Amazon-Mitarbeiter streiken bis Heiligabend

EinkommenManagement

Noch einmal erhöht die Gewerkschaft den Druck auf den Versender Amazon. Nun soll an verschiedenen Standorten bis zum 24. gestreikt werden.

Auch kurz vor Heiligabend streiken die Mitarbeiter des Versandhändlers Amazon. Nach wie vor scheint es keine Annäherung zwischen den Forderungen der Gewerkschaft und der Position von Amazon zu geben.

Die Mitarbeiter in den Niederlassungen Bad Hersfeld, Leipzig und Rheinberg werden nun wie am Wochenende von den Mitarbeitern beschlossen bis zum 24. Dezember um 15 Uhr streiken. In Graben bei Augsburg fiel diese Entscheidung bereits zurückliegende Woche. In Werne in Nordrheinwestfahlen wird seit der Montags-Frühschicht wieder normal gearbeitet.

Arbeitsniederlegung im Amazon-Logistikzentrum Leipzig. Quelle: Amazon.de
Arbeitsniederlegung im Amazon-Logistikzentrum Leipzig. Quelle: Amazon.de

 

In Leipzig hatte nun Verdi-Sprecher Thomas Schneider am Dienstag noch einmal die Forderungen der Gewerkschaft bekräftigt, man werde die Streiks wie geplant fortsetzen. “Wir lassen nicht nach”, bekräftigt Schneider.

Seit Ostern 2013 wird Amazon immer wieder bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi versucht bei der deutschen Tochtergesellschaft des US-Konzerns den Tarfifvertrag des Einzel- und Versandhandels durchzusetzen. Amazon hingegen hält dagegen, dass die Mitarbeiter gemäß den in der Logistikbranche üblichen Tarifen bezahlt werden. Inzwischen streiken auch französische Mitarbeiter bei Amazon.

“Amazon sagt selbst, sie seien der größte Versandhändler der Welt, und weigert sich gleichzeitig, den Versandhandelstarifvertrag anzuerkennen. Wer selbst mit Versandhandel wirbt, sollte auch dazu stehen, dass er Versandhändler ist”, argumentiert ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske.

Nicht nur mit Streiks versucht die Gewerkschaft Amazon zum Einlenken zu bewegen: So hat die Gewerkschaft am 19. Dezember vor den Verwaltungsgerichten Kassel und Leipzig Klagen gegen die behördlich genehmigte Sonntagsarbeit am 21. Dezember für die Standorte Leipzig und Bad Hersfeld eingereicht. ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger erklärt, mit Verweis auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts, wonach Sonntagsarbeit nur in streng geregelten Ausnahmefällen gerechtfertigt sei. Allerdings hatte die Gewerkschaft mit diesem Schritt bei Gericht keinen Erfolg.

 

 

Anklicken um die Biografie des Autors zu lesen  Anklicken um die Biografie des Autors zu verbergen