Telefónica beginnt Fusion der UMTS-Netze von O2 und E-Plus

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Der Mobilfunkkonzern schaltet die Kunden für das sogenannte National Roaming frei. Die Zusammenlegung soll eine bessere UMTS-Versorgung in ländlichen Gebieten ermöglichen. Eigentlich hätte die Umstellung erst Mitte April starten sollen.

Telefónica Deutschland hat damit begonnen, die UMTS-Netze von O2 und E-Plus zusammenzulegen. Für Kunden ist die Freischaltung für das sogenannte National Roaming kostenfrei und erfolgt automatisch über die SIM-Karte. Den Schritt hat der Konzern Anfang März angekündigt.

Zuvor testete das Unternehmen den Zusammenschluss im Gebiet von Altenkirchen und im Raum Augsburg. Da diese Tests Telefónica zufolge erfolgreich verliefen, habe man sich entschieden bereits früher als ursprünglich geplant, die Netze zusammen zu legen.

Die Umstellung soll nur “wenige Wochen” dauern, bis sämtliche Nutzer davon profitieren. Das Angebot gilt nicht nur für Anwender von O2 und E-Plus, sondern auch von anderen Marken des Konzerns sowie dessen Partner. Das betrifft Nutzer von Blau Mobilfunk, Ortel Mobile, Türk Telekom Mobile, Ay Yildiz, Simyo, Base, Fonic und Aldi Talk.

TElefonica übernimmt E-Plus O2 kauft E-PlusDie Integration der Funknetze ist der nächste Schritt der Fusion von O2 und E-Plus. Kunden der Anbieter stehen nun der 3G-Funk beider Netze zur Verfügung. Damit verbessert sich ihr Empfang. Die Geräte wählen sich in Gebieten, in denen das Netz des Anwenders keine Abdeckung bietet von selbst in das jeweils andere Mobilfunknetz ein, erklärt Telefónica.

Der Zusammenschluss soll darüber hinaus in städtischen Gebieten eine dichtere Netzversorgung in Gebäuden sicherstellen. Auf dem Land profitieren Nutzer vor allem von eine ausgedehnten UMTS-Anbindung. Über National Roaming werden diese dann automatisch mit einem anderen UMTS-Netz verbunden, das eine entsprechende Abdeckung anbietet.

Im Oktober 2014 schloss Telefónica die Übernahme von E-Plus ab. Der Mutterkonzern des Münchner Mobilfunkanbieters O2 zahlte rund 8,6 Milliarden Euro für die Übernahme. Das Unternehmen erhofft sich mit der Bündelung der UMTS-Netze Einsparungen in Höhe von über 5 Milliarden Euro.

Von den rund 40.000 Basisstationen sollen durch die Zusammenführung etwa 14.000 eingespart werden. Außerdem will Telefónica in den nächsten drei Jahren 1600 Arbeitsstellen streichen. Aktuell beschäftigt das Unternehmen etwa 6000 Mitarbeiter und ist – gemessen an den Teilnehmern – Deutschlands größter Mobilfunkprovider.

[mit Material von Peter Marwan, ITespresso.de]

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