AVG bringt Management-Lösungen für KMU nach Deutschland

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Security in Firmen (Bild: Shutterstock/Mikko Lemola)

Der Antiviren-Spezialist AVG tritt jetzt mit komplexen Business-Angeboten in Deutschland an. Die Produkte sind in anderen Ländern bereits im Einsatz. Der Start in Deutschland kommt relativ spät, und die Konkurrenz ist groß. AVG setzt auf den wachsenden Bedarf an Management-Lösungen im Mobilzeitalter.

Der Security-Anbieter AVG ist in Deutschland hauptsächlich durch seine Security-Software bekannt. Die Antiviren-Software von AVG gehört zu den beliebtesten Programmen bei Privatanwendern und kleinen Unternehmen. Doch das Geschäft mit der Antiviren-Software in Deutschland reicht dem 1991 gegründeten Unternehmen mit Sitz in Amsterdam offenbar nicht mehr.

Ab sofort ist das hierzulande weitgehend unbekannte Business-Portfolio auch in Deutschland und in der Schweiz erhältlich. Bisher war AVG damit in Ländern wie Australien, Großbritannien, Kanada und den Vereinigten Staaten sowie in Skandinavien aktiv.

Management-Software für KMU

Dabei handelt es sich um Business-Lösungen für kleine und mittlere Unternehmen, die helfen sollen, die typischen Herausforderungen für IT-Admins leichter zu bewältigen. Im Mittelpunkt stehen Verwaltung und Sicherheit für die Armada von Endgeräten, die Mitarbeiter in Unternehmen heutzutage nutzen – vom Smartphone über das Tablet und das Notebook bis hin zum PC.

Das Dashboard von Cloud Care verschafft den schnellen Überblic (Screenshot: AVG).
Das Dashboard von Cloud Care verschafft den schnellen Überblic (Screenshot: AVG).

Auch die diversen Zugangsarten werden im AVG-Business-Portfolio berücksichtigt. Egal, ob der Mitarbeiter sich mit dem Arbeitsplatz-PC im Netzwerk anmeldet, unterwegs Daten aus Dropbox holt oder mit Microsofts Cloud-basierter Bürosoftware Office 365 arbeitet, überall sollen die Daten geschützt und die Authentizität des Nutzers gewährleistet sein. Folgende Produkte sollen diese Aufgaben übernehmen: Managed Workplace, Cloud Care und Secure Sign On.

Business Cloud Care

Eine cloudbasierte Verwaltungslösung, in der die Online-Sicherheit aller Geräte und Zugänge geregelt wird. Der IT-Admin nutzt ein Dashboard, über das er den Datenzugriff der Mitarbeiter und ihrer genutzten Geräte überwacht und die jeweiligen Rechte vergibt.

Auch der Zugang zu Managed Workplace erfolgt Cloud-basiert über das Dashboard (Screenshot: AVG)
Auch der Zugang zu Managed Workplace erfolgt Cloud-basiert über das Dashboard. (Screenshot: AVG)

Funktionen wie Virenschutz, Content-Filter, Spam-Filter, Online-Backup oder E-Mail-Verschlüsselung sind in Cloud Care integriert oder lassen sich integrieren. Bei Cloud Care muss nichts auf dem Desktop installiert werden, der IT-Manager loggt sich über den Browser in das Dashboard der Software ein.

Business Managed Workplace

Diese Lösung legt den Fokus ebenfalls auf Sicherheit. So ist beispielsweise die klassische Security-Suite AVG-Antivirus ein Bestandteil von Managed Workplace. Im Kern ist das Produkt eine Lösung zur Remote-Überwachung und -Verwaltung von Mobilgeräten (iOS und Android).

Regelmäßige Systemaufgaben wie Wartung erledigt die Software bei Bedarf automatisch. Bei Ausfällen von Geräten oder Anwendungen soll die Verwaltungssoftware frühzeitig Warnhinweise geben. Helpdesk-Tickets werden ebenfalls ausgegeben.

Bei Problemen warnt Managed Workplace rechtzeitig, um Ausfallzeiten möglichst kurz zu halten (Screenshot: AVG).
Bei Problemen warnt Managed Workplace rechtzeitig, um Ausfallzeiten möglichst kurz zu halten (Screenshot: AVG).

Die Software arbeitet mit der Virtualisierungs-Plattform VMWare zusammen und versteht sich laut Hersteller mit den Lösungen von Anbietern wie Cisco, Symantec, Microsoft (Hyper-V) oder Juniper Networks.

Der Zugriff auf Apps und Cloud-Lösungen wird ebenfalls kontrolliert. Dafür ist ein SSO-Modul (Secure Sign-On) zuständig. Schließlich gehört ein Modul für Backup und Disaster Recovery (BDR) zum Funktionsumfang. Die Bedienung erfolgt über ein zentrales Dashboard. Rein optisch kommt die AVG-Lösung im vertrauten “Social-Media-Stil” daher.

Secure Sign-On

Das oben erwähnte Secure Sign-On (SSO) ist im Gegensatz zu Managed Workplace tatsächlich ein neuentwickeltes Produkt. SSO dient zum Authentifizieren von Nutzern und Geräten und ist in Managed Workplace integriert. Die Lösung soll die Sicherheitsrisiken in Griff kriegen, die von vielen privat angeschafften Mobilgeräten (BYOD, Bring your own device) verursacht werden.

Die Software verwaltet und kontrolliert die Log-ins zu mobilen Endgeräten und in die Cloud. Mobile Endgeräte melden sich mit einem Klick in der Cloud oder im Unternehmensnetzwerk an (Single Secure Sign-On). Die Software unterstützt laut Hersteller mehr als 2500 Cloud-basierte Geschäftsanwendungen, darunter das bereits erwähnte Office 365, Salesforce, sowie die sozialen Netzwerke Facebook und Linked In.

Secure Sign-On regelt auch den Zugang zu Web-Apps (Screenshot: AVG).
Secure Sign-On regelt auch den Zugang zu Web-Apps (Screenshot: AVG).

Dass es sich bei den AVG-Lösungen, die jetzt auch in Deutschland angeboten werden sollen, um ausgereifte Produkte handelt, lässt bereits die Versionsnummer erahnen. Die zweite große Lösung, Managed Workplace ist gerade bei Version 9.1 angelangt.

Mit AVGs Endpoint Security und dem 2014 zugekauften Norman Safeground hat das Unternehmen nun zwei Antiviruslösungen im Angebot. Doch die AVG-Manager beteuern, dass beide Lösungen auch in Zukunft unterstützt werden.

Gehostet bei Amazon

Die deutsche Niederlassung von AVG Business ist in Düsseldorf. Vertrieben werden die Produkte aber nicht von AVG selbst, sondern von Partnern wie Managed Service Providern, Resellern und Händlern.

Gehostet werden die Produkte in einem Rechenzentren von Amazon, genauer gesagt bei Amazon Web Services in Frankfurt am Main. Um schon zum Start so viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, wird AVG das Produktportfolio im Mai in einer Veranstaltungsreihe vorstellen und die Funktionen demonstrieren. Unter anderem sind Termine in München, Stuttgart, Frankfurt am Main und Düsseldorf geplant. In der Schweiz stellen die AVG-Manager ihr Produkte in Zürich und Basel vor.

Spätstart in Deutschland

AVG wagt den Schritt auf den deutschen Markt eher spät. Deutschland gilt als der größte Markt in Europa und gerade die Softwarebranche verzeichnet seit vielen Jahren stabile Zuwächse. So wurden nach Angaben der Experton Group allein 2014 in Deutschland 19,1 Milliarden Euro mit Software umgesetzt.

Zudem ist AVG natürlich längst nicht der einzige Anbieter von Unternehmenslösungen, die versprechen, IT-Aufgaben wie Mobilgerätemanagement, Zugangskontrolle und Datensicherheit unter einen Hut zu bringen. Auf diesen Markt agieren bereits Anbieter wie Trend Micro, Sophos, Eset, Kaspersky, F-Secure oder G-Data, um nur einige der bekanntesten zu nennen. Die Softwarehäuser folgen dem seit Jahren etablierten Trend, dass immer mehr Aufgaben unabhängig vom Arbeitsplatz-PC erledigt werden.

Die Business-Lösungen von AVG werden im Amazon-Rechenzentrum in Frankfurt am Main gehostet. (Screenshot: Mehmet Toprak)
Die Business-Lösungen von AVG werden im Amazon-Rechenzentrum in Frankfurt am Main gehostet. (Screenshot: Mehmet Toprak)

Sogar klassische Desktop-Jobs wie die Buchhaltung werden inzwischen gerne via Tablet-PC in der Cloud erledigt. Die Ablösung vom Arbeitsplatz-PC und die Hinwendung zu verschiedensten Mobilgeräten, noch dazu von unterschiedlichen Herstellern und mit unterschiedlichen Betriebssystemen, das alles macht die Verwaltung und Kontrolle für die IT-Manager enorm aufwendig. Nicht zu vergessen die verschiedenen Zugangsarten – sei es übers Unternehmensnetzwerk sei es über die Cloud.

Noch nie war das Management der IT-Ressourcen so komplex und stellenweise chaotisch. Da bekommt sicher auch AVG eine Chance, das Chaos mit seinen Unternehmenslösungen zu bekämpfen.