BlackBerry übernimmt Enterprise-Sync-Spezialisten WatchDox

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Nach dem Hack auf Sony Pictures vergangenes Jahr wuchs das Interesse Hollywoods an der WatchDox-Lösung, die sicheren Dateitransfer auch außerhalb des Unternehmens erlaubt, jetzt übernimmt BlackBerry das Startup.

BlackBerry hat das israelische Startup WatchDox übernommen. Das Unternehmen hat sich auf Datei-Sicherheit und Digital Rights Management spezialisiert. Interessant dabei ist offenbar auch die Tatsache, dass die WatchDox-Technologie dabei verschiedene Plattformen unterstützt. BlackBerry gibt die finanziellen Details der Übernahme nicht bekannt. Zudem stehen noch einige Genehmigungen aus.

Im Vorfeld hatten verschiedene Medien in Israel von der möglichen Übernahme berichtet. Demnach soll BlackBerry zwischen 100 und 150 Millionen Dollar für das etwa 100-Mitarbeiter starke Unternehmen zahlen.

BlackBerry wolle mit der Übernahme laut eigenen Angaben, die Sicherheit der BlackBerry-Plattform noch weiter verbessern und Unternehmen damit eine verbesserte Kontrolle über Dateien ermöglichen, auch wenn diese bereits das Unternehmen verlassen haben. Die WatchDox-Technologie soll das Enterprise Mobility Management Portfolio von BlackBerry erweitern und werde zusammen mit BES12 verfügbar sein.

Kern von WatchDox ist eine sichere Enterprise File-Sync-and-Share-Lösung. Die sorgt dafür, dass Mitarbeiter Dokumente auf beliebigen Endgeräten teilen können und auch nach der Weitergabe an Dritte noch den Zugriff auf das Dokument verwalten können. So können Anwender beispielsweise festlegen, wie und ob ein Dokument bearbeitet werden kann, es kopiert werden, oder ob es ausgedruckt oder weitergeleitet werden darf. Bei einem Datendiebstahl können Administratoren auch den Zugriff auf die Dateien stoppen.wd-home-graphic

Das Unternehmen hat den Hauptsitz in Palo Alto in Kalifornien, die Forschung und Entwicklung allerdings ist in Petah Tikva in Israel angesiedelt.

Nach dem Angriff auf Sony Pictures vergangenes Jahr wuchs das Interesse der Filmstudios an der WatchDox-Lösung. Daneben nutzen auch Behörden, Unternehmen der Finanzbranche und in der Herstellung die Lösung. Dabei sei diese aber nicht als Medium für die massenhafte Verbreitung von Dateien gedacht, sondern vielmehr als Schutz für sensible Dokumente, Videos und andere digitale Inhalte.

“BlackBerry baut ständig den Bereich Datensicherheit aus und erlaubt damit mehr Zusammenarbeit und Sharing, als damit den Nutzern Beschränkungen auferlegt werden”, kommentiert John Chen, BlackBerry Executive Chairman und CEO. “Mit dieser Akquisition machen wir einen weiteren großen Schritt in der Transformation, BlackBerry als wichtigste Plattform für sichere mobile Kommunikations-Software und Kommunikationsanwendungen für alle Geräte und alle Betriebssysteme aufzubauen.”

WatchDox erlaubt auch eine Lokalisierung von Dokumenten. (Bild: WatchDox)
WatchDox erlaubt auch eine Lokalisierung von Dokumenten. (Bild: WatchDox)

Zusammen mit der Übernahme von Secusmart, der Partnerschaft mit Samsung und den internen Entwicklungen sowie jetzt der Akquisition von WatchDox könne BlackBerry nun sichere Kommunikation bei Voice, Text, Messaging, Data und jetzt Enterprise File-Sync-and-Share Ende-zu-Ende anbieten, so Chen weiter.

WatchDox wurde 2008 als Confidela gegründet und veröffentlichte 2009 das erste Release von WatchDox. Dann hatte sich das Unternehmen den Namen des Hauptproduktes gegeben. Bislang konnte das Unternehmen knapp 36 Millionen Dollar an Wagniskapital einsammeln. Zu den Investoren gehören die Blackstone Group, Gemini Israel Ventures, Millennium Technology Value Partners, Shasta Ventures sowie die Trusteer-Gründer Shlomo Kramer.

Für BlackBerry ist es nicht unbedingt einfacher geworden, wieder als gewichtiger Player in den Bereich Enterprise Mobility zurückzukehren. Zwar hat das Unternehmen im zurückliegenden Quartal einen Gewinn von 28 Millionen Dollar erwirtschaftet, doch der wurde vor allem durch einen radikalen Sparkurs ermöglicht. So ging gleichzeitig der Umsatz von 976 Millionen Dollar auf 660 Millionen Dollar zurück. Derzeit ist der Umsatzanteil von Software mit 67 Millionen Dollar bei BlackBerry noch recht überschaubar. Offenbar versucht Chen das mit Zukäufen und Partnerschaften wie mit Samsung bei Knox jetzt zu ändern.

 

 

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