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Here: Audi, BMW und Daimler bieten zusammen mit Investor

Logo Nokia Here (Bild: Nokia)
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General Atlantic soll sich jetzt den drei deutschen Premium-Marken angeschlossen haben, um die Bieterchancen für den Kartendienst weiter zu steigern, heißt es aus der Gerüchteküche.

Mercedes, Audi und BMW sollen jetzt gemeinsam mit dem Private Equitiy-Unternehmen General Atlantic für Nokias Kartendienst Here bieten, wie Reuters berichtet. Damit sollen die Hersteller ihre Chancen auf ein erfolgreiches Gebot erhöhen wollen, so die Nachrichtenagentur unter Berufung auf zwei mit den Vorgängen vertrauten Personen.

Nokia Here Samsung Galaxy

Laut einer der Quellen soll General Atlantic einen Anteil von 30 Prozent in dem Konsortium des Autohersteller bekommen. Jedoch sei die exakte Höhe dieses Anteils noch nicht festgelegt und könnte sich noch ändern, so die Quelle weiter.

Reuters zitiert eine weitere Quelle, wonach jeder der deutschen Premiummarken bis zu 700 Millionen Euro für den Kartendienst der Finnen bezahlen soll. Doch nach wie vor herrsche darüber Uneinigkeit, wie sich die Anteile über Audi, BMW und Daimler verteilen sollen.

Bislang soll es von Nokia aber noch keine Stellungnahme zu dem Gebot gegeben haben, berichtet die Quelle weiter. Daher ist derzeit auch nicht klar, ob das Bieterkonsortium das Kaufgebot nachbessert.

Eine weitere Quelle aus der Autoindustrie erklärte laut Reuters: “Die Obergrenze liegt bei dem Preis, was es kosten würde, die Karten mit anderen Mitteln zu erstellen, entweder durch eine Partnerschaft oder beispielsweise im Alleingang.” Daher seien die Autohersteller auch nicht übermäßig an der Nokia-Sparte interessiert, denn als weitere Optionen stehen zum Beispiel Hersteller wie Tom Tom als mögliche Partner zur Auswahl.

Eine der Quellen erklärte auch, dass das Konsortium auch für andere Investoren offen sei. Für die Hersteller sei es aber wichtig, die Kontrolle über die Kartentechnologie zu halten. Es gebe von Seiten Nokias zwar keine Deadline, jedoch soll sich der Verkauf der Kartensparte in der Endphase befinden. Eine Entscheidung wird daher in den nächsten Tagen erwartet.

Bislang haben sich die genannten Unternehmen noch nicht zu den Berichten geäußert.

Die Analysten-Meinungen zum Wert des qualitativ hochwertigen Kartenmaterials liegen in der Spanne zwischen 2 und 4 Milliarden Euro. Das aktuelle Gebot könnte laut älteren Medienberichten jedoch deutlich mehr als 2 Milliarden betragen.

Als Nokia bekannt gemacht hatte, dass es den Konkurrenten Alcatel Lucent für 15,6 Milliarden Euro übernehmen will, erklärte das Unternehmen auch, strategische Optionen für Here zu prüfen, diese würden auch einen Verkauf einschließen. Jeoch sollen die drei Fahrzeughersteller schon im Vorfeld für Here geboten haben. 

Als weitere Interessenten wurden neben Facebook auch der Fahrdienstvermittler Uber, Apple, Amazon und Alibaba sowie der chinesische Internet-Gigant Baidu gezählt. Auch einige Investoren sollen zu den Interessenten zählen.

Anfang Mai hatte das Wall Street Jounal berichtet, dass das Bieterkonsortium der drei Hersteller auch Baidu umfassen würde. Auch Nokia sollte demnach einen Anteil an Here einbehalten. Das Blatt hatte eine anonyme Quelle zitiert: “Die größte Bedrohung für die Automobilindustrie wäre es, wenn Google ein Betriebssystem für selbstlenkende Autos entwickelt und jedermann kostenlos zur Verfügung stellt. Diese Karten werden also für die Betriebssysteme der Fahrzeuge gebraucht.”

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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