IBM will Datenanalyse in der Cloud beschleunigen

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Der Konzern erhält für eine sogenannte Express Lane zur Datenanalyse sowie zur besseren Nutzung von bestehenden Ressourcen in der Cloud zwei Patente in den USA. Dadurch sollen Analysen nicht nur schneller, sondern auch günstiger durchgeführt werden können.

IBM hat in den USA zwei Patente erhalten, um die Datenanalyse in der Cloud zu beschleunigen und bestehende Cloud-Ressourcen besser zu nutzen. Die Schutzrechte tragen die Namen “Predictive Removal Of Runtime Data Using Attribute Characterizing”(U.S Patent #8,639,809) und “Routing Service Requests Based on Lowest Actual Cost within a Federated Virtual Service Cloud” (U.S. Patent #8,676,981 B2).

ibm-logoDas erste Patent optimiert mithilfe von Echtzeitanalysen den Zugriff sowie die Steuerung von Analyseaufgaben in einer Cloud-Umgebung. Dadurch sollen Anwendungen in Zukunft effizienter laufen können.

Dabei unterstützt die Erfindung von IBM sowohl Cloud- als auch klassische IT-Umgebungen, indem sie Daten aus unterschiedlichen Quellen analysiert und priorisiert. Somit verringern sich Ineffizienzen und Latenzen bei der Verarbeitung.

“Wie an der Kasse eines Supermarkts”

“Die Verarbeitung von Analysedaten in einer Cloud-Umgebung verläuft ähnlich wie an der Kasse eines Supermarkts: Wenn wir nur bestimmte oder wenige Produkte kaufen, nutzen wir alle gerne die Möglichkeit, an einer separaten Kasse zu zahlen, statt zu warten, bis die Kunden vor uns ihre Großeinkäufe bewältigt haben,“ beschreibt IBM Experte Michael Branson, der gemeinsam mit John Santosuosso die Erfindung zum Patent angemeldet hat, seine Lösung.

“Cloud-Nutzer möchten ihre einfache Datenanalyse sofort prozessieren und nicht erst warten, bis die komplexen Aufgaben von anderen abgeschlossen sind. Unsere Echtzeitanalyse stellt sicher, dass jedes Datenpaket in der Umgebung mit den notwendigen Ressourcen versorgt und zeitnah verarbeitet werden kann.“

Überholspur für nicht-komplexe Anfragen

Die patentierte Technik analysiert die entsprechenden Daten in Echtzeit. Dabei spielt es keine Rolle ob es sich um einfache Online-Transaktionen, Sensor- oder Finanzdaten oder Video-Streams handelt. Die Software kategorisiert die Datenpakete, indem sie Muster aus früheren, das System verlangsamenden Verarbeitungszyklen mit denen der aktuellen Daten abgleicht.

Anschließend kanalisiert die Cloud-Umgebung automatisch die Datenpakete, um eine zeitnahe und effiziente Analyse sicherzustellen. Somit baut die Lösung quasi eine Überholspur für nicht-komplexe Analyseanfragen. Die Verarbeitung von zeitintensiven und problematischen Anfragen erfolgt über andere Ressourcen.

Drei mögliche Einsatzgebiete

  • Sensorbasierte Mautsysteme an Straßen, bei denen die Kennzeichen zur Mautberechnung erfasst werden müssen und deren Verschmutzungsgrad einer unterschiedlich langen Analyse bedarf.
  • Die Identifizierung und separate Analyse von verdächtigen Datenpaketen, die in ein Netzwerk gelangen.
  • Die Analyse und Verarbeitung von qualitativ schlechten Audiodaten aus Call Center, deren Auswertung mehr Ressourcen und Zeit benötigen.

Die Erfindung kann auf das gesamte IBM Serverportfolio angewendet werden und dabei helfen, Ergebnisse beispielsweise von IBM InfoSphere Streams weiter zu verbessern.

Automatisches Zusammenführen von Cloud-Ressourcen

Die zweite Erfindung erlaubt es mithilfe von Analysetechnologien, die Leistung von Cloud-Umgebungen zu verbessern und gleichzeitig deren Kosten zu reduzieren. Dabei sammelt die Technik automatisch Ressourcen aus einem oder mehreren Datencenter einer Cloud, somit sollen sie effizient und effektiv verwendet werden.

“Cloud-Umgebungen entwickeln sich ständig weiter und bieten Nutzern zunehmend mehr Möglichkeiten der Einflussnahme, während gleichzeitig die Kosten für die IT-Abteilungen sinken,“ beschreibt Leonhard Hand, IBM Master Inventor und Entwickler des Patents, die Situation rund um Cloud. “Unsere Lösung gibt den Nutzern genau diese Art von Kontrolle über Handling und Kosten ihrer Workloads.“

Mit dem Patent lassen sich lokale und globale Rechenzentren besser steuern, die Leistung der entsprechenden Anwendung sowie die Latenzzeiten der jeweiligen Cloud-Umgebungen verbessern. Auch sogenannte Managed Service Providers (MSP) oder Channel Reseller können die Technologie einsetzen, um eigenen Lösungen auf Cloud-Umgebungen von Drittanbietern laufen zu lassen. So können MSPs beispielsweise eigene Anwendungen von der restlichen Cloud-Umgebung isolieren und so zugeschnittene Preismodelle für Kunden anbieten.

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