Microsoft behebt außerplanmäßig Kerberos-Leck

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Microsoft erklärt, dass bereits erste gerichtete Attacken die Schwachstelle ausnutzen. Nun schließt der Hersteller mit einem außerplanmäßigem Update das Leck, das eigentlich schon im Rahmen des November-Patchdays hätte behoben werden sollen. Damals hatte Microsoft das Update aus unbekannten Gründen zurückgehalten.

Mit einem außerplanmäßigem Update behebt Microsoft ein kritische Zero-Day-Lücke in Windows schließen soll. Dabei handelt es sich um eine Schwachstelle im Windows Kerberos Key Distribution Center (KDC), das Sitzungs-Tickets und -Schlüssel für Nutzer und Computer in einer Active-Directory-Domäne zur Verfügung stellt.

Über das Leck kann ein Angreifer die gleichen Rechte erlangen wie das Administrator-Konto der Domäne. Damit können beliebig Nutzer und Rechner innerhalb der Domäne kompromittiert werden. Für den Angriff werden jedoch gültige Anmeldedaten eines Nutzers der Domäne benötigt. Diese können jedoch über Phishing oder Social Engineering erschlichen werden.

Von dem Leck sind die Versionen Windows Server 2003, 2008, 2008 R2, 2012, 2012 R2 sowie die Technical Preview von Windows Server betroffen. Laut Microsoft seien “zielgerichtete Angriffe bekannt, die versuchen, die Anfälligkeit auszunutzen”. Windows Server 2012 und neuere Versionen machten es jedoch schwieriger, die Schwachstelle auszunutzen.

In den Informationen zum Updates MS14-068 teilt Microsoft mit, dass die KDC-Implementierung nicht korrekt die Gültigkeit einer Signatur überprüfe. Daher sei es möglich sei, bestimmte Aspekte eines Kerberos-Service-Tickets zu manipulieren. Microsoft stellt den Patch auch für die Desktop-Versionen seines Betriebssystems zur Verfügung, da es darüber hinaus auch Verbesserungen für Sicherheitsfunktionen enthält. Lediglich Windows RT erhält den Patch nicht, da es sich nicht bei einer Domäne anmelden kann.

Ursprünglich hatte Microsoft den Fix schon für den Patchay vergangene Woche geplant. Es hielt das Update jedoch ohne Angabe von Gründen zurück. Entdeckt wurde die Schwachstelle von Mitarbeitern von Qualcomm. Namentlich nennt Microsoft Tom Maddock, Cyber Security Engineer bei Qualcomm.

In einem Blog weist Microsoft zudem auf die Möglichkeit hin, die bisher bekannten Angriffe auf die Kerberos-Lücke in der Ereignisanzeige zu erkennen. Es sei aber auch möglich, Schadcode zu schreiben, der keinen Eintrag im Ereignisprotokoll erzeuge. “Der einzige Weg, um die Kompromittierung einer Domain mit Sicherheit zu beseitigen, ist der vollständige Neuaufbau der Domäne”, schreibt Microsoft-Mitarbeiter Joe Bialek. Ein Angreifer mit Administratorrechten könne beliebige Änderungen vornehmen und damit sicherstellen, dass er auch nach Installation des Updates noch Zugriff auf die Domäne habe. Von daher sei es wichtig, den Patch unverzüglich einzuspielen.

Darüber hinaus hat Microsoft eine neue Version des Schannel-Updates (MS14-066) veröffentlicht. Es korrigiert vier Zeichenfolgen, die bei einigen Anwendern schwerwiegende Probleme verursacht haben. Microsoft zufolge sind davon bisher nur Nutzer von Windows Server 2008 R2 und Windows Server 2012 betroffen.

In der vergangenen Woche hatte Microsoft insgesamt zwei Patches zurückgehalten. Wann das zweite Update (MS14-075) erhältlich sein wird, ist bisher nicht bekannt.

Die Ereignisanzeige gibt unter Umständen Auskunft darüber, ob ein Angreifer bereits die Lücke im Kerberos Key Distribution Center ausgenutzt hat. (Bild: Microsoft)
Die Ereignisanzeige gibt unter Umständen Auskunft darüber, ob ein Angreifer bereits die Lücke im Kerberos Key Distribution Center ausgenutzt hat. (Bild: Microsoft)

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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