Back Up und Disaster Recovery: Hier geht es ums Überleben!

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Nur wer Systeme und Applikationen ausreichend schützt, ist vor existenzbedrohenden Ausfällen bewahrt und kann das moderne Öl in Form von Daten auch entsprechend nutzen. Die Angebotslandschaft ist heute bereits breit genug, um kosteneffiziente Szenarien zu entwickeln, argumentiert Crisp-Research-Analyst Max Hille.

Daten und Informationen sind heutzutage ein geschäftskritischer Wettbewerbsfaktor. Die dauerhafte Gewährleistung des Zugriffs auf digitale Kommunikationswege zu Partnern, Lieferanten und Kunden ist im Zuge der Digitalisierung der gesamten Geschäftsprozesse immer wichtiger. Dazu zählt auch die Verfügbarkeit aller entstandenen Daten der einzelnen Unternehmen. Das Phänomen “Zero-Downtime” beschreibt dabei einen theoretischen Idealzustand, das von einem komplett reibungslosen Betrieb ausgeht. Die Unternehmen sind in der Pflicht, stärker in die Ausfallsicherheit der Systeme zu investieren und Back Up und Disaster Recovery-Szenarien etablieren.

 

Back Up und Disaster Recovery sind überlebenswichtig

 

Um einen zeitgemäßen Geschäftsbetrieb sicherstellen zu können, benötigen Unternehmen eine umfangreiche Strategie, die als roter Faden für die Digitalisierung dient. Manche Unternehmen verfügen bereits über solche Strategien oder wenigstens über erste Konzepte zu diesem Thema. Allerdings fehlt es den Unternehmen häufig an der konkreten Umsetzung. Vor allem bei der technischen Absicherung des kritischen Geschäftsbetriebs herrscht Nachholbedarf.

 

Um die wachsende Menge an Daten im Unternehmen weitgehend im Griff haben zu können, müssen die Unternehmen den Schutz der Systeme ernster nehmen. Dazu gehört in erster Linie die Unterstützung der IT-Abteilung, die diese Herausforderung oftmals schon seit längerer Zeit vor Augen hat. Besonders wichtig ist es, konkrete Budgets für Back Up und Disaster Recovery bereitzustellen, um eine schnelle Regeneration der Daten, Applikationen und Prozesse gewährleisten zu können und somit existenzbedrohende Ausfälle zu minimieren.

 

Business Continuity ist komplex

 

Viele Unternehmen haben zumindest die Relevanz der Daten für den Geschäftsbetrieb erkannt und begonnen, unregelmäßige Back Ups ihrer Unternehmensdaten durchzuführen. Vor umfangreicheren Projekten schrecken viele Unternehmen bis heute allerdings noch zurück. Dies mag zum einen daran liegen, dass Unternehmen fälschlicherweise von kostspieligen Projekten mit einer hohen Komplexität ausgehen.  Andere Unternehmen sehen häufig auch keinen Bedarf für derartige Szenarien und beschränken sich auf sehr einfache Prozesse und Technologien. Dies ist aber für einen Großteil der geschäftskritischen IT-Systeme unzureichend.

 

Häufig realisieren die Unternehmensentscheider erst nach einem umfangreichen Ausfall oder Hacker-Angriff, dass die Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichend waren. Dann ist es meistens schon zu spät. Um sich vor einer solchen Bedrohung zu schützen, existieren neuere und automatisierte Systeme, die von “Next-Generation”-Back Ups bis zu leistungsfähigen Disaster Recovery Szenarien reichen.

 

Die nächste Generation des Back Up

 

Das “Next-Generation” Backup stellt eine Erweiterungsform des oben beschrieben Back Ups dar. Der Unterschied zu einfachen Back Up-Szenarien liegt vor allem in dem Einsatz leistungsfähigere Technologien wie beispielsweise SSD-Festplatten und der Automatisierung des Prozesses.  Die Automatisierung ermöglicht den Unternehmen, zwischen zwei Formen zu wählen. Im sogenannten Snapshot-Modus werden ähnlich wie beim klassischen Back Up zu beliebig häufigen Fixpunkten Datenkopien erstellt. Das Unternehmen kann im Ernstfall auch auf ältere Zustände zugreifen, um gegebenenfalls auch alte Datenbestände abrufen zu können. Beispielswese wenn ein Hackerangriff unbemerkt innerhalb eines Back Up Zyklus verübt wurde.

 

Im kontinuierlichen Modus werden Back Ups nahezu in Echtzeit erstellt. Dort ist der Datenverlust im Ernstfall dann nahe null. Mit Next-Generation Back Ups können geschäftskritische Daten somit zuverlässig, in kürzester Zeit und nahezu vollständig wiederhergestellt werden.

 

Ein solches Next Generation Back Up Szenario ist für Unternehmen vergleichsweise erschwinglich und steht in keinem Verhältnis zu dem hohen Risiko, das man ohne dieses Back Up eingehen würde. Solche Produkte gehören zum Basis-Angebot vieler Service Provider und sind auf Technologie-Ebene in der Regel gleichwertig. Der Unterschied zwischen den Angeboten liegt dann oft im Service um das Produkt herum. Den Unternehmen ist zu empfehlen, wenigstens ein automatisiertes Back Up einzusetzen.

 

Disaster Recovery – Es kommt auf das Ganze an

 

Um wirklich umfassend geschützt zu sein, sollten die Unternehmen allerdings über die Entwicklung eines vollständigen Disaster Recovery-Konzeptes nachdenken. Disaster Recovery-Systeme bestehen aus einer räumlich entfernten physikalischen Infrastruktur und aus einem umfassenden Service- beziehungsweise Prozess-Konzept.

Auf technologischer Seite  handelt es sich um eine meist nahezu identische Infrastruktur wie am Hauptstandort, die räumlich entfernt aufgesetzt wird. Mit sogenannten Replikationsmechanismen werden fortlaufend in kurzen Abständen vollständige Kopien der Applikationen und Daten zum Sekundärstandort übertragen. Diese konsistenten Wiederherstellungspunkte stellen die Basis für Disaster Recovery dar.

 

Hinsichtlich des Deployments wird hauptsächlich zwischen zwei Modellen unterschieden. Einen optimalen Einstieg stellt ein standardisiertes Cloud-Modell, ein sogenanntes Disaster-Recovery-as-a-Service dar. Diese gewähren bereits ein sehr hohes Maß an Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit. Die Claranet GmbH aus Frankfurt verfügt beispielsweise über ein solches Angebot.

 

Darüber hinaus können Back Up und Disaster Recovery auch gemeinsam eingesetzt werden. Die Systeme sind dann oftmals nicht “as-a-Service” ausgeliefert. Es handelt sich dabei um besonders leistungsfähige Infrastrukturen mit speziellen Festplattensystemen, die kontinuierliche Datensicherungen und einen gespiegelten Sekundärbetrieb vom Hauptstandort gewährleisten. Auch hier befinden sich die Infrastrukturen im Rechenzentrum des Providers. Ein lokaler Anbieter dafür ist die DTS Systeme GmbH aus Herford.

 

Über die Technologie hinaus verfügen die Anbieter für Disaster Recovery unabhängig des Deployment Modells über umfangreiche Beratungs- und Service-Konzepte. Da Back Up und Disaster Recovery als ein wesentlicher Eckpfeiler der Digitalstrategie der Unternehmen betrachtet werden sollte, lohnt es sich, diesen Prozess mit einem professionellen Partner von der Planung an zu realisieren. Nur so kann sichergestellt werden, dass Unternehmen einen bedarfsgerechten Schutz ihrer Systeme implementieren und dieser auch im fortlaufenden Betrieb reibungslos funktioniert.