Teure Datenpanne: Target will 10 Millionen an Opfer zahlen

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Deutlich unter den Forderungen der Betroffenen bleibt die Einzelhandelskette Target mit insgesamt 10 Millionen Dollar Schadensersatz.

Die Kaufhauskette Target hat in einem Gerichtsverfahren jetzt zugestimmt, insgesamt 10 Millionen Dollar an die Opfer eines Datenverlustes zu bezahlen. Ende 2013 wurden bei Target im großen Umfang Informationen zu Kredit- und Bankkarten entwendet.

Eine der knapp 1800 Target-Filialen in den USA. (Bild: Target)

Nun hat das Unternehmen eingewilligt, einzelnen Opfern bis zu 10.000 Dollar an Schadensersatz zukommen zu lassen. Allerdings muss jetzt ein Richter dem noch zustimmen. Die Kläger fordern offenbar deutlich höhere Summen.

Dennoch ist Target optimistisch, den Vorgang bald abschließen zu können. “Wir freuen uns, dass der Prozess weiter geht und wir freuen uns, das Verfahren abschließen zu können”, kommentiert Molly Snyder gegenüber CBS News.

Insgesamt wurden zwischen dem 27 November und dem 15 Dezember im Jahr 2013 alleine bei Target rund 40 Millionen Datensätze zu EC- und Kreditkarten gestohlen. Neben Target waren auch das Luxus-Kaufhaus Neiman Marcus sowie drei weitere kleinere Handelsketten Berichten zufolge von dem Betrugsfall betroffen gewesen. Damit könnte sich die Zahl der entwendeten Datensätze auf über 100 Millionen Kartendaten erhöhen.

Die Behörden gehen davon aus, dass die Datendiebe diese Daten entwenden konnten, in dem sie in nahezu allen etwa 1800 Target-Filialen an den Bezahl-Terminals eine Spionage-Software installiert hatten. Wenn Kunden der Kaufhauskette dann ihre Einkäufe elektronisch bezahlten, wurden die Daten von der Schadsoftware ausgelesen.

Nachdem das Unternehmen verpflichtet ist, diesen Datenübergriff zu melden, wurden mindestens 15 Klagen und Schadensersatzforderungen von Betroffenen eingereicht. Aufgrund der Vielzahl der Klagen startet das US-Justizministerium auch eine eigene Untersuchung des Vorfalls.

Ob die jüngsten Entlassungen bei Target, das Unternehmen hat unlängst die Streichung von 1700 Stellen angekündigt, mit dem Datenverlust zusammenhängen, ist nicht bekannt.

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