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Infineon übernimmt Power Semitech komplett

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Das in Südkorea ansässige Unternehmen existiert seit 2009 als ein Joint-Venture von Infineon und LS Industrial Systems. Durch die Übernahme der restlichen Anteile stärkt sich der Anbieter von Halbleitern im Bereich für Intelligente Leistungsmodule.

Infineon hat angekündigt, die restlichen Anteile an Power Semitech zu übernehmen. Es hatte das Unternehmen 2009 gemeinsam mit LS Industrial Systems in Korea als Joint-Venture gegründet. Über den Kaufpreis macht es keine Angaben. Durch die Akquisition stärkt der deutsche Halbleiterhersteller den Bereich Intelligente Leistungsmodule (Industrial Power Modules, IPMs). Diese ermöglichen eine höhere Energieeffizienz bei Haushaltsgeräten wie Kühl- und Gefrierschränken, Waschmaschinen, Trocknern und Klimageräten.

“Die Leistungselektronik ist ein wichtiger Eckstein für unser Engagement bei der globalen Herausforderung zur Verbesserung der Energieeffizienz”, sagte Dr. Helmut Gassel, Präsident des Geschäftsfelds Industrial Power Control bei Infineon. “Die funktionale Integration ist eine der bedeutendsten Entwicklungen in dieser Industrie – mit unserem verstärkten Engagement bei den Intelligenten Leistungsmodulen nehmen wir an einem stark wachsenden und sehr attraktiven Markt teil. Unternehmen in diesem Umfeld begrüßen unsere strategische Weiterentwicklung vom Produktdenken zum Systemverständnis.”

Aufgrund des Trends, Verbrauchsgüter und kleinere industrielle Antriebe energieeffizienter zu gestalten, wächst Infineon zufolge der weltweite IPM-Markt stetig. Die mithilfe von IMPs gesteuerten Motoren mit variabler Geschwindigkeit in Haushaltsgeräten sollen etwa 50 Prozent weniger Energie benötigen als ungeregelte Motoren mit einfacher An/Aus-Funktion.

Dr. Helmut Gassel, Präsident des Geschäftsfelds Industrial Power Control bei Infineon. (Bild: Infineon)
Dr. Helmut Gassel, Präsident des Geschäftsfelds Industrial Power Control bei Infineon. (Bild: Infineon)

IPM-Produkte nutzen Leistungshalbleiter und Integrierte Schaltungen in einem kompakten Gehäuse. Die Module kommen zum Einsatz, um die Energieeffizienz von Elektromotoren mit variabler Geschwindigkeit in Konsumgütern wie Weißer Ware oder anderen Anwendungen zu erhöhen.

Darüber hinaus führe die erhöhte Effizienz zu einem geringeren Bedarf an Isolierungsmaterial für das Gehäuse von Haushaltsgeräten. Das senke nicht nur die Kosten, sondern biete auch neue Design-Möglichkeiten.

Infineon zufolge erwarten Marktforscher von IHS Technology, dass der weltweite Markt für IPM-Produkte von 2013 bis 2018 um jährlich durchschnittlich zehn Prozent wachsen wird, für das Segment der Konsumgüter wird sogar von einem durchschnittlichem jährlichen Wachstum von 15,5 Prozent in diesem Zeitraum ausgegangen. Haushaltsgüter sollen in diesem Segment die Wachstumstreiber der nächsten Jahre sein.

3 Milliarden Dollar für International Rectifier

Ursprünglich verfügte Infineon über 46 Prozent der Anteile an Power Semitech. Im Juni 2014 hatte das Unternehmen den Anteil auf 66 Prozent erhöht. Der Firmensitz befindet sich in der Südkoreanischen Hauptstadt Seoul. Es beliefert alle führenden Marken für Haushaltsgeräte.

Im Januar 2015 hatte Infineon bereits das Halbleiterunternehmen International Rectifier (IR) aus den USA übernommen. Es zahlte damals rund 3 Milliarden Dollar. International Rectifier entwickelt Power-Management-Technologien. Das Portfolio umfasst unter anderem Schaltbausteine, Leistungsversorgungssysteme und Komponenten zur schnellen Datenverarbeitung. Die Lösungen des Unternehmens setzen Hersteller von Computern, energiesparenden Haushaltsgeräten, Beleuchtungen, Automobilen, Satelliten, Flugzeugen und Verteidigungstechniksystemen ein, um die Stromversorgung ihrer Geräte zu optimieren.

Andre ist Jahrgang 1983 und unterstützte von September 2013 bis September 2015 die Redaktion von silicon.de als Volontär. Erste Erfahrungen sammelte er als Werkstudent in den Redaktionen von GMX und web.de. Anschließend absolvierte er ein redaktionelles Praktikum bei Weka Media Publishing. Andre hat erfolgreich ein Studium in politischen Wissenschaften an der Hochschule für Politik in München abgeschlossen. Privat interessiert er sich für Sport, Filme und Computerspiele. Aber die größte Leidenschaft ist die Fotografie.

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