SaaS wird Mission-Critical

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Neben Kostenvorteilen wollen Unternehmen auch Flexibilität und Vorteile gegenüber Mitbebewerbern erreichen. Vollständige Migrationen werden aber mittelfristig die Ausnahme bleiben. Überwachung durch Staaten bleibt ein gewichtigstes Gegenargument gegen SaaS-Installationen.

Cloud SaaS in Mission Critical. (Bild: Martin Schindler)Immer mehr Unternehmen testen und planen, auch geschäftskritische Anwendungen in die Cloud zu verlagern. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstitutes Gartner hervor. Die Studie wurde in vier Ländern und vier weltweiten Regionen durchgeführt. Für die Studienteilnehmer sei demnach die wichtigsten Gründe für den Einsatz von SaaS gewesen, zu entwickeln, zu testen und kritische Workloads.

“Wir beobachten derzeit eine echte Veränderung bei den Use-Cases”, so Joanne Correia, Research Vice President bei Gartner. In älteren Studien hatte sich gezeigt, dass SaaS-Projekte vor allem auf kleinere Projekte fokussiert waren. “Heute geht es in den Projekten um unternehmenskritische Anwendungen und Produktions-Erweiterungen. Das zeigt deutlich, dass immer mehr Unternehmen sich mit Cloud-Deployments jenseits des Front-Office mit Sales Force Automation (SFA) und Mail anfreunden.”

Entsprechend seien es eben neben den Bereichen Entwicklung und Testproduktion immer mehr auch kritische Workloads, die in die Cloud migriert werden. So hätten in der Studie 44 Prozent geantwortet, dass das Thema Kostenreduzierung nach wie vor die dominierende Motivation ist, um in die Cloud zu investieren.

Vor allem in den Management-Ebenen IT-Fachkraft und IT-Manager scheint die Kostenfrage eine der wichtigsten Punkte zu sein. CIOs, die sich für die Cloud entscheiden, tun das, weil sie darin einen “modernen Ansatz” sehen, und hoffen damit auf “Innovation” und “Operational Agility”. Je höher man also in der Management-Hierarchie kommt desto mehr überwiegen Argumente wie “Wettbewerbsvorteile”. Gartner schließt aus den Zahlen auch, dass auch Nicht-IT-Manager nach wie vor nicht vollumfänglich die neuen Möglichkeiten der Cloud ergriffen hätten.

Allerdings sei ein öffentliches SaaS-Angebot nicht in jedem Fall die optimale Lösung, warnt Gartner. So sollten bei der Auswahl neben der Wichtigkeit der Anwendung auch Punkte wie Agilität, Nutzungsszenario, IT-Architektur und auch die Frage nach dem Standort des Unternehmens in Betracht gezogen werden.gartner IT-Ausgaben 2014

Aufgrund vielschichtigter Aspekte werden Unternehmen, die vollständig auf ein Cloud-Angebot setzen, eher die Ausnahme bleiben. In vielen Fällen werden sich aber gemischte Modelle durchsetzen, die neben traditionellen on-premise-Anwendungen auch verschiedene andere Deployment-Modelle integrieren. Dem Thema Integration werde laut Gartner dabei ein besonderer Stellenwert zukommen.

Was aber steht laut Gartner-Studie dem SaaS-Einsatz entgegen: Bedenken bei Sicherheit, Datenschutz und durch staatliche Wirtschaftsspionage – “vor allem außerhalb der USA”, wie es von Garnter heißt, sind die wichtigsten Gegenargumente gegen das Public-Cloud-Modell. Daran würden auch neue Schutzmethoden und die Bemühungen der Anbieter nichts ändern.

“Datenverluste, Datendiebstahl, unsichere Anwendungsprogrammierung-Schnittstellen, und geteilte Technologie in einer Multitenant-Umgebung, sind nur einige der Bedenken, die die Befragten äußerten”, kommentiert Laurie Wurster, Research Director bei Gartner. “Hinzu kommen in jüngster Zeit auch Bedenken gegen staatliche Überwachung im Namen von Anti-Terror-Maßnahmen sowie allgemeine Datenschutztehmen, die die Verbreitung einschränken.”

Traditionelle on-premise-Deployments werden von 34 Prozent im Jahr 2014 auf 18 Prozent bis 2017 sinken, prognostiziert Gartner. Wichtigster Punkt wird demnach die Private Cloud sein. Diese Mischung aus internen und gehosteten private Clouds wird dagegen ein Wachstum von 46 Prozent erreichen. Die Public Cloud hingegen ist mit einem Wachstum von 24 Prozent deutlich hinter der private Cloud zurück. Dennoch wird diese Distributionsform aufgrund von schnellen Innovationsmöglichkeiten und niedrigen Einstiegskosten sowie geringem Administrationsaufwand auch künftig für Unternehmen eine relevante Größe bleiben.

 

 

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