch schnelleren Zugriff auf neue Technologien.

Bild: LufthansaNachdem IBM bereits im Oktober die Übernahme des Bereichs IT-Infrastruktur der Tochter Lufthansa Systems angekündigt hat, ist nun der entsprechende Outsourcing-Vertrag mit IBM unterzeichnet worden. Der Vertrag ist auf sieben Jahre angelegt und hat ein Volumen von etwa 1 Milliarde Euro.

Im Rahmen dieses Outsourcing-Vertrages wird IBM IT-Infrastrukturleistungen für die Deutsche Lufthansa AG und deren Konzernunternehmen bereit stellen. Ziel ist der Aufbau zukunftsfähiger Strukturen etwa für Business Analytics und mobile Lösungen. Angestrebt werden Kosteneinsparungen in einer Größenordnung von durchschnittlich rund 70 Millionen Euro pro Jahr. Der Vertrag steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Lufthansa Aufsichtsrates sowie der fusionsrechtlichen Freigabe.

“IBM hat uns mit ihren langjährigen Erfahrungen bei ähnlich gelagerten Projekten, ihrer herausragenden IT-Expertise sowie ihrer weltweiten Präsenz überzeugt”, erklärt Simone Menne, Vorstand Finanzen und Aviation Services der Deutschen Lufthansa AG und Vorsitzende des Aufsichtsrates der Lufthansa Systems AG. “Wir werden gemeinsam mit IBM den Zugriff auf neueste IT-Technologien für unsere Unternehmen schaffen, nicht nur um Geld zu sparen, sondern auch, um die Digitalisierung unserer Geschäftsprozesse weiter voranzutreiben und diese noch effizienter zu gestalten. Zudem lag uns die Sicherung von Arbeitsplätzen an den verschieden Standorten sowie die Sicherung und Weiterentwicklung des Know-hows unserer Mitarbeiter am Herzen. Auch unter diesen Aspekten erscheint uns IBM als idealer Partner.”

Mitte Oktober hatte der Lufthansakonzern die Auslagerung der Infrastruktursparte der eigenen IT-Tochter Lufthansa Systems bekannt gegeben. Lufthansa Systems wird in drei Gesellschaften aufgespalten. Der Bereich Infrastruktur geht im Zuge des Outsourcings an IBM über. Die Unternehmensgruppen ‘Airline Solutions’ und ‘Industry Solutions’ der Lufthansa IT-Tochter werden künftig als eigenständige Unternehmen in den jeweiligen Märkten agieren. Die IT-Tochter hatte insgesamt rund 450 externe Kunden.

Die Rechenzentren der Airline werden damit künftig von IBM in den bestehenden Rechenzentren betrieben. 1400 Angestellte wechseln in diesem Schritt zu IBM. 2800 weitere Mitarbeiter der IT-Tochter Lufthansa Systems werden dann in zwei eigenständigen Unternehmen angestellt bleiben.

Die Aufspaltung von Lufthansa Systems sowie der Start der neuen Gesellschaften sollen im ersten Quartal 2015 erfolgen. Der Infrastruktur-Verkauf ist für Ende März 2015 geplant. Derzeit werde an einem Plan gearbeitet, um die IT-Versorgung bruchfrei an IBM übertragen zu können.

“Durch die Partnerschaft mit IBM kann die Lufthansa Group im Rahmen ihrer digitalen Transformation ihre Prozesse noch effizienter gestalten und gleichzeitig von den Vorteilen neuer Technologien wie Cloud Computing schneller profitieren”, kommentiert Martina Koederitz, Vorsitzende der Geschäftsführung IBM Deutschland. “Die Vereinbarung gibt unserem neuen Partner zudem unbeschränkten Zugang zu unserer Forschung und Entwicklung. Damit profitiert Lufthansa jederzeit von den neuesten Erkenntnissen in strategischen Bereichen wie Cloud Computing, Big Data Analytics oder lernenden Systemen wie Watson.”

IBM werde zunächst neue Collaboration- und Messaging-Tools bereit bei Lufthansa und deren Töchtern implementieren. Auch neue Netzwerk- und Sprach-Dienste sind wie neue Arbeitsplatzlösungen geplant. Darüber hinaus soll auch Mobile Device Management Framework bei der Gruppe eingeführt werden. Davon profitieren neben den Mitarbeitern auch Kunden der Airline.

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