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Apple begräbt Fernseher-Pläne

Apple-Store in München (Bild: Andre Borbe / silicon.de)
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Bereits vor einem Jahr soll die Entscheidung gefallen sein, schreibt das Wall Street Journal. Dem Management habe das sprachgesteuerte Gerät mit integrierter Kamera nicht zugesagt. Dennoch glaub Investor Carl Icahn an zwei TV-Modelle von Apple im nächsten Jahr.

Anfang 2014 soll Apple den Versuch einen hochauflösenden Fernseher zu entwickeln, aufgegeben haben. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Wall Street Journals hervor. Dabei beruft sich das Blatt auf Insiderquellen. Demnach plante der iPhone-Hersteller neuartige Funktionen – unter anderem eine Kamera für Videokonferenzen.

Allerdings soll Apples Management von dem Paket nicht vollständig überzeugt gewesen sein. Bereits seit 2011 gibt es immer wieder Gerüchte, dass der Konzern einen sprachgesteuerten Fernseher entwickelt. Damals zitierte Walter Isaacson in seiner offiziellen Biografie von Steve Jobs den Gründer mit der Aussage, er habe das TV-Problem “geknackt”. Jobs wollte Isaacson zufolge Fernseher “einfach und elegant machen” und die Branche genauso revolutionieren wie Computer, MP3-Player und Smartphones.

Statt eines eigenen Fernsehers bietet Apple aktuell die Settop-Box Apple TV für rund 100 Euro an. Damit verwirklicht der iPhone-Hersteller immerhin den von Jobs angestrebten Datenaustausch mit anderen Apple-Geräten. Investor Carl Icahn ist dennoch davon überzeugt, dass der Konzern 2015 einen eigenen Fernseher auf den Markt bringt.

“Apple steht davor, zwei Märkte zu betreten und unserer Meinung nach zu dominieren (Fernseher im nächsten Jahr und Automobile 2020), die ein Gesamtvolumen von 2,2 Billionen Dollar haben, ein Gesichtspunkt, den Investoren bisher überhaupt nicht zu berücksichtigen scheinen”, heißt es in einer Begründung von Icahns Ansicht, die Apple-Aktie sei unterbewertet.

Apple TV (Bild: Apple)Icahn erwartet Modelle mit 55 und 65 Zoll Bildschirmdiagonale. Im Finanzjahr 2016 könnte Apple seiner Ansicht nach 10 Millionen Stück verkaufen, was 15 Milliarden Dollar Umsatz einspielen würde.

Als gesichert gilt, dass Apple eine neue Settop-Box mit Touchpad-Fernbedienung auf der Entwicklerkonferenz WWDC im Juni präsentiert. Sie soll zudem die Möglichkeit bieten Apps zu installieren. Angeblich arbeitet es auch an einen webbasierten TV-Dienst. Dieser stelle etwa 25 Kanäle bereit und laufe auf iOS-Geräten wie iPhone, iPad und iPod Touch ebenso wie Apple TV.

Der iPhone-Hersteller hatte Apple TV für den Anschluss an einen Fernseher 2007 gestartet, aber über die Jahre kaum verändert. 2012 überarbeitete es zuletzt die Hardware. Es bringt eine Reihe eigener Apps – etwa für Netflix und YouTube – mit und kann auch per Funk auf Inhalte eines iPad oder iPhone zugreifen.

Im März 2015 hat Apple den Preis für die Box allerdings signifikant gesenkt – auf 69 Dollar in den Staaten und 79 Euro etwa in Deutschland. Es hat nach eigenen Angaben seit dem Start 2007 etwa 25 Millionen solche Geräte verkauft.

Konkurrenz durch Amazon und Google

In den letzten Monaten haben Konkurrenten wie Amazon und Google ähnliche Produkte wie Apple TV auf den Markt gebracht – als Ergänzung zu den Streaming-Sticks, die in einem noch reduzierteren Format ebenfalls einige vergleichbare Funktionen enthalten. Amazon etwa bietet den Fire TV Stick für 39 Euro sowie die Box Fire TV für 99 Euro an. Letztere kann durch Funk-Controller zum Preis von je 39,99 Euro auch zur Spielkonsole ausgebaut werden.

Google bedient diesen Markt durch den Streaming-Stick Chromecast (35 Euro) ebenso wie durch den Nexus Player (99 Euro). Spiele-Controller für letzteren kosten je 49 Euro. Beide Anbieter können ebenso gut wie Apple über Online-Stores Filme zum Kauf wie zur Miete anbieten. Anders als bisher bei Apple lassen sich die jeweiligen Settop-Boxen auch durch Apps und Spiele erweitern, die in Google Play beziehungsweise im Amazon App-Shop verfügbar sind.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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Andre ist Jahrgang 1983 und unterstützte von September 2013 bis September 2015 die Redaktion von silicon.de als Volontär. Erste Erfahrungen sammelte er als Werkstudent in den Redaktionen von GMX und web.de. Anschließend absolvierte er ein redaktionelles Praktikum bei Weka Media Publishing. Andre hat erfolgreich ein Studium in politischen Wissenschaften an der Hochschule für Politik in München abgeschlossen. Privat interessiert er sich für Sport, Filme und Computerspiele. Aber die größte Leidenschaft ist die Fotografie.

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