Desktop-as-a-Service: Welcher Anbieter hat die beste Infrastruktur?

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Die Basis jedes WaaS- oder DaaS-Services ist die physische Infrastruktur des jeweiligen Providers. Bei der Anbieter-Wahl eines Desktop-as-a-Service-Produktes ist es deshalb besonders wichtig, den Überblick zu haben: Wir das für Sie schon mal vorsortiert.

Aufmerksame Kunden wollen wissen, wie die Infrastruktur eines Providers aussieht, auf der betriebswichtige oder täglich genutzte Office-Applikationen laufen. Das ist zum Beispiel in Bezug auf die Sicherheit von Bedeutung. Oft wirkt es vertrauensbildend, mit wenig Aufwand persönlich einmal einen Blick auf das Rechenzentrum zu werfen. Besonders wichtig ist nicht nur deshalb für manche potentiellen WaaS-Kunden ein deutscher Standort des Provider-Rechenzentrums: Manche Daten dürfen die Landesgrenzen aus rechtlichen Gründen keinesfalls verlassen. Viele fürchten zudem gerade bei Rechenzentren im außereuropäischen Ausland unkontrollierbare Schnüffelei, wie sie die Enthüllungen von Edward Snowden im Jahr 2013 offenbarte.

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte unbedingt danach fragen, welche Zertifizierungen das Rechenzentrum des Dienstleisters hat. Besonders wichtig ist hinsichtlich der Sicherheit ISO 27001, diese Zertifizierung sollte also möglichst nicht fehlen. ISO 9001 regelt das Qualitätsmanagement, wer umweltbewusst ist, sollte auf die Zertifizierung nach dem Umweltmanagementstandard ISO 14001 achten. Die ISO 20000-Familie bearbeitet das Thema Servicemanagement.

Zudem gibt es eine Reihe von Spezial-Zertifizierungen. Wer etwa als Unternehmen auch auf dem amerikanischen Gesundheitsmarkt aktiv ist, braucht ein HIPAA-Zertifikat, Finanzdienstleister im US-Geschäft brauchen das FISMA-Zertifikat und so fort. Hier muss jedes Unternehmen selbst wissen, worauf im Zweifel zu achten ist. Nutzt ein Anbieter als physische Basis ein Kollokations-Rechenzentrum, sind dessen Sicherheitszertifizierungen etc. als relevant.

Das Tiering ist ebenfalls unter (Ausfall-)Sicherheitsgesichtspunkten von Bedeutung. Dabei stehen die Tiers 1 bis 4 für ansteigende Sicherheitsstufen – bis hin ausfallsicheren Voll-Redundanz. Jedes Mehr an Sicherheit ist natürlich mit einem Mehr an Aufwand verbunden. Von Unternehmen genutzte Anwendungen sollten auf Rechenzentren nicht unter Tier 2 laufen. Tier 2 steht für 99 Prozent Verfügbarkeit oder 87 Stunden Ausfallstunden jährlich, Tier 3 für 99,9 Prozent Verfügbarkeit oder umgekehrt rund neun Ausfallstunden im Jahr und Tier 4 für 99,99 Prozent Verfügbarkeit oder etwa 52 Minuten Ausfallzeit pro Jahr.

Jeder muss selbst wissen, wie viel Ausfälle das Geschäft verkraftet. Natürlich wird ein Rechenzentrum einer höheren Tier-Klasse meist auch ein Backup-Rechenzentrum haben, gelegentlich sind sogar mehrere vorhanden. Höheres Tiering wird sich in der Regel im Preis niederschlagen, da der Aufwand für den Dienstleister ebenfalls erheblich höher ist.

Das Erfordernis der Redundanz gilt natürlich für den Stromlieferanten. Mindestens zwei sollten es schon sein, oder aber länger lauffähige Notstromdiesel als Überbrückung für mehrere Stunden nach einem Stromausfall. Manche Anbieter sind mit Angaben zu diesem Thema sehr zurückhaltend. Wer daran interessiert ist, die Umweltbilanz zu verbessern, kann sich vorzugsweise danach umsehen, ob das Rechenzentrum des Diensteanbieters oder dessen Kollokateur ein Grünstromangebot macht.

Von ähnlicher Bedeutung sind die Zahl, Bandbreite und Einbindung der Datenverbindungen, mit denen das Rechenzentrum ausgerüstet ist, um sich ins Internet zu integrieren. Grundsätzlich gilt: je mehr und je breiter desto besser. Besonders komfortabel ist es, wenn der Dienstanbieter direkt mit dem deutschen Internet-Knotenpunkt DE-CIX in Frankfurt verbunden ist. Bei den Geschwindigkeiten setzen die Dienstanbieter heute meistens auf 10 GBit/s. Interessant ist auch, wenn ein Unternehmen eine eigene Infrastruktur betreibt, denn zumindest innerhalb dieser sind die Kunden des jeweiligen Providers bis zum De-CIX sozusagen unter sich.

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