Drei Stunden Mittagspause: Studie zeigt Zukunft der Arbeit

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Arbeiten von Zuhause und flexible Arbeitszeiten: Das wünschen sich einer Studie von Cisco zufolge viele Arbeitnehmer in Deutschland. Das Unternehmen hat weltweit Angestellte über die Arbeit im Jahr 2020 befragt. Demnach wird Technologie die Arbeit der Zukunft prägen.

Wie arbeiten die Deutschen in Zukunft? Das wollte Cisco mit der Studie “2014 Cisco Connected World Technology Report” herausfinden. Demnach steht Flexibilität für viele Angestellte hierzulande an erster Stelle.

Knowledgeworker_frau_LaptopDas sieht auch Oliver Tuszik, Vice President und Vorsitzender der Geschäftsführung von Cisco Deutschland. Für ihn ist die “Anwesenheitspflicht von 9 bis 17 Uhr ist ein Arbeitsmodell aus dem letzten Jahrhundert”. Allerdings hinke die kulturelle Entwicklung der technologischen hinterher, erklärte er.

“Wir könnten in Deutschland schon sehr viel weiter sein bei den Themen Diversität, Inklusion und bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wenn Arbeitgeber ermöglichen würden, bestimmte Büro-Aufgaben unabhängig von festen Zeiten und Räumlichkeiten zu erledigen.“

Freie Zeiteinteilung und drei Stunden Mittagspause

Zwei Drittel der befragten Personaler in Deutschland glaubt, dass feste Arbeitszeiten im Jahr 2020 nicht mehr existieren. Über die Hälfte erwartet dann, von Zeit zu Zeit von Zuhause aus arbeiten zu können. Völlig unabhängig arbeiten von Ort und Zeit, erhofft sich jeder Fünfte.

Durch die Möglichkeit die Arbeitszeit frei einteilen zu können, ist auch eine Mittagspause von drei Stunden möglich. Zu einem späteren Zeitpunkt lässt sie sich wieder einarbeiten. Somit können Angestellte Beruf und Freizeit am besten organisieren.

Vorbildlich bei flexiblen Arbeitszeiten

In Deutschland zeigen sich die Unternehmen im Bereich der flexiblen Arbeitszeiten fortschrittlich. So glauben 68 Prozent der Personaler, dass Arbeitnehmer der Generation Y Arbeit und Freizeit flexibel mischen wollen, weltweit sind es nur 52 Prozent. Gleichzeitig sagt aber mehr als die Hälfte der Personaler in Deutschland, dass Arbeitnehmer trotzdem von Montag bis Freitag im Büro sein müssen.

Der höhere Wunsch nach Flexibilität trifft bei den Generation-Y-Arbeitnehmern tatsächlich zu. Ein Viertel glaubt, dass sie in sechs Jahren gar nicht mehr im Büro sein müssten, weltweit sind dies nur 16 Prozent.

Technologie prägt die Arbeit der Zukunft

Der Studie zufolge sind für die künftige Arbeit Geräte, Apps und Lösungen prägend und ermöglichen neue Arbeitsweisen. Allerdings haben Unternehmen in Deutschland in diesem Bereich noch großen Nachholbedarf. Nur jede zehnte Firma erlaubt allen Mitarbeitern auch mit Geräten wie eigenen Smartphones den Zugang zum Firmennetzwerk. Grundsätzlich verboten ist es an jedem dritten Arbeitsplatz.

Das bevorzugte Arbeitsgerät bleibt für die Hälfte der Befragte aktuell das Notebook. Nur 17 Prozent der Generation Y (18- bis 30-Jährige) tendieren zum Smartphone. In der Generation X (31- bis 50-Jährige) sind es 8 Prozent.

Kein Multitasking

Deutsche Arbeitnehmer konzentrieren sich lieber auf eine Aufgabe als auf viele unterschiedliche. Als sogenannte Supertasker bezeichnen sich nur 20 Prozent der Generation Y und 16 Prozent der Generation X. Supertaskter können mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen, ohne dabei an Leistung und Qualität zu sparen.

Supertasking sehen Personaler kritisch. Ein Drittel befürchtet eine höhere Fehlerwahrscheinlichkeit, fast die Hälfte mehr Burnout-Fälle. Entsprechend glauben drei Viertel, dass auch 2020 Unternehmen die Konzentration auf einzelne Aufgaben mehr schätzen als Multitasking.

Auch das klassische Bewerbungsgespräch wird sich verändern: Bereits jetzt sind fast 60 Prozent der Personaler bereit, Kandidaten nur auf Basis von Videokonferenzen einzustellen. Das können sich auch fast genauso viele Führungskräfte vorstellen: 50 Prozent sind bereit, auf ein persönliches Kennenlernen zu verzichten.

 

 

Über die Studie

InsightExpress, einem unabhängigen US-Marktforschungsunternehmen, führt den jährlichen Cisco Connected World Technology Report im Auftrag von Cisco aus. An der Studie haben insgesamt über 3.700 Personen, jeweils 100 aus den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Russland, Polen, Indien, China, Japan, Südkorea und Australien teilgenommen.

Der 2014 Cisco Connected World Technology Report ist auf der Cisco-Website abrufbar.

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