Apple Pay startet im Juli in Großbritannien

Elektronisches BezahlenMarketing
Apple-Pay-Logo (Bild: Apple)

Briten können ab nächsten Monat unter anderem bei Marks & Spencer, Lidl, McDonald’s, Postämtern und öffentliche Verkehrsbetrieben mit ihrem iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch bezahlen. In den USA findet Apple Pay weitere Unterstützer.

In Großbritannien geht im Juli der mobile Bezahldienst Apple Pay an den Start. Das hat der iPhone-Hersteller nun bekanntgegeben. Im nächsten Monat stehen den Briten über 250.000 Anlaufstellen zur Verfügung, an denen sie mit iPhone 6, iPhone 6 Plus und Apple Watch bezahlen können. Unter anderem gehören zu den ersten Unterstützern die Drogeriekette Boots, der Modefilialist Marks & Spencer, Lidl, BP, McDonalds, Starbucks und Subway. Auch das Postamt und die öffentlichen Verkehrsmittel in London erlauben das kontaktlose Bezahlen.

Der Großteil der bedeutenden Banken unterstützten Apples Bezahldienst – darunter HSBC, Royal Bank of Scotland und Santander. Die drittgrößte Bank in Großbritannien, Barclays, fehlt allerdings. Diese hat mit Pingit einen eigenen Dienst für mobiles Bezahlen. Barclays verhandelt aber auch mit Apple und berichtet von “weiterhin konstruktiven Gesprächen”.

Nutzer sollen auch aus Apps heraus bezahlen können, ohne ihre Daten ein weiteres Mal eingeben zu müssen. Der iPhone-Hersteller führt hierzu die Unterstützung von British Airways, Domino’s, lastminute.com, Airbnb, Zalando, Zara und weiteren Firmen an. Anwender können Apple Pay mit iPhone 6, iPhone 6 Plus, Apple Watch, iPad Air 2 und iPad mini 3 nutzen.

Apple Pay basiert auf NFC. Allerdings gibt es rund um den Dienst noch viele offene Fragen. Bild: James Martin/CNET

Apple Pay soll mit iOS 9 künftig auch Bonusprogramme und Kundenkredit- oder bankkarten unterstützen. In den USA verkündete Apple, dass im nächsten Monat über eine Millionen Niederlassungen den Dienst anbieten werden. Im Herbst soll mit Discover ein weiterer Kreditkartenanbieter hinzukommen.

Darüber hinaus ändert das Unternehmen aus Cupertino den Namen der Passbook-App in Wallet um. Zudem erweitert es mit Apple Pay die Funktionalität. Zunächst sollte die Anwendung als Verwahrort für Gutscheine, Geschenkkarten, Eintrittskarten und Boardingpässe dienen. Anwender sollen etwa Bonusprogramme und Kundenkarten hinzufügen und mit dem Bezahldienst an der Kasse nutzen können.

Beim Start in Großbritannien kann Apple Pay 250.000 akzeptierende Stellen vorweisen und damit mehr als beim US-Start im Oktober. Die mäßige Verbreitung von Terminals für kontaktloses Bezahlen stellte sich in den Vereinigten Staaten als Hürde heraus. Apple Pay setzt für den Bezahlvorgang auf die Nahfunktechnik Near Field Communication (NFC). Nutzer müssen nur ihr Smartphone oder Smartwatch in die Nähe kontaktlosen Lesegeräts halten, um den Zahlvorgang zu autorisieren.

Nach einer Reuters-Umfrage unter US-Händlern könnte Apple Pay in den Vereinigten Staaten seine Ziele für 2015 verfehlen. Demnach unterstützt derzeit weniger als ein Viertel der 100 führenden Handelsketten den Bezahldienst. Apples Planungen widerspricht noch mehr, dass zwei Drittel der übrigen Händler 2015 auch keine Einführung erwarten.

Ein wichtiger Grund für die Zurückhaltung der amerikanischen Händler sind konkurrierende Smartphone-Bezahldienste wie CurrentC, das die gleichzeitige Unterstützung von Apple Pay durch teilnehmende Händler ausschließt. Zusätzlich wurden nicht vorhandene Kundennachfrage und hohe Installationskosten als Gründe genannt. Außerdem könnten Händler nicht auf die Daten zugreifen, die Apple über den Kunden erhebt. Dies führten 28 Prozent der Teilnehmer als Grund für ihre Ablehnung an.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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