Patchday: Microsoft behebt Schwachstelle in Windows

Sicherheit

Die Sicherheitslücke hatte Google zuvor öffentlich gemacht. Infolgedessen kam es zum Streit zwischen den beiden Konzernen. Microsoft veröffentlicht insgesamt acht Patches für Windows und Windows Server. Davon gilt einer als kritisch, die übrigen als wichtig.

Der erste Microsoft-Patchday im Jahr 2015 bringt acht Sicherheitsaktualisierungen. Unter anderem beheben sie eine kritische Lücke im Telnet-Service von Windows. Diese ist allerdings nicht standardmäßig aktiviert (mit Ausnahme des nicht mehr offiziell unterstützten Windows Server 2003). Die anderen sieben Patches beheben Schwachstellen in nahezu allen Versionen von Windows und Windows Server, die der Konzern als wichtig eingestuft hat.

Angreifer können die kritische Sicherheitslücke nutzen, um Schadcode auf ein System einzuschleusen und auszuführen. Der Fehler betrifft Windows Server 2003, 2008, 2008 R2 und 2012, Windows Vista, 7, 8 und 8.1. Die wichtigen Updates beheben Fehler, die eine unautorisierte Ausweitung der Nutzerrechte, eine Umgehung in Windows integrierter Sicherheitsfunktionen und Denial-of-Service-Attacken ermöglichen.

thumb-microsoftpatchAuch die von Google öffentlich gemachte Schwachstelle im User Profile Service von Windows schließt Microsoft mit dem Patchday. Lokale Angreifer können mit ihr ebenfalls ihre Rechte erweitern. Dafür müssen sie sich bei einem System anmelden und eine speziell gestaltete Anwendung ausführen. Außer in den 32- und 64-Bit-Editionen von Windows 8.1, wie von Google gemeldet, findet sich das Sicherheitsloch auch in allen anderen aktuellen Windows- und Windows-Server-Versionen.

Streit zwischen Microsoft und Google

Aufgrund der vorzeitigen Offenlegung der Schwachstelle hatte Microsoft Google scharf kritisiert. Der Internetkonzern habe Details dazu veröffentlich, obwohl er wusste, dass Microsoft an seinem Januar-Patchday ein Update dafür herausbringen will. Google verwies auf die eigenen Richtlinien: Es sieht eine Sperrfrist von 90 Tagen vor, bevor es Einzelheiten zu einer Anfälligkeit publik macht.

Nach Konzernangaben habe man Microsoft bereits am 13. Oktober informiert. Dementsprechend erfolgte die Offenlegung am 12. Januar. Am 8. Januar hatte Microsoft Google zufolge jedoch schon bestätigt, dass es ein Update plane.

Chris Betz, Senior Director des Microsoft Security Response Center, erklärte dazu in einem Blog, die Leidtragenden eines solchen Vorgehens seien die Kunden. “Was richtig ist für Google, ist nicht immer richtig für die Kunden. Wir bitten Google dringend, den Schutz der Kunden zu unserem gemeinsamen primären Ziel zu machen.”

Neben den acht Patches stellt Microsoft wie üblich auch eine aktualisierte Version seines “Windows-Tool zum Entfernen bösartiger Software” bereit. Das Programm erkennt und löscht eine Auswahl gängiger Malware, die sich im System eingenistet hat.

Anwender sollten die Januar-Updates schnellstmöglich installieren. Die Patches können direkt über die jeweiligen Bulletins oder Microsoft Update beziehungsweise Windows Update bezogen werden.

[mit Material von Björn Greif, ZDNet.de]

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