CloudCloud-Management

HP zieht sich aus dem Rennen um die Public Cloud zurück

HP (Bild: HP)
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HP will offenbar nicht mit Google Amazon, IBM oder Azure in den Ring steigen, um ebenfalls eine umfangreiches Cloud-Infrastruktur-Angebot aufzubauen.

HP verfolgt beim Thema Public Cloud offenbar einen neuen Ansatz. Bill Hilf, Senior Vice President für das Helion-Produktmanagement bei HP erklärt gegenüber der New York Times, dass “HP die Public Cloud anderen überlässt”.

Bill Hilf, SVP Helion. (Bild: HP)
Bill Hilf, sieht für HP keinen Sinn darin, mit Amazon Web Services oder Microsoft Azure um Marktanteile zu konkurrieren. (Bild: HP)

Hilf wird von dem Autor Quentin Hardy mit folgenden Worten zitiert: “Wir dachten, dass die Leute von uns Computing kaufen oder mieten würden. Aber es zeigt sich, dass es für uns keinen Sinn macht, in ein Kopf-an-Kopf-Rennen [mit Amazon] einzusteigen.”

Das klingt für sich genommen so, als würde sich HP generell aus dem Markt zurückziehen. Wie ein HP-Sprecher gegenüber dem Magazin VentureBeat klar stellt, sei das aber nicht der Fall: “HP verlässt nicht den Public Cloud Markt. Wir haben die größte auf OpenStack basierende Public Cloud auf dem Markt. Und damit konkurrieren wir auch nicht mit den großen Public-Cloud-Anbietern.”

Derzeit versuchen der Marktführer Amazon und auch die Verfolgergruppe aus Microsoft, Google und IBM sich mit verschiedenen Features oder günstigen Preisen gegenseitig Marktanteile abzujagen. Für HP, das bis Oktober die Aufspaltung des Unternehmens in eine Drucker-Sparte und einen Bereich für Unternehmenskunden abgeschlossen haben will, ist vermutlich derzeit tatsächlich nicht realisierbar, in diesen teuren Kampf einzusteigen.

HPs Cloud-Strategie konzentriert sich derzeit zu großen Teilen auf die eigene OpenStack-Distribution Helion. Neben erheblichen Investitionen in die Entwicklung von OpenStack, hat HP auch Eucalyptus übernommen, das ursprünglich eine Alternative zu OpenStack entwickelt hat, inzwischen aber offenbar auch mehr auf OpenStack abzielt.

HP verteilt das Management auf zwei Firmen (Screenshot: ZDNet).
HP verteilt das Management auf zwei Firmen (Screenshot: ZDNet).

Nachdem OpenStack in der Anwendung noch vergleichsweise komplex ist, und vor allem große Provider und Anwender wie etwa PayPal mit dieser Technologie arbeiten, ist eine Konzentration rund um diese Technologie möglicherweise auch für einen Anbieter von Server-Hardware eine ausbaufähige strategische Option.

“Wir hatten eine Menge Leute, die wussten wie man Boxes verkauft, und die mussten lernen, wie man aus den Downloads von Apps und der Entwicklung von Software profitiert”, so Hilf weiter. “Meg [Whitmann] hat einen Plan aufgesetzt, über den wir echte Engineered Systems von vorne bis hinten für einzelne Kunden aufbauen werden.” So bietet HP mit Helion Rack hier bereits ein erstes Produkt an. Das allerdings zielt auf Private Cloud.

Mit dem Einstieg in den Bereich von Komplettsystemen verlässt HP den umkämpften Markt der Public Cloud, stellt sich aber den Angeboten von Oracle entgegen, das neben den Engineered Systems Exalytics und Exalogic ebenfalls eine eigene OpenStack-Distribution anbietet.

Eine weitere strategische Option für HP beleuchtet Klaus Berle, Director Cloud Computing bei HP Deutschland, in seinem Blog für silicon.de. Berle macht sich für einen “Föderalen Cloud-Giganten” auf EU-Ebene stark. Der funktioniere wie “eine zentrale Handelsplattform, bringt Angebot und Nachfrage zusammen und sorgt für die Einhaltung von Qualitäts-, Sicherheits- und Datenschutzstandards – die Entwicklung und Nutzung der Dienste erfolgt dagegen dezentral vor Ort.” Als technologischen Kern dieser neuen Plattform, die wie ein App-Store funktionieren soll, sieht Berle OpenStack.

“Es könnte damit ein “föderaler Cloud-Gigant” entstehen, der die Macht der Vielen bündelt und damit den Internet-Giganten aus West und Ost ebenbürtig ist. Das egalitäre Prinzip des App-Stores würde für Wettbewerb und hervorragende Wachstumsbedingungen sorgen, weil Größe keine Einstiegshürde darstellt. Außerdem könnte damit die europäische Datenschutz- und Sicherheitskultur eine nicht nur politische, sondern auch ökonomische Macht entfalten.”

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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