Microsoft zahlt bei jedem Lumia-Smartphone drauf

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Ab dem 4. Quartal 2016 könnte es wieder Smartphones mit der Marke Nokia geben. Derzeit vertreibt Microsoft die Hardware unter dem Namen Lumia.

12 Cent pro Gerät verliert der Softwarekonzern. Kosten für Marketing sowie Forschung und Entwicklung sind dabei noch nicht eingerechnet. Außerdem warnt Microsoft vor einer größeren Abschreibung auf den Wert der Handysparte. Dadurch könnte der Gewinn im nächsten Quartal deutlich belastet werden.

Microsoft hat pro verkauften Lumia-Smartphone einen Verlust von 12 Cent gemacht – noch vor Abzug der Marketing- sowie Forschungs- und Entwicklungskosten und anderer Ausgaben. Das berichtet Computerworld. Dadurch entstand – trotz einer Umsatzsteigerung der von Nokia übernommenen Handysparte im dritten Geschäftsquartal auf 1,4 Milliarden Dollar – ein operativer Fehlbetrag von 4 Millionen Dollar.

In einer Börsenpflichtmeldung hat Microsoft außerdem Investoren vor einer möglichen Abschreibung in Folge der Nokia-Übernahme gewarnt. Das Risiko einer Wertberichtigung sei aufgrund der jüngsten Zahlen sehr hoch. Der Softwarekonzern erwartet Computerworld zufolge, dass der Buchwert der Smartphone-Sparte den eigentlichen Marktwert deutlich übertrifft.

Ein Rückgang der Verkaufszahlen oder des Cash Flow könnten eine Wertberichtigung erforderlich machen. Diese würde möglicherweise zu einer “erheblichen Gewinnbelastung” führen, so Microsoft weiter. Daher sei mit einer “sehr, sehr großen Abschreibung und einem Quartalsverlust” zu rechnen, schließt der unabhängige Analyst Ben Thompson daraus.

Microsoft (Bild: Microsoft)
Microsoft warnt vor einer größeren Abschreibung auf den Wert der Handysparte. (Bild: Microsoft)

Der Softwarekonzern beziffert den Wert der Handysparte in der Bilanz mit aktuell 5,46 Milliarden Dollar. Hinzu kämen immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 4,51 Milliarden Dollar. Microsoft hat die Bewertung der Handysparte mit der Erwartung “größerer Synergien, die sich aus der Integration von Nokias Handygeschäft ergeben”, begründet.

Allerdings haben sich diese Erwartungen nach Einschätzungen des Unternehmens nicht erfüllt. “In diesem konkurrenzbetonten und unbeständigen Markt ist es möglich, dass wir unsere Vorhersage nicht erreichen”, schreibt Microsoft in der Börsenpflichtmeldung.

Microsoft hatte die Abschreibung bei der Präsentation der Bilanz für das dritte Geschäftsquartal noch nicht erwähnt. Chief Financial Officer Amy Hood teilte nur mit, dass der Konzern eine weitere Kostensenkung vornehme. Darüber hinaus erklärte sie, dass das Ziel im nächsten Geschäftsjahr 2016 (ab 1. Juli 2015) mit der Handysparte keine Verluste mehr einzufahren, möglicherweise nicht erreichen werden könne.

Bereits 2012 hatte Microsoft einen Milliardenbetrag auf den Wert einer Akquisition abgeschrieben. Die Korrektur belastete das vierte Fiskalquartal 2012 (bis 30. Juni) mit insgesamt 6,2 Milliarden Dollar. Der größte Teil der Abschreibung entfiel auf die Übernahme der Online-Firma Aquantive im Jahr 2007.

Die Wertberichtigung habe Microsoft vorher ebenfalls in einer Börsenpflichtmeldung angekündigt, jedoch weniger deutlich als jetzt, ergänzte Computerworld. Vor drei Jahren habe es beispielsweise nicht von einem “erhöhten Risiko einer Abschreibung” gesprochen.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

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