Unternehmen fehlt Durchblick bei mobilen Apps

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Welche Apps nutzen die Mitarbeiter? Diese Frage können viele mittelständische Unternehmen in Deutschland offenbar nicht beantworten. Eine Studie von Matrix42 bringt zum Vorschein, dass ein Großteil der Befragten nicht für das mobile Software-Management gerüstet ist.

Was wissen Unternehmen über die mobile App-Nutzung der eigenen Mitarbeiter? Geht es nach einer Studie von Matrix42 (PDF), ist es nicht besonders viel. Von 1000 befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen haben nahezu 70 Prozent keinen Überblick darüber, welche Anwendungen die Mitarbeiter auf mobilen Endgeräten zur geschäftlichen Nutzung installiert haben.

Smartphones (Bild: CNET)Das führt auch dazu, dass die Kosten durch den Einsatz mobiler Apps für die Unternehmen nicht konkret beziffert werden können.

Wie kommen die Apps aufs Smartphone?

Unklar ist bei vielen, wie die Apps auf die mobilen Geräte des Unternehmens gelangen. 53 Prozent der Befragten gaben an, über keine Lösung zur Bereitstellung der Apps zu verfügen. 23 Prozent dieser Mitarbeiter müssen auf die kommerziellen App-Stores der Gerätehersteller zurückgreifen. Weitere 22 Prozent ist es selbst überlassen, wie sie an Programme zur geschäftlichen Nutzung kommen.

Ein Viertel der befragten IT-Verantwortlichen stellt seinen Mitarbeitern eine mobile Application Management-Lösung (12 Prozent) beziehungsweise einen eigenen Enterprise App Store (12 Prozent) zur Seite.

Das Fehlen solcher Lösungen führt dazu, dass die Unternehmen im Nachhinein nicht feststellen können, welche Apps die Mitarbeiter auf den unterschiedlichen Endgeräten nutzen. Eine Auswertung über die geschäftlichen Apps auf den Mobilgeräten können 28 Prozent der Firmen nicht durchführen.

Unkontrollierte Kosten

Neben der nicht nachvollziehbaren Nutzung von Apps führt der fehlende Durchblick auch zu unkalkulierbaren Kosten. 20 Prozent der Administratoren schätzen die Kosten für die mobilen geschäftlichen Kosten auf über 25 Euro pro Monat und Mitarbeiter. Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) rechnet mit monatlichen Kosten zwischen 10 und 25 Euro.

Unternehmen verschenken auf diese Weise ein enormes Potential zur Kostenoptimierung. Damit dieses genutzt werden kann, kommt die Studie zu dem Schluss, dass Administratoren in der Lage sein müssen, eine Kontrolle dieser Kosten auf den Smartphones und Tablets und damit auch für die im eigenen Netzwerk zum Einsatz kommenden Apps etablieren und durchsetzen zu können

Allerdings verfügt rund ein Drittel (32 Prozent) nicht über eine Lösung zur Kostenkontrolle. Überhaupt keine Ahnung, ob und wie ihr Unternehmen die Kosten für geschäftlich genutzte mobile Apps kontrollieren, haben elf Prozent der Befragten.

In vielen Unternehmen fehlt die Kostenkontrolle bei mobilen Apps. (Grafik: Matrix42)
In vielen Unternehmen fehlt die Kostenkontrolle bei mobilen Apps. (Grafik: Matrix42)

Mobile Workspaces brauchen mobile SAM-Lösungen

Obwohl 75 Prozent der Befragten sich mit einer Vielzahl an Problemen konfrontiert sehen, die durch den Ansturm neuer mobiler Endgeräte und mobiler Anwendungen auf ihr Netzwerk und ihre IT-Organisation entstehen, fehlt es vielen Unternehmen an einer Lösung.

“Viele Unternehmen beschäftigen sich bei der Einführung von Enterprise Mobility und Mobile Business Apps nicht mit der Auswirkung auf das Software Asset Management“, sagt Oliver Bendig, CTO bei Matrix42. “Durch die Verschmelzung von privater und geschäftlicher Nutzung mobiler Geräte und Apps, sowie durch die parallele Nutzung von mobilen und virtuellen Apps entstehen neue Herausforderungen für Unternehmen.”

Die Hälfte der Unternehmen verfügt über keine Lösung, die das IT-Personal bei der Bereitstellung mobiler Software unterstützt. Infolgedessen fehlt der Überblick über die geschäftlich genutzten Apps und der entstehenden Kosten.

“Die IT-Verantwortlichen müssen in der Lage sein, auch bei mobilen Geräten und Apps den Überblick zu behalten und Bestand beziehungsweise. die Nutzung mobiler Lösungen dynamisch abzubilden. Sie brauchen eine Software Asset Management-Lösung, die geschäftlich genutzte mobile Apps ebenso gut verwalten kann, wie es die IT-Verantwortlichen bereits von PCs und Servern kennen“, so Bendig weiter.

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