Neue offene Hardware von der OpenPOWER Foundation

CloudServer

Ein neuer offener Hochleistungsserver sowie weitere offene Hardware-Lösungen und Komponenten stellt die OpenPOWER Foundation vor. So kommt von Rackspace beispielsweise ein neues Motherboard-Design speziell für den Einsatz von OpenStack.

TN71-BP012_Tyan
Hersteller Tyan zeigt mit dem TN71-PB012 den ersten kommerziell verfügbaren OpenPOWER-Server. (Bild: Tyan)

Die OpenPOWER Foundation stellt auf dem OpenPOWER-Summit in San Jose neue Server, Boards, Karten und Mikroprozessoren vor. Diese Industrieinitiative hat es sich zum Ziel gemacht, rund um den POWER-Prozessor von IBM offene Hardware- und Software-Lösungen zu entwickeln. Für IBM ist das eine Möglichkeit, das Ökosystem rund um den Highend-Prozessor zu stärken. Daher zielen auch die meisten neuen Komponenten auf hoch skalierbare Architekturen ab.

Inzwischen zählt die OpenPOWER Foundation mehr als 110 Mitglieder. So zählen unter anderem Google, Ubuntu, Mellanox, Micron, Nvidia oder Samsung zu den Mitgliedern der Foundation. Laut Foundation bieten offene Hardware-Lösung auf Basis des POWER-Prozessors von IBM einen Kostenvorteil von bis zu 60 Prozent.

Der Cirrascale RM4950 basierent auf POWER8. (Bild: Cirrascale)
Der Cirrascale RM4950 POWER8 ist ein Development Server
und basiert auf POWER8 und der NVIDIA Tesla GPU und richtet sich speziell an die Entwicklung von parallelisierten Big-Data-Anwendungen.
(Bild: Cirrascale)

Der POWER8-Mikroprozessor zielt vor allem auf den Einsatz von Big-Data- und Analytics-Aufgaben ab. Zu den neu angekündigten Produkten zählen unter anderem der Hochleistungsserver-Prototyp “Firestone”, der die Weichen in Richtung Exascale stellen soll. Der Server wird gemeinsam von IBM und Wistron mit Technologien von NVIDIA und Mellanox entwickelt. Firestone markiere auch die erste Lösung auf IBMs Technical Computing Roadmap. Weitere Stationen sind hier die Entwicklung von zwei Systemen für die Lawrence Livermore und Oak Ridge National Laboratories. Diese Systeme sollen fünf bis zehn Mal schneller sein als die heute führenden Supercomputer.

Von dem Hersteller Tyan kommt auch der erste kommerziell erhältliche OpenPOWER-Server. Der TYAN TN71-BP012 eigne sich vor allem für anspruchsvolle Cloud-Anwendungen und wurde gemäß des OpenPOWER-Kundenreferenzsystem entwickelt, das Tyan im Oktober 2014 vorgestellt hat. IBM hat bereits angekündigt, die neuen Server als Teil der SoftLayer-Infrastruktur in Betrieb zu nehmen. Ab der zweiten Jahreshälfte sollen diese die Grundlage für den Bare-Metal-Service von Softwlayer verfügbar sein.

NVIDIA, Tyan und Cirrascale stellen mit “Cirrascale RM4950” die erste GPU-beschleunigte OpenPOWER-Entwicklerplattform vor. Die Plattform unterstützt die Entwicklung von GPU-beschleunigten Big-Data-Analysetechniken, Deep Learning und Computeranwendungen für die Wissenschaft und soll ab der zweiten Jahreshälfte verfügbar sein.

Der gesamte Mainboard-Stack liefert offene Architekturen für OpenStack. (Bild: Rackspace)
Rackspace liefert ein neues Mainboard-Design, das speziell auf den Einsatz von OpenStack und Open Compute abzielt. Der komplette Stack ist mehr oder weniger offen. (Bild: Rackspace)

Rackspace stellt zudem eine Open-Server-Spezifikation und ein Motherboard vor, das OpenPOWER, Open Compute und OpenStack unterstützt. Ziel des neuen Designs sind das Anbieten von OpenStack Services und der Einsatz in Rackspace Rechenzentren. Verschiedene Innovationen und Optimierungen versprechen für den Einsatz von OpenStack mehr Leistung und Features.

Eine weitere Entwicklung setzt auf das Coherent Accelerator Processor Interface (CAPI), ein Interface-Feature, das in die POWER-Architektur integriert ist. CAPI erlaubt Lösungen, die direkt auf der POWER-Architektur aufsetzen. Zu diesen neuen CAPI-basierten Lösungen gehören unter anderem die ConnectX-4-Adapter-Karte von Mellanox, die Virtex-7-Adapter-Karte von Convey und Xilinx sowie Shared Virtual Memory zwischen einem Stratix V FPGA Accelerator und einer POWER8-CPU von Altera und IBM. Diese OpenPOWER und CAPI-basierten Lösungen erweitern das Nallatech OpenPOWER Developer Kit, das Altera und IBM gemeinsam Ende 2014 auf den Markt gebracht haben.

Neu ist auch die Community-Initiative der “OpenPOWER Advisory Group”. Damit kann die OpenPower Foundation besser mit anderen Organisationen für offene Entwicklung in Kontakt zu treten. Zu den Antrittsmitgliedern der Advisory Group zählen die Linux Foundation, das Open Compute Project und die China POWER Technology Alliance (CPTA). Die Advisory Group soll zudem dem OpenPOWER-Vorstand beratend zur Seite stehen.

“Seit unserer ersten öffentlichen Veranstaltung vor mehr als einem Jahr ist die OpenPOWER Foundation enorm gewachsen und hat die Entwicklung neuartiger Technologien für Rechenzentren vorangetrieben”, berichtet der Vorsitzende Gordon MacKean. “Durch die individuellen und gemeinsamen Anstrengungen bringen wir neuen Schwung in den Markt. Wir liefern Innovationen, die Rechenzentrumstechnologien weiterentwickeln, eine größere Auswahl bieten und die Markteffizienz verbessern.”

Die Mitglieder der OpenPOWER Foundation präsentieren außerdem speziell für China entwickelte Produkte. Im Mittelpunkt des derzeit entstehenden OpenPOWER-Ökosystems in China steht CP1, der erste POWER-Chip für den chinesischen Markt, von dem chinesischen Chipdesigner PowerCore.

Die ersten OpenPOWER-Systeme mit CP1 werden dieses Jahr auf den Markt kommen. Zoom Netcom wird CP1 für eine neue Server-Reihe namens RedPower einsetzen – Chinas erstes OpenPOWER Two-Socket-System, das ebenfalls dieses Jahr erscheint. Weitere chinesische OpenPOWER-Mitglieder – unter anderem ChuangHe – legen Designs für OpenPOWER-Systeme mit POWER8-Prozessoren vor, die planmäßig noch in diesem Jahr erhältlich sein werden.

Die Ankündigungen beruhen auf der Empfehlung für OpenPOWER durch die chinesische Regierung im letzten Herbst und der Formierung der China POWER Technology Alliance (CPTA), einer Publick-Private- Partnerschaft. Die Mission der CPTA ist es, unter Anweisung der Regierung lokale und aus dem OpenPOWER-Ökosystem stammende Ressourcen zu integrieren, um Chinas Industriestruktur zu optimieren und chinesischen Unternehmen Chancen für Innovationen zu schaffen.

 

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