Oracle streicht 170 Support-Stellen in München

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Oracle will den Support in Europa künftig über Rumänien abwickeln. Angeblich will Oracle die Support-Zentren in Deutschland und anderen europäischen Ländern komplett einsparen.

Logo Oracle (Bild: Oracle) Am Standort in München will Oracle 170 Stellen im Support streichen. Das berichtet die Wirtschaftswoche ohne Verweis auf Quellen. Den Betroffenen sollen bereits andere Stellen im Unternehmen angeboten worden sein. Bis Ende Mail nächsten Jahres soll die Restrukturierung abgeschlossen sein, so der Bericht. Stellungnahme liegen derzeit werde von Oracle noch vom Oracle-Betriebsrat vor.

Oracle beschäftigt in Deutschland etwa 2200 Mitarbeiter.  Bereits Ende November wurden entsprechende Pläne Oracles bekannt. Der Channel-Register berichtete damals, dass Oracle plane, den gesamten Support-Apparat außerhalb der Länder Großbritannien, Niederlande und Rumänien, einzusparen. Oracle betreibt in Europa insgesamt rund 40 dieser Zentren.

Damals wurde bekannt, dass europaweit 450 Stellen abgebaut werden sollen. Vor allem ältere und entsprechend teure Mitarbeiter hatte Oracle mit günstigeren jungen Nachwuchskräften in Rumänien ersetzt. Wie die Computerwoche im November berichtete, sollen auf diese Weise 60 neue Stellen im Support in Rumänien entstanden sein.

Schon heute lasse das Supportangebot des Herstellers teilweise zu wünschen übrig. Das hatte zumindest im November die Oracle-Anwendervereinigung DOAG mitgeteilt. Damals hieß es zu den Berichten: “Diese Vorgehensweise ist für uns nicht akzeptabel, da die Kunden eine Verschlechterung der Support-Leistungen nicht hinnehmen können”, so Dietmar Neugebauer, Vorstandsvorsitzender der DOAG. Die Anwender würden erwarten, dass sich Oracle dem Dialog stelle, “statt die Servicequalität einer Kostenoptimierung zu opfern”.

So sollen laut einer Umfrage der DOAG Oracle-Anwender schon heute über Probleme beim Support klagen. Die Hälfte der befragten Unternehmen würden sowohl Qualität als auch Reaktionszeit und die dahinterstehenden Prozesse als ‘schlecht’ einstufen, heißt es in der Studie. Mehr als die Hälfte ziehe laut DOAG-Umfrage den Support durch einen Drittanbieter in Erwägung.

Mit der Ankündigung vom September, dass noch vor Jahresende an den Standorten Frankfurt am Main und in München zwei neue Cloud-Rechenzentren in Betrieb gehen sollen, will der Anbieter aber unterstreichen, dass sich Oracle in Deutschland weiter engagiert.

Jürgen Kunz, Geschäftsführer von Oracle Deutschland erklärte anlässlich der Ankündigung: “Es gibt aber auch Kunden mit dem Bedürfnis, die Daten in Deutschland zu speichern, und wir wollen auch ihnen gerecht werden.” Die Notwendigkeit, Datenräume abzuschotten sieht Kunz hingegen nicht. Vielmehr solle aus diesen Rechenzentren heraus der beträchtlichen Bedarf deutscher Unternehmen an Cloud-Applikationen aus dem Oracle-Portfolio abgedeckt werden.

 

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