Hybrid Clouds im Zeitalter der digitalen Transformation

CloudRechenzentrum

Mehr als die Hälfte der deutschen CIOs hat sich bereits mit dem Software-defined Datacenter befasst, vielen fehlen aber bislang noch Blaupausen, um hybride Rechenzentren erfolgreich betreiben zu können, weiß IDC-Analyst Matthias Kraus von IDC.

Die “Digitalisierung” hält unaufhaltsam Einzug in die Unternehmen. Die von IDC identifizierte dritte Plattform bildet dabei die Basis für mehr Innovation und Wachstum, die technischen Grundlagen sind Mobile Computing, Cloud-Dienste, Big Data und Analytics sowie soziale Netze.

Heute sehen wir, dass sich Modelle und Prozesse so massiv ändern, dass dem Begriff Digitalisierung das Attribut “bahnbrechend” zukommt. Betriebsabläufe müssen mobil und effizienter erledigt werden, etwa durch die Automatisierung von Prozessen. Die Customer Experience soll verbessert und komplett neue Geschäftsmodelle geschaffen werden. Das Rechenzentrum sowie die Verknüpfung mit externen Cloud Services ist ein entscheidender Grundstein für diesen Transformationsprozess.

Die Transformation der IT – der nächsten Schritt in Richtung Cloud

Firmen und Organisationen halten ihre Daten und Applikationen bislang bevorzugt im eigenen Rechenzentrum vor, die Gründe hierfür sind vor allem der Schutz von Investitionen. Aber auch Bedenken hinsichtlich der Einhaltung von Compliance sowie Sicherheitsrichtlinien führen insbesondere in Großunternehmen zu der Entscheidung für die Private Cloud. Ganz grundsätzlich beobachtet IDC aber auf allen Ebenen noch deutliches Potenzial und Handlungsbedarf. So gaben 61 Prozent der im vergangenen Jahr im Rahmen einer IDC-Studie befragten IT-Entscheider in Deutschland an, ihren Virtualisierungsgrad in den kommenden Monaten deutlich erhöhen zu wollen. Software-Defined Storage (SDS) und Software-defined Networking (SDN) ebenso wie die Nutzung konvergenter Systeme sind demnach die nächsten logischen Schritte.

Make or Buy – IT-Manager befinden sich an einem Wendepunkt

Die meisten IT-Abteilungen sind schlicht überfordert mit der konsequenten Umsetzung solcher IT-Innovationen, das Business – also die Fachabteilungen – wiederum will seine Anforderungen schnell umgesetzt sehen. Die Konsequenz ist dann oftmals die Entstehung einer intransparente Schatten-IT mit unkalkulierbaren Sicherheits- und Compliance-Risiken und neue Daten-Silos. Um genau dies zu vermeiden müssen IT-Verantwortliche jetzt reagieren und ihre Sourcing-Strategie grundlegend überdenken und neu ausrichten.

Cloud ist Realität – Hybride Umgebungen die Konsequenz

Angesichts der neuen Anforderungen, einer gereiften Sicherheitsdiskussion und der Verfügbarkeit neuer Rechenzentren “Made in Germany” planen viele Firmen und Organisationen die verstärkte Nutzung externer Cloud Services – sowohl in den Varianten Hosted als auch Public Cloud Services. Wir finden also zunehmend einen Mix aus verschiedenen IT-Sourcing-Modellen vor. Um Compliance-Vorgaben einzuhalten, das Budget übersichtlich zu halten und um dem Ruf der Fachabteilungen nach mehr Agilität endlich nachzukommen, planen mehr als 50 Prozent der Befragten aus bereits erwähnter Studie den Aufbau von hybriden Cloud-Umgebungen bis Ende 2016. Hierbei können dann etwa Speicherkapazität und Rechenleistung des eigenen Rechenzentrums, zum Beispiel für Testing oder Marketing-Kampagnen mit IaaS, flexibel erweitert werden. Auf Applikationsebene stellt beispielsweise die Verknüpfung von CRM aus der Cloud mit einer On Premise ERP-Lösungen einen typischen Anwendungsfall dar. Im Zuge der der digitalen Transformation werden Big Data-Analytics-Szenarien in Zukunft für zusätzlichen Bedarf an integrierten Hybrid Cloud-Umgebungen sorgen.

Neue Herausforderungen erfordern neue Antworten

Der CIO steht also ganz konkret vor der Herausforderung, die hybriden Umgebungen aufzubauen und ganzheitlich, möglichst End-to-End, zu betreiben. Regelbasiert sollen Workloads zukünftig automatisch verschoben werden. Neben aufwendigen IT-Veränderungen auf allen Ebenen – Architektur, Sicherheit, Performance, Management, SLAs, Monitoring und Reporting – sind Prozessanpassungen und die Datenintegration erforderlich. Der Bedarf an offenen Standards (zum Beispiel OpenStack) oder Container-Technologien (zum Beispiel Docker) wächst, um eine herstellunabhängige Portabilität zu gewährleisten. Das Interesse an neuen Management-Ansätzen ist groß. So hat sich fast die Hälfte der IT-Entscheider in Deutschland dem Software-Defined Datacenter befasst. Woran es fehlt, ist Best Practice.

Fazit

Im Zuge der digitalen Transformation werden Geschäftsprozesse automatisiert, die Customer Experience verbessert und komplette neue Geschäftsmodelle geschaffen werden. Die Mehrzahl der deutschen Unternehmen befindet sich allerdings noch am Anfang der digitalen Reise und muss jetzt aufpassen, den Anschluss nicht zu verpassen.

Ein wesentlicher Grund: Die Unternehmens-IT ist oftmals zu langsam, um die Anforderungen des Business umzusetzen. Deshalb setzen CIOs zunehmend auf externe Cloud Services (Hosted Private oder Public Clouds) und wollen diese mit ihrer herkömmlichen IT-Umgebung verknüpfen. Die IT soll effizienter, schneller und agiler werden und gleichzeitig sollen die Sicherheits- und Compliance-Vorgaben eingehalten werden. Hybride Cloud-Umgebungen werden Realität in Deutschland, denn sie sind in der Praxis eine wesentliche Voraussetzung, um die digitale Transformation erfolgreich voranzutreiben.

Allerdings sind dabei zahlreiche technische und Compliance-relevanten Hürden zu überwinden und die Geschäftsprozesse gemeinsam mit den Fachbereichen zu optimieren. Der Informations- und Beratungsbedarf bei CIOs ist entsprechend hoch und viele Anwenderunternehmen brauchen Unterstützung bei der Planung, Integration und Management. Außerdem verändert sich die Rolle des CIOs grundlegend. Unternehmen sollten deshalb externe Services in Betracht ziehen, um durch den Aufbau von hybriden Cloud-Umgebungen schneller voran zu kommen und so die digitale Transformation aktiv voranzutreiben.

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