Cisco forscht am CERN openlab an Next Generation Computing

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Der Large Hadron Collider (LHC) erzeugt riesige Datenmengen. Unternehmen wie Seagate, Cisco oder Brocade werden mit einem Team von Experten am Forschungszentrum CERN neue Technologien entwickeln, die in einigen Jahren auch Unternehmen zugute kommen werden.

Die Unternehmen Brocade, Cisco, IDT, Rackspace und Seagate sind neue Mitglieder im CERN openlab. Gemeinsam mit Experten der Europäischen Organisation für Kernforschung sollen am Forschungsstandort CERN neue Infrastrukturtechnologien für das ‘Next Generation Computing’ erforscht werden. Auf diese Weise werde aber nicht nur der Forschungsstandort mit den rasant wachsenden Datenmengen aus dem Teilchenbeschleuniger Schritt halten können, sondern auch Unternehmen sollen eines Tages von den Ergebnissen der Grundlagenforschung profitieren können.

Neben den genannten Unternehmen werden sich in der neuen Phase auch Huawei, Intel, Oracle und Siemens an der gemeinsamen Forschungsinitiative beteiligen. Das European Bioinformatics Institute (EMBL-EBI) und das GSI Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung sind darüber hinaus die beiden ersten öffentlichen Forschungseinrichtungen, die sich dem CERN openlab anschließen.

Der Umfang des unterirdisch verlegten LHC. (Bild: CERN)
Der Umfang des unterirdisch verlegten LHC. (Bild: CERN)

Der Large Hadron Collider (LHC), der von CERN betrieben wird, ist der weltweit größte Teilchenbeschleuniger. Mit Hilfe dieses Beschleunigers sollen die grundlegenden Strukturen des Universums erforscht werden. Zu den wichtigsten Ergebnissen der vergangenen Jahre zählt beispielsweise der Nachweis des Higgs Bosons, einem bislang hypothetischen Elementarteilchen.

Bei den Experimenten werden Datenraten von bis zu einem Petabyte pro Sekunde erreicht. Das entspricht etwa dem Inhalt von 20.000 Blu-ray Discs. In den nächsten zehn Jahren will CERN diese Rate noch deutlich steigern. So wird etwa alleine der geplante ‘Run 2’ am CERN Data Centre mehr als 30 Petabytes Daten pro Jahr aufwerfen. Neben großen und Leistungsfähigen Server- und Datenspeicher-Anlagen müssen auch andere Bereiche wie etwa die Netzwerkinfrastruktur mit dieser Entwicklung Schritt halten.

Cisco und CERN stellen daher jetzt ein Team von Experten zusammen, das neuartige, hochsichere Server-Infrastruktur-Technologien entwickelt. Die Experten werden neuartige Konzepte untersuchen, die auf aktuellen Entwicklungen der System-Hardware, heterogenen Systemdesigns und erweiterten Funktionen der Netzwerkschnittstellen basieren.

Das CERN openlab ist eine Plattform für öffentlich-private Partnerschaften (PPP) der Europäischen Organisation für Kernforschung (CERN). In dieser Organisation der Forschungseinrichtung kooperiert CERN mit Unternehmen aus dem Informations- und Kommunikationstechnikbereich. So kommen hier aktuelle Technologien wie zum Beispiel OpenStak zum Einsatz und werden so als Prototypen getestet. Neben der Forschung zusammen mit Unternehmen aus der Privatwirtschaft werden im CERN openlab auch junge Fachkräfte ausgebildet oder Kooperationen mit Universitäten umgesetzt.

“Das Verwalten und Analysieren großer Datenmengen stellt für viele Organisationen eine Herausforderung dar, so wie bei CERN”, kommentiert Maciej Kranz, Vice President der Corporate Technology Group bei Cisco. “Durch die Digitalisierung im öffentlichen und privaten Sektor werden offene Innovation und Zusammenarbeit zwischen branchenführenden Unternehmen, Forschungsinstituten, Universitäten und Start-ups immer wichtiger für den Erfolg der globalen Wirtschaft.”

“Der Erfolg des LHC hängt entscheidend von den Fortschritten in Technologien der Informationsverarbeitung und deren Komponenten ab“, weiß Alberto Di Meglio, Leiter vom CERN openlab. “Fortschrittliche Technologien sind nötig, um wissenschaftliche Instrumente, wie den Teilchenbeschleuniger und die Detektoren, sicher und effizient in einer offenen Umgebung zu betreiben. Wir benötigen Technologien, die an der Spitze der Entwicklung stehen. In vielen Fällen sind diese erst mehrere Jahre später allgemein verfügbar.” Auch deshalb suche das CERN openlab die Nähe zu Herstellern wie Cisco.

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